Vennart - The Demon Joke

Review

Für viele Liebhaber experimenteller Klänge brach Anfang 2011 eine Welt zusammen, als die Briten OCEANSIZE ihr Ende verkündeten. Wie gut, dass Mike Vennart – seinerzeit der kreative Kopf der Truppe – es einfach nicht lassen kann. So hat der Engländer seit dem Split seiner langjährigen Hauptband stetig an neuem Material gewerkelt, welches er nun in Form seines Solodebüts „The Demon Joke“ der hungrigen Prog-Gemeinde vorstellt. Für die Platte hat sich Vennart, der sich nebenbei auch als Live-Gitarrist von BIFFY CLYRO verdingt, illustre Unterstützung ins Boot geholt: Denn mit Steve Durose (Gitarre, Background-Vocals) und Richard „Gambler“ Ingram (Synthies) sind zwei weitere ehemalige OCEANSIZE-Mitglieder auf dem Album zu hören.

Das hinterlässt natürlich hörbare Spuren in den zehn Songs. Oder anders gesagt: „The Demon Joke“ ist eine Platte, welche OCEANSIZE-Fans zu Teilen über den Verlust ihrer Lieblinge hinwegtrösten kann und wird. Denn auch wenn Vennart und Kollegen insgesamt wesentlich synthielastiger und reduzierter als zu früheren Hochzeiten agieren, hätten Songs wie das verträumte „A Weight In The Hollow“ und der getragene Schlusstrack „Amends“ in dieser Form auch bestens auf einem Album wie „Everyone Into Position“ funktioniert.

Letztlich wollen VENNART das schwere Erbe aber gar nicht erst antreten. „The Demon Joke“ ist vielmehr Mike Vennarts neue, eigenwillige und ungemein spannende Interpretation stimmungsvoller Gitarrenkunst, welche einerseits unverblühmt mit dem Pop flirtet („Infatuate“, „Operate“), andererseits aber auch dem kontemporärem Trend im Post-Rock- und Shoegaze-Segment folgt, nach welchem es gern ein paar Synthies und Samples mehr sein dürfen (siehe die zuletzt diesbezüglich auffällig gewordenen 65DAYSOFSTATIC und SLEEPMAKESWAVES). Insbesondere der überragende, weil atmosphärisch mitreißende Opener „255“ ist in diesem Zusammenhang der deutlichste Fingerzeig.

Dem gegenüber stehen bis aufs Allernötigste reduzierte Passagen, in denen auf stoisch-kargem Rhythmus- und Melodie-Fundament vordergründig die charakteristischen, nachdenklichen Vocals Mike Vennarts in den Fokus rücken. Dass sich dabei einige wenige Längen einschleichen („Don’t Forget The Joker“, „Doubt“), ist nicht von der Hand zu weisen – allerdings bekommen VENNART letztlich immer die Kurve und servieren mit „Duke Fame“ obendrein noch einen überraschend ruppigen Stoner-Rock-Space-Hybriden.

Am Ende gelingt Mike Vennart der eindrucksvolle Beleg, dass er auch nach OCEANSIZE noch relevante Musik schreiben kann. Natürlich ist „The Demon Joke“ neben „Self-Preserved While The Bodies Float Up“ das bislang eigenwilligste Werk unter seiner Federführung. Folglich sollten auch aufgeschlossene Hörer die Platte vor dem Kauf zunächst ausgiebig antesten. Allerdings: Nimmt einen VENNARTs Klangkosmos erst einmal gefangen, gibt es kaum ein Entkommen. In diesem Sinne: Willkommen zurück!

Mist, hier tut was nicht.Whoops! Hier sollte eigentlich ein Video- oder Audio-embed erscheinen. ...

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22.06.2015

"Am Ende isses immer Arbeit."

Der metal.de Serviervorschlag

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