Uada - Cult Of A Dying Sun

Review

Galerie mit 7 Bildern: Uada - Culthe Fest 2018 - Münster

UADA haben einen Blitzstart hingelegt. Als „Devoid Of Light“ vor gut zwei Jahren erschien, hatte wohl niemand die Portländer richtig auf dem Schirm, das Album aber schlug ein. Damit reihte sich das Quartett in die Handvoll Bands der letzten Jahre ein, die dem Underground entwachsen sind, ohne dabei die gewohnt große Promo-Maschinerie zu fahren oder einen auf den ersten Höreindruck massentauglichen Sound zu offerieren. „Cult Of A Dying Sun“ ist jetzt natürlich so etwas wie ein Gradmesser, wie nachhaltig UADA wirklich wirken – und nein, eine Eintagsfliege ist die Band definitiv nicht …

„Cult Of A Dying Sun“ – ein würdiges Zweitwerk, aber kein „Devoid Of Light 2.0“

…und das obwohl die stilistischen Verfeinerungen nur rudimentär sind. Trotzdem ist „Cult Of A Dying Sun“ zwar ein würdiger Nachfolger, aber kein „Devoid Of Light 2.0“. Denn UADA haben noch etwas mehr Fokus auf die eigentlichen Songs gelegt und stellen ihre Trademarks noch deutlicher heraus, womit das Album einerseits ein bisschen den spontanen, emotionalen Touch des Vorgängers verliert, ihm andererseits aber noch mehr Zielstrebigkeit einbringt. Die gewohnt flott-melodische Gangart haben sie ebenso beibehalten wie kurze, atmosphärische Ruhepausen. Jake Superchis Vocals offerieren ein ebenso breites Spektrum aus Krächzen, Knurren und angedeuteten Growls – immer emotional, immer passend.

Genau darin liegt die Stärke von UADA. Die Songs sind ausgewogen, einnehmend und vor allem mitreißend. Klar bleiben die Einflüsse offenkundig: schwedischer Black Metal, insbesondere Bands wie DISSECTION haben es den Mannen zweifelsfrei angetan. Auch um den Vergleich mit MGŁA (u.a. „Sphere (Improvement)“) werden sie nicht umhinkommen. Doch allem Namedropping zum Trotz lässt sich bei der Fülle an genialen, singenden Leadgitarren, dem meist hohen, aber trotz allem sehr variablen Tempo und der schieren Wucht, mit der UADA ihr Tagwerk verrichten, kaum umhinkommen, sich begeistert zurückzulehnen.

UADA klingen immer noch frisch, mitreißend und unverbraucht

Auch weil „Cult Of A Dying Sun“ ziemlich eingängig ausfällt. Gerade die verspielten Melodien sorgen immer wieder dafür, dass automatisch der Fuß wippt, der Kehlkopf mitsummt oder der Wunsch nach ausgiebigem Headbanging einsetzt. Untypisch gerade für mich. Aber sei es das fast schon dramatische „Snakes & Vultures“, das eben erwähnte „Sphere (Improvement)“ oder das mit fast schon schrillen Gitarren versehene „Blood Sand And Ash“ – es packt alles gnadenlos zu. Eine kleine Ausnahme stellt das rein instrumentale Zwischenspiel „The Wanderer“ dar, welches in ruhiger Gangart eine fast schon wehmütige Stimmung hervorzaubert und ebenso wenig langweilt.

Natürlich könnte man jetzt kritisch anführen, dass UADA kaum große Entwicklungssprünge gemacht haben. Aber diese beliebte Floskel bei Alben, die irgendwie nicht mehr zünden, ist hier völlig fehl am Platz. Denn „Cult Of A Dying Sun“ lebt einerseits davon, dass es den Kern der Band fantastisch repräsentiert und den eingeschlagenen Weg konsequent fortführt, und andererseits trotz verschiedener Querverweise unfassbar frisch und unverbraucht wirkt. Es dürfte eines der ganz großen Alben in diesem Jahr werden!

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25.05.2018

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8 Kommentare zu Uada - Cult Of A Dying Sun

  1. Dor Leo sagt:

    Echt jetzt 9Punkte? Für was und warum? Hab ich mir die Ohren nicht geputzt?
    Hat man sich den ersten Song The Purging Fire angehört hat, kann man sich den Rest des Albums sparen. Uada wiederholen nämlich diesen noch genau 5mal mit kleinen Abwandlungen. So schrammelt sich die Band und Guitarrero im gleichen Tempo ,Format und Tonfolge durchs Album, Schlagzeug und Bass bieten ebenso wenig Abwechslung wie die Vocals. Einzig The Wanderer bricht aus der Eintönigkeit, ist aber auch nur ein lebloses Instrumental ohne Atmosphäre.
    Der Vergleich mit Dissection setzt dem Review noch die Krone auf. Diese bieten mehr Abwechslung in einem Song (zB. Unhollowed) als Uada auf der ganzen Platte. Parallelen kann ich beim besten Willen nicht erkennen. Tut mir leid Jan, für mich hat das nix packendes , mein Album des Jahres wird’s wohl nicht.

    Sorry wenn mein Kommentar etwas harsch ausfällt, ich ärger mich über die Zeitverschwendung an diese 9 Punkte Empfehlung. Mir werden hier zu oft BM Veröffentlichungen euphorisch belobt und mit Superlativen bedacht statt kritisch unter die Lupe genommen.

