The Sombre - Monuments Of Grief

Review

Ein-Mann-Projekte sind mit den heutigen technischen Möglichkeiten in der Regel kein Problem mehr, was vermutlich auch der Grund dafür sein dürfte, dass es besonders im Black-Metal-Bereich davon nur so wimmelt. Mories aka Maurice de Jong begnügt sich aber keinesfalls mit nur einem Solo-Projekt und schon gar nicht mit einem Genre. Aufgrund der Vielzahl seiner Projekte (das bekannteste davon dürfte aktuell GNAW THEIR TONGUES sein) kann man schon mal den Überblick verlieren. THE SOMBRE kann aber klar dem Death Doom bzw. teilweise auch Funeral Doom zugeordnet werden und bringt es mit „Monuments Of Grief“ immerhin bereits auf die dritte Full-Length-Veröffentlichung.

THE SOMBRE – Klassisch und melodiös

Bereits auf dem letzten Album „Shapeless Misery“ rückte der Niederländer ein wenig von überlangen Songs und damit auch einer ausladenden Gesamtspielzeit ab und so ist auch „Monuments Of Grief“ für das Genre geradezu kurz und knackig geraten. „From The Depths Of Misery“ beginnt dabei vergleichsweise klassisch und melodiös, die Leads erinnern zeitweise nicht wenig an an MY DYING BRIDE in deren langsamsten Momenten. Die röchelnd-grunzigen Vocals, natürlich mit ordentlich Hall versehen, gehen in Ordnung, sind aber tatsächlich nichts besonderes, trotz ein paar kurzer Kreisch-Ausbrüche in Richtung Schwarzmetall. Der Star im Sound von THE SOMBRE sind und bleiben eindeutig die Gitarren.

Auf den ersten Blick bzw. die ersten Hördurchläufe gibt es eigentlich gar nicht viel zu kritisieren, zumal auch die Produktion durchaus gelungen scheint. Die Frage, die sich hier eher stellt ist: Was bleibt eigentlich von „Moments Of Grief“ hängen? Hier ist irgendwie alles so typisch, vom gotisch anmutenden Cover Artwork mit der obligatorischen geköpften Statue, über Songtitel wie „Alone In My Desolation“ oder „When Death Comes I Will Be Beside You“ bis zu gesampleten Kirchenglocken und Streichern aus dem Keyboard.

Wirklich stark ist das Album meist in den traurig-atmosphärischen Momenten, wie z.B. im Klavier-Part in „Alone In My Desolation“, der mit durchaus stimmungsvollen Spoken Words angereichert wird. Dem gegenüber stehen aber eben auch Nummern wie „The Mourning Gloom“ die nicht nur Trauer und Verzweiflung, sondern teilweise auch echte Langeweile versprühen. Da nutzen dann weder das PARADISE LOST-Gedächtnis-Riff in selbigem Song etwas, noch die Spoken Words nochmal einzubauen – aber ohne die eindringliche Stimmung des Vorgängers. Auch die zweite Hälfte der Platte bietet nicht mehr als alle bereits hinlänglich bekannten Zutaten in nur unwesentlich abgewandelter Form, wobei es der Titeltrack mit seinem erneut atmosphärischen Mittelteil noch am ehesten schafft zu überzeugen.

Schöpft sämtliche Klischees aus – „Monuments Of Grief“

Ohne musikalisch allzu große Fehler zu machen, schöpft Mories mit seinem THE SOMBRE-Projekt auf „Monuments Of Grief“ so ziemlich alle Klischees aus, die das Death-Doom-Genre im weitesten Sinne zu bieten hat. Die verwendeten Riffs und Melodien sind dabei keinesfalls schlecht, allerdings weder sonderlich eigenständig noch für sich in irgend einer Weise herausragend. Durch mangelnde Abwechslung in Sachen Songwriting und wenig Variation in Sachen Tempo, schafft es „Monuments Of Grief“ letztlich zu keinem Zeitpunkt aus dem absoluten Durchschnitt herauszuragen.

31.10.2022

"Time doesn't heal - it only makes you forget." (Ghost Brigade)

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