Trapeze - Lost Tapes Vol. 1

Review

Der Begriff Trapez dürfte vielen Menschen aus der Schule bekannt sein. Jedoch geht es dabei nicht um Musik, sondern um gleichschenklige Quadrate, Kosinussatz und mathematische Formeln. Was hat eine Band mit dem Namen TRAPEZE zu bieten und vor allem warum „Lost Tapes Vol. 1“?

Was haben WHITESNAKE, DEEP PURPLE und JUDAS PRIEST gemeinsam?

Die Antwort steht in der Headline: Es handelt sich um die Herren Mel Galley (WHITESNAKE), Glenn Hughes (DEEP PURPLE) und Dave Holland (JUDAS PRIEST). In den 70ern veröffentlichten TRAPEZE drei Longplayer, die in der Retrospektive als Einflussreich gelten. Wie später auch bei DEEP PURPLE experimentierten TRAPEZE mit Funk-Einflüssen, die in ihren Songs integriert wurden.

Das Problem von TRAPEZE war bereits vor 50 Jahren ersichtlich. Die Bandbesetzung wechselte sehr oft, da die Bandmitglieder außergewöhnliches Talent zeigten und besser dotierte Angebote ins Haus flatterten. Im weiteren Verlauf der Bandaktivitäten waren Genre-Größen wie Geoff Downes (ASIA, YES) oder Peter Goalby (URIAH HEEP) bei TRAPEZE aktiv, ohne dass TRAPEZE den Status des Geheimtipps verlassen hat.

Tom Galley, der Bruder des leider 2008 verstorbenen Mel Galley, ist der Archivverwalter der Band. Zwischen 1969 und 1992 landeten diverse Aufnahmen im Galley-Archiv, dass nun gesichtet und unter „Lost Tapes Vol. 1“ teilweise veröffentlicht wird. Vol. 1 deutet bereits an, dass eine weitere Scheibe nicht unwahrscheinlich ist. Dabei handelt es sich um Aufnahmen in verschiedenen Bandbesetzungen, die in der circa 20-jährigen Tätigkeit von TRAPEZE entstanden sind.

Mit „Cool Water“, „Breakdown“ oder „Destiny“ liefert die Scheibe typische Rocker im 70er und 80er Jahre Sound, die vor 40 Jahren durchaus Aufmerksamkeit erregt hätten. Eine Assoziation zu DEEP PURPLE oder WHITESNAKE liegt durch die Protagonisten auf der Hand. „Lover“ oder „Don´t Let Them Push You“ klingen mehr nach Demo oder unfertige Nummer als nach einem Track, der für eine professionelle Veröffentlichung vorgesehen wäre. Die Melodieführung ist gelungen, aber die Instrumente und Vocals warten noch auf den letzten Schliff. Überdeutlich wird es beim knapp zweiminütigen „Lights Of Tokyo“. Ein guter Song an sich, wenn er denn weitergeschrieben und zu Ende komponiert worden wäre.

Progressive Gefilde („Bad Kid From School“) gibt es genauso zu hören wie Hard Rock in Richtung Jam Session mit mehr als sieben Minuten Laufzeit und ausufernder Gitarrenarbeit („Do You Understand“). Ein knackiger, eingängiger Rocker ist „Enough Is Enough“, der mit dem Charme einer mehr als 40 Jahre alten analogen Demo-Aufnahme auf den Markt geworfen wird. Massentauglichen Hard Rock liefert der Schlusspunkt „Going Home“. Das wirft die Frage auf, warum die Herren so einen Track mit Hit-Potential zur damaligen Zeit in der Versenkung verschwinden ließen.

„Lost Tapes Vol. 1“, eine Veröffentlichung mit Demos und halbfertigen Songs

„Lost Tapes Vol. 1“ von TRAPEZE dürfte vor allem etwas für Fans der Rockmusik aus den 70ern sein, die sich nicht am Demo-Charme der Scheibe stören. Es gibt einige starke Rocker auf dem Album, nur in der Regel in einer noch nicht ganz fertigen Version. Fans der experimentellen 70er-Jahre-Rockmusik sollten die Scheibe antesten. Wer bisher von TRAPEZE nichts gehört hat, startet besser mit „Medusa“ oder „Trapeze“ aus dem Jahr 1970, wo Glenn Hughes am Mikrofon agiert.

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05.12.2023

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