Zero Division - Through The Night

Review

“We Are Glam Rock Reborn“, so lautet der Slogan der Bonner Band ZERO DIVISION. Daraus ergibt sich auch das erklärte Ziel der fünf Jungs, den Glam Rock der 80er Jahre auf ein neues Level zu heben. Dieser sehr hoch gesteckten Anforderung der Truppe soll die in Eigenregie produzierte EP “Through The Night“ gerecht werden.

Optisch erinnert zunächst nichts an Glam Rock. So fällt die Band weder durch bunte Spandexhosen, noch bombastisch auftoupierten Matten auf und ähnelt eher Jurastudenten als in den 80ern stecken gebliebenen Glam Rockern. Auch ein Blick auf das Cover würde zunächst keinen Aufschluss über den Musikstil geben, einzig Vokalist Rufus Blake lässt durch den Einsatz von Eyeliner und Nietenhandschuhen erahnen, womit man es hier zu tun hat.

Musikalische erfährt die Platte mit dem Opener “Deflektor“ einen verheißungsvollen Einstand, so wartet der Song mit einem absolut eingängigen Refrain auf und wird live sicher großen Anklang beim Publikum finden. Schon hier zeigt sich, dass in der Band viel Potenzial schlummert, was Songwriting und Melodien betrifft.
Der Titeltrack der acht Lieder umfassenden EP kann zwar in Punkto Eingängigkeit nicht mit dem Opener mithalten, besticht aber durch einen groovigen Rhythmus, der zum Mitwippen animiert. Auch Gitarrist Jonny C. Maverick zeichnet sich mit einem passenden Solo aus.
Musikalisch etwas exotisch geht es mit “Rain (Not On Me)“ weiter, finden sich doch in diesem Stück New Wave–Elemente und man fühlt sich unweigerlich an Bands wie z.B. DEPECHE MODE erinnert.
Nach diesem Ausflug in andere Gefilde geht die Band bei den folgenden Nummern zum Glück wieder straighter zu Werke. “Children Of The Void“ wird von einem groovigen Gitarrenpart eröffnet und entwickelt sich zu einem starken Rocksong, der, einmal gehört, die Gehörgänge nicht mehr so schnell verlässt. Das macht den Song, neben “Deflektor“, zum stärksten Track des Silberlings. “Dreamland“ kann dieses Niveau leider nicht halten und wirkt auf der Platte etwas verloren. Das nachfolgende “Supersonic Proving Grounds“ lässt diese kleine Schwäche aber vergessen und hebt das Niveau mit seiner rockigen Attitüde und dem abermals markanten Refrain nochmals merklich.

Was fehlt denn nun noch für eine amtliche Glam Rock-Scheibe? Genau, die Balladen! Auch damit können die Mannen aus Bonn dienen. Sowohl “Frozen Heart“ als auch der Bonustrack “Die Alone“ erweisen sich als richtig gute Nummern mit eigenem Flair, bei denen vor allem Sänger Rufus Blake zeigen kann, wie viel Gefühl in seiner Stimme steckt. Auch das teilweise etwas deplatziert wirkende Keyboardspiel von Nathan Sky entfaltet bei diesen zwei Tracks seine ganze Wirkung und rundet den Gesamteindruck der Powerballaden gekonnt ab.

Zusammenfassend kann man ZERO DIVISION bescheinigen, mit “Through The Night“ ein solides erstes Lebenszeichen produziert zu haben, allerdings sollten meines Erachtens die Keyboardelemente etwas dezenter gehalten werden. Nichtsdestotrotz sind hier fünf talentierte Jungs am Werk, von denen man sicher noch hören wird.

04.10.2010

Der metal.de Serviervorschlag

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