The Skull - For Those Which Are Asleep

Review

Freunde des ersten Jahrzehnts der amerikanischen Doom-Großmeister TROUBLE werden wahrscheinlich beim Bandnamen THE SKULL hellhörig, müssen sich aber auch nicht allzu sehr grämen, wenn sie diese Scheibe hier verpassen. Zur Aufklärung: THE SKULL ist die nach dem zweiten TROUBLE-Album benannte neue Schöpfung der TROUBLE-Gründungsmitglieder Eric Wagner (Gesang) und Jeff „Oly“ Olson (Schlagzeug), verstärkt duch den langjährigen TROUBLE-Bassisten Ron Holzner, den früheren PENTAGRAM-Gitarristen Matt Goldsborough sowie den zweiten Gitarristen Lothar Keller. Große Namen also, doch das Debüt „For Those Which Are Asleep“ zeigt sich nicht restlos überzeugend.

Die für Doom-Verhältnisse mit durchschnittlich vier bis fünf Minuten ziemlich kurz ausfallenden zehn Titel sind hörbar darum bemüht, das Erbe anzunehmen beziehungsweise alle Facetten der TROUBLE-Diskographie bis Anfang der Neunziger abzudecken: Ob klassisch-schwer wie „The Touch OF Reality“, „For Those Which Are Asleep“ und die Interpretation der 1983er-TROUBLE-Uraltnummer „The Last Judgement“, ob beschwingt knarzend wie „Till The Sun Turns Black“ und „Sometime Yesterday Mourning“ oder ob eher ruhig und atmosphärisch wie „Sick Of It All“ und „The Door“ – alles findet sich hier.

Leider jedoch gelingt es THE SKULL zu keiner Zeit, markante Sechssaitermotive mit ergreifenden Gesangspassagen zu jenen magischen, einem den Schauer über den Rücken laufen lassenden Momenten zu verschmelzen, die beispielsweise CANDLEMASS‘ „Solitude“, WARNINGs „Footprints“ oder „The Tempter“ vom TROUBLE-Erstwerk zu Doom-Göttergaben machten. Wenngleich das THE SKULL-Gitarrenduo Goldsborough/Keller nicht die Klasse des altgedienten TROUBLE-Gespanns Wartell/Franklin mit seinen stets präsenten Soli und Harmonien erreicht, muss man diese Abwesenheit großer Augenblicke vor allem Eric Wagner anlasten. Der vor dreißig Jahren das Subgenre mitprägende Melancholiebarde agiert hier zu kontrolliert und bleibt dadurch über weite Strecken ärgerlich blass.

THE SKULLs Ansatz, „For Those Which Are Asleep“ zu einer auf eine Platte verdichteten TROUBLE-Werkschau zu machen, war sicherlich kein schlechter. Doch ihre rückwärtsgewandten Lieder lassen verglichen mit den ersten fünf TROUBLE-Alben viel zu spärlich Meisterschaft und Mitreißendes aufblitzen.

29.10.2014

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