    Mehr als 4 Punkte sind nicht drin.

    ……Dissection als Einfluss tzss,tzss,tzss ……

    Das soll jetzt kein Startschuss für den Wichtelknilch aus dem Finsterwald sein, der mir den Unterschied zwischen True, Untrue, guten und schlechten Labels erklärt. Spar dir die Luft.

  2. Nether sagt:

    Den Verweis auf Dissection und teilweise Mgla gibt es ja schon seit „Devoid Of Light“ und ist meines Erachtens nach auch nicht falsch.
    Ich gebe zu, ich habe beim Debut die Lobeshymnen auch zuerst nicht verstanden. Irgendwann hab ich sie dann live gesehen, es machte „Klick“ und seitdem liebe ich diese Platte.
    Nach den ersten 2 Durchläufen finde ich „Cult Of A Dying Sun“ sogar noch etwas runder.
    Dass sie 7 gleiche Stücke geschrieben haben, kann man so schlicht nicht stehen lassen.

    8/10
  3. Flint sagt:

    Eine tolle Review, Chapeau!
    Dieses Album ist durchweg fantastisch und wird bei mir genauso in Dauerrotation gehen wie schon der Vorgänger.
    Aus meiner Sicht gibt es keine „Durchhänger“, weshalb Uada das hohe Niveau des Debüts hier locker halten, auch wenn für eine Höchstwertung noch das gewisse Etwas fehlt.
    Was die Erwähnung von ‚Dissection‘ als Einfluss angeht: Damit kann ich mich schon anfreunden, schließlich geht es hier „nur“ um Einflussnahme, nicht um einen konkreten Einschlag.

    9/10
  4. tabarnak sagt:

    „ohne dabei die gewohnt große Promo-Maschinerie zu fahren“

    lol. Erstes Lebenszeichen der Band war ein Track Release auf Vice. Und später dann die Rezension des Albums Aufmacher des Feuilletons der WELT.

    1. unfurl999 sagt:

      Da liegst da falsch. Der Vice Artikel kam 2016. Uada ist das erste Mal live im Januar 2015 aufgetreten und viral ging das ganze meines Wissens durch den live clip vom Black Circle Fest 2015 auf Youtube.
      Zumal was kann denn die Band dafür wenn irgendwer bei WELT oder VICE die Musik cool findet. Beides ging sicherlich nicht von der Band oder Label aus.

      9/10
  5. Serge Michel Soppa sagt:

    Hallo Jan, danke für deine Review. Vieles vom Gesagten, kann ich nachvollziehen, dennoch möchte ich noch einiges dazu ergänzen. Die Herren von Uada können fraglos Musik machen, der Funke mochte bei mir trotzdem nicht so richtig überspringen. Dies hatte mehrere Gründe. Einerseits klingen viele Songs ziemlich ähnlich, insbesondere die erste Hälfte des Albums lässt im Puncto Kreativität noch Luft nach oben. „The Wanderer“ stellt hier für mich eine kleine Zäsur dar, wirken die Songs ab hier doch weniger homogen, entfalten etwas mehr eigenständigen Charakter als „The Purging Fire“, oder „Snakes + Vultures“. Auch das eigentlich recht starke „Cult of the dying Sun“, krankt leider an einem ständig wiederkehrenden Mangel des Albums, der übertriebenen Länge der Songs. Etwas gestraffter und mit einigen spontanen Tempowechseln, hätte das Werk authentischer, aggresiver und frischer gewirkt. So haftet ihm, nicht zuletzt wegen der Vice Promo, ein wenig der Geschmack des Hipster Black Metal an. Die Songs wirken teilweise konstruiert, etwas zu verkopft, ein wenig wie von einem Musikstudenten mit 1er Notenschnitt komponiert und das obwohl gesanglich durchaus eine beträchtliche Energie vorhanden ist, die leider nur selten vom braven Schlagzeug und den vorhersehbaren Gitarrenarrangements, mitgetragen wird. Eine Straffung der Spielzeit, könnte hier zu wünschenswerten Synergieeffekten führen. Erkennbares Talent, ist fraglos vorhanden, aber irgendwie fehlt mir etwas „Evil Vibe“…

  6. BlindeGardine sagt:

    Ein absolut gelungenes Album, grade der hohe Melodieanteil rechtfertigt zumindest Hinweise auf Dissection und MGLA, auch wenn Uada irgendwie…ja…rockiger und euphorischer daher kommen, weniger abgundtief düster. Für ein BM-Album ist das Teil natürlich sehr sauber produziert, stört bei dieser Spielart allerdings finde ich überhaupt nicht.

    Was das Gelaber von wegen Hipster Black Metal soll versteh ich nicht, habe ich auch bei Der Weg Einer Freiheit nie verstanden. Nur weil die auch Interesse außerhalb des tiefsten Untergrundes wecken? Wo eine Band stattfindet kann sie sich idR jetzt auch nicht unbedingt aussuchen, wie schon unfurl999 schreibt, wenn es bei VICE und Welt halt wer cool findet.

    8/10
  7. nili68 sagt:

    Außer, dass der erste Kommentar natürlich Unsinn ist, gibt es dem Review und den anderen Kommentaren nichts hinzuzufügen. Fetzt!

    9/10