Voodoma - Dimension V

Review

„Dimension V“ ist eine ganz schön harte Nuss was das Bewerten angeht und seit ich die Scheibe zum ersten mal gehört habe, schwanke ich nun, ob ich sie nun „richtig“ gut oder eben nur in Ordnung finden soll. Denn auf der einen Seite bieten Voodoma mit ihrem ersten Full Length Output einen coolen Hardrock/Metal Mix, der mit eingängigen Ohrwurmmelodien begeistert und die Gehörgänge gleich beim ersten Hören so richtig schön eincremt. Mit absolut radiotauglichen Refrains und abwechslungsreichen Songs ist das Album ein klassischer Sofortzünder, der niemandem wehtun will. Womit wir bei der anderen Seite der Medaille wären: es klingt alles einfach zu schön um wahr zu sein, was einen immer stutzig machen sollte! Und tatsächlich, unter der glatten Oberfläche verbergen sich tatsächlich ein paar Schnitzer. Zum einen verpasst das omnipräsente Keyboard dem Material einen wirklich zuckersüßen Anstrich, aber wie bei zu vielen Süßigkeiten wird einem auch hier bei übermäßigem Konsum irgendwann schlecht. Wieso hat man nicht einfach öfter ein echtes Klavier eingesetzt anstatt des Kuschel-Weichspülers? „Slave Of Light, Kind Of Dreams“ zeigt doch eindrucksvoll, dass das einfach viel besser und prägnanter klingt! Was jedoch noch schwerer wiegt als dieses im Vergleich eher kosmetische Detail, ist das Songwriting. Zweifelsohne wissen die Westfalen wie man eingängige Songs schreibt, doch geschieht das häufig auf Kosten der spielerischen Vielfalt. In den gemächlichen Songs, die auf der Platte vorherrschend sind, scheint einfach kein Platz zu sein für ausgefallene Experimente, weshalb Drumming und Bassspiel nie hörbar über konstante Basics hinausgehen. Mehr Abwechslung hätte der Scheibe hier sicher gut getan, denn bei wiederholtem Hören erschließen sich einem kaum neue Details in den Songs. Dafür wird bereits beim ersten Durchlauf mal wieder deutlich, dass es in der Musik einfach einige allgegenwärtige Riffs und Melodien gibt, die in unterschiedlichen Kontexten seit Jahrzehnten immer und immer wieder Hiterfolge garantieren. So kennt man das Riff aus „Salvation Calling“ bereits aus HIMs „Right Here In My Arms“, „High Again“ erinnert schwer an den 80er Hit „Because The Night (Belongs To Lovers)“ und Track Nummer 8, „Somewhere In Life“, hat man in ähnlicher Weise schon als „House Of Fire“ auf Alice Coopers „Trash“-Album gehört. Einen Vorwurf soll diese Aufzählung nicht darstellen, man freut sich doch immer, alte Bekannte wiederzutreffen, sondern eher noch einmal auf meinen Zwiespalt hinweisen, wie dieses Werk denn nun zu bewerten sei. Aber weil ich mit „Dimension V“ durchaus meinen Spaß hatte und die Platte insgesamt wirklich sehr eingängig geraten ist, soll es nicht zu ihrem Nachteil sein. Wo kämen wir denn auch hin, wenn man jetzt schon bemängeln würde, wenn eine Scheibe mal auf Anhieb gefällt?

24.07.2004

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