Wendigo - Initiation EP

Review

Eine Handvoll Halunken aus dem hohen Norden hat sich aufgemacht, den Hard Rock in die Welt hinauszutragen. So weit ist das erst einmal nichts sonderlich Bemerkenswertes. Womit das größte Problem der friesischen Truppe WENDIGO schon hinreichend umrissen wäre. Denn was die Mannen um Fronter Jörg „Schorsch“ Theilen auf ihrer Debüt-EP „Initiation“ aufs Band gebracht haben, lärmt respektabel und mehr als solide daher – ist aber eben auch absolut frei von Überraschungen.

Der Fünfer rifft und rockt sich auf seinem Erstling durch das klassische Rock-Repertoire, agiert dabei handwerklich souverän und macht bei den drei Kompositionen auf „Initiation“ tatsächlich wenig falsch. Der Opener „Play It“ ist ein flotter Rocker, der allerdings nach wenigen Momenten erahnen lässt, welche Helden sich WENDIGO in den Proberaum gehängt haben: Brian Johnson und AC/DC sind und waren jedenfalls wesentliche Inspirationsquelle für die Mannen aus Schortens. Entsprechend vorhersehbar ist das Ganze dann aber auch: Ein simples, griffiges Riff, ein geradliniger Refrain, ein paar Runden durch die Pentatonik und Theilens prägnanter und treffsicherer Gesang – fertig ist eine brauchbare Rock-Nummer.

Eine ebensolche ist dann auch das anschließende „Sail On“, das mit etwas kernigerer, bluesiger Klangfärbung und eingängigem Refrain zum stärksten Track der Scheibe avanciert. Das abschließende „Holy Hypocrite“ ist dann noch einmal der Versuch, etwas Abwechslung ins Spiel zu bringen. Allerdings bewirkt der ausgedehnte und schleppende Anfangspart eher das Gegenteil: Denn anstatt der eher einschläfernden Klänge wünscht sich der Hörer vielmehr die Band der ersten zwei Songs zurück. Immerhin nimmt der Schlusstrack gegen Ende dann noch einmal Fahrt auf – einige nette Soundspielereien im Schlusspart inklusive.

Was WENDIGO auf „Initiation“ anbieten, ist zweifelsfrei nett. Das allerdings wird nicht reichen, um außerhalb der Stadtgrenzen nennenswert auf sich aufmerksam zu machen. Die Band wäre auf ihrem künftigen Weg jedenfalls gut beraten, wenn sie ihre Liebe für die Legenden der 80er- und 90er-Jahre noch mit ihrer eigenen Würze versieht – sicherlich eine Herausforderung für eine ehemalige Cover-Truppe. Ganz unabhängig davon aber gilt: Diese Musik gehört nicht wirklich in den Plattenschrank, sondern auf ein Biker-Fest, auf gemütliche Festivals, in einen Rockerschuppen – auf die Bühne halt.

15.09.2016

"Am Ende isses immer Arbeit."

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