Wine From Tears - Glad To Be Dead

Review

WINE FROM TEARS sind seine 2002 gegründete Death-Doom-Metal-Band aus Russland, welche 2009 ihr Debütalbum „Through The Eyes Of Mad“ veröffentlicht haben. Inzwischen liegt ihr zweites Album mit dem bezeichnenden Titel „Glad To Be Dead“ vor. 

Vielleicht ist dies nicht die beste Jahreszeit, um sich solch ein düsteres, melancholisches Werk zu Gemüte zu führen, doch die Musik sorgt schon alleine für entsprechende Atmosphäre. Langsame, prägnant schwere Rhythmusgitarren, traurige Moll-Leads, schaurige Keyboards, schleppend wuchtiges Schlagzeugspiel, harsche Growls sowie klarer Gesang sind die nicht gerade untypischen Zutaten für den Death-Doom-Metal mit Gothic-Metal-Schlagseite der Russen. Dabei sind die tiefgängigen Stücke sehr harmonisch strukturiert. Leider sind aber die Growls bei WINE FROM TEARS nicht gerade stark, da zu eintönig, ein echtes Manko. 

„Glad To Be Dead“ beginnt mit dem instrumentalen Piano Intro „For Those Who Died Asleep“, einer abgewandelten melancholischen Doom/Gothic Version von Chopin’s „Marche Funebre“, versehen mit Naturgeräuschen, wodurch sich gleich eine besondere Atmosphäre aufbaut und das folgende langsame „Allergic Sun“ eingeleitet wird. Dunkle heavy Gitarren, Keyboards und tiefe Growls ziehen gleich runter, der klare Gesang setzt Akzente. Das Stück erinnert dabei an die ganz frühen KATATONIA. Das folgende „What Are You Waiting For?“ stößt den Hörer noch tiefer in den Abgrund, mit schmerzvollem Gesang, klagend schweren Gitarren, traurigen Melodien, schleppenden Rhythmen. Die Einflüsse von MY DYING BRIDE sind hier nicht von der Hand zu weisen. Das Lied trägt viel Energie in sich, und man wartet eigentlich die ganze Zeit, dass sich diese in einem schnellen Ausbruch entlädt, welcher leider aber nicht folgt. Das Keyboard geleitet den Hörer weiter zu „In Memory Of The Truth“. Die tollen Melodien sind hier sehr einprägsam, der klare Gesang ist gut. Hier sind die doomigen Riffs im Verhältnis stärker im Fokus, die Keyboards sind mehr im Hintergrund. Das Stück wird im Verlauf flotter und sorgt damit für Dynamik, leider wird der gute Eindruck von den unpassenden Growls etwas geschmälert. „Let Me In“ geht dort weiter, wo der vorherige Song aufgehört hat, zuerst langsam, steigert sich das Lied gegen Ende hin zu einem energischen Ausbruch. Das folgende „Like A Fallen Leaf“ ist schön klassisch gehalten, mit in diesem Fall schönem Duell der Growls und dem klaren Gesang, und erinnert von der Struktur an SATURNUS. Wer denkt bei „The Light At The End Of The World“ nicht an die bereits erwähnten MY DYING BRIDE, hier ist es aber tatsächlich ein (absichtlich gewählter?) Songtitel von WINE FROM TEARS. Das epische, variantenreiche Stück mit über 10 Minuten Länge vereint nochmals alle Elemente in sich, wofür „Glad To Be Dead“ steht, und ist das eigentliche Highlight des Albums. Das abschließende „Silence No More“ unterscheidet sich stark vom Rest. Es ist der schnellste und gleichzeitig kürzeste Song des Albums, außerdem fehlen die Growls vollständig, dafür gibt es weiblichen Gesang. Eigentlich ist das Lied hier kein Doom mehr, vielmehr gehen WINE FROM TEARS hier Richtung Gothic Rock/Metal und ähneln damit bspw. LACUNA COIL. Als weitere vergleichbare Bands zu WINE FROM TEARS seien hier noch SWALLOW THE SUN und DRACONIAN angeführt.

Die Produktion des Albums ist gut, so wirkt die Band sehr präsent, der Sound ist kalt und mit viel Hall versehen, was gut zum Death Doom Metal passt.

WINE FROM TEARS  haben mit „Glad To Be Dead“ ein zwar null innovatives, im Gesamten aber gutes, atmosphärisches Album vorgelegt, dessen Stärken in den eingängigen, traurigen Melodien, den kräftigen Riffs und dem emotionalen, klaren Gesang liegen. An den Growls muss hingegen noch gearbeitet werden, und es hätte mich ehrlich gesagt auch nicht gestört, wäre „Silence No More“ nicht auf dem Album enthalten, denn „The Light At The End Of The World“ ist der eigentlich krönende Abschluss.

31.07.2013

Geschäftsführender Redakteur (Konzertakkreditierungen, News, Test Audioprodukte)

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