Thomsen - Let´s Get Ruthless

Review

Von René Thomsen hatte ich bislang noch nie gehört. Einige seiner Mitstreiter genießen dafür einen wesentlich höheren Bekanntheitsgrad. Herman Frank kennt man von ACCEPT, VICTORY, MOON DOC und seinem Solo-Projekt. Die Bass-Legende Neil Murray spielte schon bei WHITESNAKE, GARY MOORE und BLACK SABBATH, Nibbs Carter ist durch seine Arbeit bei SAXON kein unbekannter mehr, und Stefan Schwarzmann schwang die Drumsticks bereits bei RUNNING WILD und KROKUS.
Doch kehren wir mal zu Herrn Thomsen zurück. Er war bisher eher im Hintergrund tätig, als Produzent, Techniker und Organisator. Nun will er auch sein Können als Songwriter und Gitarrist präsentieren. Sein Debutalbum unter der Firmierung THOMSEN heißt „Let´s Get Ruthless“.

Und ich muss sagen, Thomsen & Co. packen einiges an musikalischer Qualität aus. Die ersten beiden Tracks „Ruthless“ und „Tears Of The Sun“ sind wuchtige Headbanger-Ware ohne Kompromisse: straight, druckvoll, mit eingängigen Melodien und schön herausgearbeiteten Höhepunkten. Bei „Time Again“ wird Tempo rausgenommen und eine nostalgischere Untermalung ins Spiel gebracht. Erinnert mich ein wenig an WHITESNAKE. Mit „Stand Up & Shout“ wird mit einem typischen Mid-Tempo-Stampfer SAXON gehuldigt. Sänger Jürgen Wulfes, ein früherer Bandkollege von Herman Frank bei MOON DOC, ist zwar kein Biff, kommt ihm aber durch sehr intensiven Gesang doch recht nahe. Überhaupt zeigt sich Wulfes sehr variabel und kommt niemals an seine Grenzen. Seine kraftvolle, leicht rauhe Stimme hat Charakter und drückt den Songs auch ein Markenzeichen auf.
Dies beweist er bei dem vielschichtigen „You And Me“ wieder, dass balladesk beginnt, sich mit zunehmender Intensität aber zu einer kleinen Metal-Hymne entwickelt. Wenn ich aber dachte, es geht kaum noch besser, werde ich durch den begehrten Songtitel „Heaven And Hell“ eines besseren belehrt. Aus einem Konstrukt zwischen sehr druckvollen ACCEPT und melodischen SAXON bastelt Thomsen die Headbanger-Hymne schlechthin, und wer bei einem Gig diesen Refrain nicht lauthals mitgröhlt, muss bereits tot sein.
Leichten Level-Abfall gibt es nur beim Crossover-liken „Blind Your Eyes“ und dem southern-rock-beeinflussten „Branded Man“, ohne jetzt behaupten zu wollen, dass diese Songs schlecht wären. Sie erreichen nur nicht den bisherigen highclass Standard. Weitere empfehlungen sind dagegen die zweite ultimative Live-Nummer „Bang Your Head“ und das fast thrashige „Show Me Your Fear“.

In Sachen Songwriting lassen die dafür verantwortlichen Herren Thomsen und Wulfes keine Wünsche offen. Sie offenbaren ausreichend Abwechslung und Vielfalt und das auf einem durchweg hohen Level.
Die Allstar-Truppe an den Instrumenten macht ihre Sache ebenfalls erwartungsgemäß gut, so dass „Let´s Get Ruthless“ auch ein technischer Leckerbissen ist. Die Produktion ist ebenso kraftvoll wie transparent und hebt die dynamische Marschrichtung der Stücke hervor.

Im Fazit ist „Let´s Get Ruthless“ eine durch und durch empfehlenswerte Scheibe für jeden Anhänger des klassischen Heavy Metal. Ich hoffe, dass wir vom Projekt THOMSEN auch in Zukunft noch hören werden, denn solch eine musikalische und kompositorische Meisterleistung darf kein Einzelfall bleiben.

20.05.2009

Der metal.de Serviervorschlag

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