The Sullen Route - Madness Of My Own Design

Review

Solitude Productions – dem geneigten Doom-Jünger ist dieses russische Label sicherlich ein Begriff, veröffentlicht es doch ausschließlich einheimische Lava-Sound-Formationen. Auch die erst vor zwei Jahren in Wolgograd aus der Taufe gehobenen THE SULLEN ROUTE bilden hier keine Ausnahme, ist ihr Debüt “Madness Of My Own Design“ doch eine annähernd einstündige Death/Doom-Eruption.

Wie es sich für das Genre gehört, rinnen die mächtigen Riffs träge vor sich hin, werde häufig minutenlang ausgewalzt. Währenddessen bewegt sich Sänger Djaspams vorherrschendes Grunzen zwischen Aggression und Verzweiflung, scheinbar nicht willens, sich für ein Gefühl zu entscheiden. Vergleichbar ist das etwa mit den Iren MOURNING BELOVETH, von manch fesselnd-schwermütiger Tonfolge fühlt man sich auch gerne und mitunter sehr stark an ältere MY DYING BRIDE (“The Angel And The Dark River“) erinnert – als Paradebeispiel für den Vergleich mit den Engländern sei hier die gelungene und rein instrumentale Quasi-Bandhymne “Sullen Route“ angeführt. Das gegenüber den restlichen Stücken mit viereinhalb Minuten kurze “I Come With The Rain“ überzeugt durch den Wechsel zwischen extrem schweren und tödlich vokalisierten Doom-Passagen und leise gezupften Abschnitten mit kummervollem Klargesang. “One Way For Burning“, das abschließende Zehn-Minuten-Ungeheuer, hat dann auch noch eine Überraschung parat, wird es doch nach zunächst klassischer Doom-Musiziergeschwindigkeit in der zweiten Hälfte deutlich schneller.

Mancher mag sich jetzt denken, dass sich das alles nicht gerade so anhört, als würden THE SULLEN ROUTE etwas Neues bieten. Und ja, das kann man dem russischen Quartett auch nicht bescheinigen, denn vor und neben ihnen gibt es Dutzende, wohl gar Hunderte, die so oder so ähnlich klangen und klingen. Aber das Debüt der vier Musiker aus der berühmt-berüchtigten Stadt, die zwischen 1925 und 1961 den wie kaum ein anderer für die Schrecken des Krieges stehenden Namen Stalingrad trug, ist mindestens im oberen Mittelfeld des Genres zu verorten – ihr Death/Doom ist bleischwer, zu keiner Zeit fröhlich und ohne Anflüge von Kitsch und Kommerz. Die meisten Kompositionen sind trotz ihrer Länge mit einem ausreichend spannenden Aufbau versehen und auch wenn “Madness Of My Own Design“ dabei keine Über-Nummern oder -Momente enthält, weiß es in seiner Gesamtheit durchaus zu überzeugen.

08.07.2010

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