Zandelle - Perseverance

Review

Ich habe keine Ahnung, warum es nach dem formidablen “Flames Of Rage” satte sechs Jahre gedauert hat, bis ZANDELLE mit einem weiteren Longplayer um die Ecke kommen. Das 2011 veröffentlichte Album “Shadows Of The Past” lassen wir einmal außen vor, denn dort wurden lediglich alte Songs neu aufgenommen. Es mag mit den Besetzungswechseln innerhalb der Band zu tun haben, dass “Perseverance” erst jetzt das Licht der Welt erblickt, denn abgesehen von Sänger George Tsalikis (der einzigen Konstante im Line-up) und Drummer Joe Cardillo wurde die Mannschaft wieder auf einigen Positionen verändert.

An der musikalischen Ausrichtung hat sich durch die Wechsel allerdings nicht allzu viel geändert. Die Marschrichtung heißt noch immer progressiv angehauchter US Metal. Das wiederum bedeutet, dass viele Songs auf “Perseverance” erst nach mehrmaligem Hören ihre Ohrwurmqualitäten entfalten, wie zum Beispiel in “Unending Fortitude”. ZANDELLE gelingt die Balance zwischen anspruchsvollem Songwriting und packenden Melodien erneut sehr gut. Was sich hingegen im Vergleich zum Vorgänger geändert hat, ist die Gewichtung Gitarre/Keyboard. Wo sich auf dem vorherigen Album noch zwei Gitarristen austoben durften, stehen sich heute mit Rückkehrer T. W. Durfy an der Gitarre und Josh Tuckman an den Keys ebenbürtig gegenüber. Das, und hier sind wir auch schon beim ersten von zwei Kritikpunkten, hat zur Folge, dass die Gitarre an einigen Stellen zu sehr in den Hintergrund tritt und weiche Keyboardsounds das Geschehen bestimmen.

Was wäre das Album für ein Brett, wenn man hier mit zwei Gitarren agiert hätte – ich würde glatt die Zehn ziehen. Auf der anderen Seite unterstreichen die Keys die progressivere Ausrichtung auf “Perseverance”, was per se natürlich nicht verkehrt ist. Trotzdem hätte man – hier kommt Kritikpunkt zwei – den Mix besser genauer unter die Lupe genommen. Durch diese teilweise zu dominante Präsenz des Keyboards geht dem Album eine Menge Power verloren, was einen unweigerlich an diverse Produktionen aus den Achtzigern denken lässt, wo sehr gutes Songmaterial schlecht produziert wurde. So weit will ich hier gar nicht gehen, denn das würde ein falsches Licht auf “Perseverance” werfen. Die Songs sind durch die Bank extrem stark und bieten exquisiten US Metal. Außerdem schlagen ZANDELLE mit ihrem fünften Album definitiv ein spannendes neues Kapitel in ihrer Historie auf.

Wenn man “Perseverance” also auf sich wirken lässt und den etwas dünnen Sound nicht beachtet, entdeckt man die eine oder andere ganz große Melodie und massig coole Riffs. Ich jedenfalls freue mich, dass ZANDELLE wieder da sind und mit “Perseverance” erneut ein bärenstarkes Album abgeliefert haben, das auch durch seine neuen Facetten punkten kann.

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11.08.2015

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