Warlock - Triumph And Agony

Review

Als die Düsseldorfer Formation WARLOCK 1982 auf der Bildfläche erscheint, sind Frauen in Metalbands noch eine absolute Rarität. Mit Sängerin Doro Pesch hat die Truppe demnach ein absolutes Alleinstellungsmerkmal. 1987 ist die Dame bereits das einzige verbleibende Gründungsmitglied. Doch bevor aus der Band endgültig ein Soloprojekt wird, erscheint mit „Triumph And Agony“ noch ein letztes WARLOCK-Album.

„Triumph And Agony“ verliert keine Zeit

Der wichtigste Song steht direkt am Anfang: „All We Are“. Diese Mitsinghymne braucht keine 20 Sekunden, um den Hörer zu packen. Ohne „All We Are“ wäre Doros Karriere sicherlich anders verlaufen. Es ist ihr „Highway To Hell“; ihr „Smoke On The Water“. Von manchem Härtefanatiker wird der Track gerne belächelt. Doch sowohl der eingängige Refrain, als auch das Riffing sind zeitlos genial und werden auf DORO-Konzerten für immer unverzichtbar sein. Danach folgt mit „Three Minute Warning“ eine knackige Power-Nummer. In der erreicht Doro stimmliche Höhen, die selbst Rob Halford zu seinen Glanzzeiten ein mehr als respektvolles Nicken entlockt hätten.

Doch damit ist noch lange nicht genug. „I Rule The Ruins“ ist ein weiterer Hammersong, der ein Speed-Riff mit MANOWAR-Gedächtnisstrophe und einem supereingängigen Refrain verbindet. Den Aggressions-Level steigern WARLOCK nur noch mit „A Touch Of Evil“. Doro schreit sich ein weiteres Mal die Seele aus dem Leib, sodass man beinahe um ihr Leben fürchtet.

WARLOCK schwächeln

Einziger Totalausfall auf „Triumph And Agony“ ist die peinliche Schmalzballade „Make Time For Love“. Nicht nur ist der Text selbst für WARLOCK-Verhältnisse äußerst naiv geraten, auch musikalisch versinkt der Song im absoluten Kitsch. Dem gegenüber steht als Albumabschluss das Gänsehaut erzeugende „Für Immer“. Die überwiegend deutschsprachigen Lyrics stehen der Sängerin verdammt gut zu Gesicht. Dank des stetig weiter aufgebauten Bombasts, bildet sich ein bis zum Schluss ansteigender Spannungsbogen. Hier kommen echte Gefühle rüber. Neben „All We Are“ der zweite für alle Zeit unsterbliche Hit des Albums.

Den Großteil der Kompositionsarbeit für „Triumph And Agony“ teilt sich Doro mit Joey Balin. Der amerikanische Produzent ist außerdem auch für den Sound der Platte verantwortlich. Er findet dabei genau den richtigen Kompromiss zwischen rotzig und aufgeräumt, um dem abwechslungsreichen Songmaterial gerecht zu werden.

„Triumph And Agony“ ist nicht nur das letzte Aufbäumen von WARLOCK, sondern auch eines der besten deutschen Metal-Alben überhaupt. Wer diesen Klassiker nicht kennt, sollte das schleunigst nachholen. Unter dem DORO-Banner hat Frau Pesch nie wieder eine solch starke Platte veröffentlicht.

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15.08.2018

"Irgendeiner wartet immer."

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2 Kommentare zu Warlock - Triumph And Agony

  1. BlindeGardine sagt:

    Jaja, dat Doro is schon en schwieriges Thema. Tatsächlich ist „Triumph & Agony“ auch das einzige Album von/mit ihr, dem ich problemlos den Stempel „sehr gut“ aufdrücken würde. Man mag von der Dame und dem Kitsch den sie danach so veröffentlicht hat halten was man will, aber „Triumph & Agoy“ ist einfach ein hörenswertes Heavy Metal Album. Schön eingänig, einige klasse Riffs und Doro hat nunmal ne tolle Stimme. Schade, dass man ihr dafür später keine guten Songs mehr geschrieben hat.

    8/10
  2. Andreas66 sagt:

    Durch diese Platte bin ich zum Metal gekommen…
    Und damals habe ich sie nur gekauft, weil ich das Cover so geil fand (Ich war 12).
    Und daheim hat mich die Platte komplett umgehauen…

    Auch heute findet sie noch immer mal nen Platz auf dem Plattenspieler…oder auch mal im Stream. 😉

    ALL WE ARE!!!!

    10/10