



KURZ NOTIERT
Der Herbst ist für viele Metalfans eine herrliche Angelegenheit. Verzauberte Natur, steigende Melancholie, wachsender Hang zu Realitätsflucht – unsere Lieblingsmusik hat dahingehend allerhand zu bieten. Daher kommen VELNIAS aus dem naturmächtigen Bundesstaat Colorado sechs Jahre nach “Scion Of Aether” gerade richtig. An dem folkig-postig-doomigen Schwarzmetall des Quartetts, bei dem übrigens fast die gesamte Besetzung von BLOOD INCANTATION schon mal zugange war, hat sich kaum etwas geändert. Wer AGALLOCH, THE FLIGHT OF SLEIPNIR oder auch OCTOBER FALLS mag, kann hier ungeprüft ein Ohr riskieren. Denn atmosphärisch sind VELNIAS absolut ebenbürtig und erzeugen große, intime Gefühle für den nächtlichen Naturspaziergang. Nicht immer gelingt es ihnen in den meist überlangen Tracks, die Intensität aufrechtzuerhalten und die Spannungsbögen nachhaltig genug zu platzieren. Dass sie dazu durchaus in der Lage sind, zeigt ausgerechnet das längste Stück der Platte “Corporeal Anathema”. Zudem passt der etwas moderne Schlagzeugsound nicht ganz zur restlichen Klanglandschaft. Auf sehr hohem Niveau gemeckert ist “Substrate Haruspex” ein gelungenes Album, das in seiner Nische eine überzeugende, konkurrenzfähige Figur macht.

Johannes Werner






























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