Tokyo Blade - Night Of The Blade (Re-Release)

Review

Galerie mit 3 Bildern: Tokyo Blade - Bang Your Head 2013

1983, als die New Wave Of British Heavy Metal ihren Zenit bereits erreicht hatte, waren TOKYO BLADE mit ihrem gleichnamigen Debüt so etwas wie die späte Fackel der Hoffnung, diese Bewegung weiterzutragen. Das Album füllt heute noch eine sinnvolle Lücke zwischen SAXON und IRON MAIDEN, doch schon ein Jahr später sollte alles anders werden. TOYKO BLADE verabschiedeten Sänger Alan Marsh und holten mit Vici James Wright einen wesentlich weniger rauen, melodischeren Sänger in die Band. Jenem Goldkehlchen ist es unter anderem zu verdanken, dass das zweite Album “Night Of The Blade” den gefeierten Erstling noch um Längen übertraf. Aber auch das geschmeidigere und im Vergleich zu “Tokyo Blade” filigranere Songwriting lässt “Night Of The Blade”, das nun über High Roller Records wieder erhältlich ist, zu einem oft übersehenen Highlight der Achtziger werden.

“Night Of The Blade” – Packendes Songwriting und brillante Vocals

Das Album ist mit acht Songs und nicht einmal 35 Minuten zeittypisch recht kurz. Umso intensiver ist jedoch die herrliche Zeitreise in eine Epoche aufgepudelter Frisuren, absurd hoher Verstärkertürme und großer Posen. Ähnlich wie in den USA etwas später QUEENSRŸCHE oder LEATHERWOLF gelang auch TOKYO BLADE der Spagat zwischen kommerziellem Kalkül und anspruchsvollen Kompositionen in vorbildlicher Weise. Ebenfalls nicht untypisch für die Achtziger muss man zwar textliche Stupiditäten wie “Rock Me To The Limit” aushalten, wird aber schnell feststellen, dass sich zumindest musikalisch mehr dahinter verbirgt als bierseliges Geschunkel. Neben Wrights toller Stimme ist es vor allem die abwechslungsreiche Gitarrenarbeit, die den Titelsong oder “Warrior Of The Rising Sun” zu zeitlos starken Songs machen. Gerade auch jüngere Fans, die ENFORCER, SKULL FIST und Konsorten mögen, sollten sich unbedingt demnächst mit “Night Of The Blade” befassen.

TOKYO BLADE und der schnelle Fall

Leider bauten die Briten nach diesem Album mit dem noch hörbaren aber schon allzu kommerziellen “Blackhearts And Jaded Spades” (1985) sowie dem pop-rockigen Fehlschlag “Ain’t Misbehavin’” (1987) immer mehr ab und erholten sich erst im letzten Jahrzehnt mit hörbaren Alben wie “Thousand Men Strong” wieder. Die Klasse ihrer ersten beiden Alben erreichten sie allerdings nie wieder. Das ändert nichts daran, dass “Night Of The Blade”, dem in bewährter Zusammenarbeit mit Patrick W. Engel (Temple Of Disharmony Studio) ein geschmackvolles Remaster zuteil wurde, in jede vernünftige Eighties-Sammlung gehört.

18.04.2021

Redakteur

Der metal.de Serviervorschlag

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