Secrets Of The Moon
Das meint die Redaktion zu "Privilegivm"

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Secrets Of The Moon

Auch in der Metal.de-Redaktion wurde „Privilegivm“, das neue Album von SECRETS OF THE MOON, mit Spannung erwartet, immerhin gibt es im Team einige bekennende Fans. Insgesamt findet ihr hier drei weitere Reviews.


 

Nicht selten wurde im Zusammenhang mit SECRETS OF THE MOON gerne die Referenz SATYRICON genannt. Natürlich nicht zwingend im musikalischer Hinsicht, nein. Es dürfte eher der Wille am Experimentieren und der tonalen Unberechenbarkeit gelegen haben, die genannten Vergleich in so manchen Kopf eingehämmert hat. Nun liegt mit „Privilegium“ also das nunmehr vierte Studioalbum der Osnabrücker vor und wirft, vielleicht zum ersten Mal zurecht, genannten Vergleich vor die Füße. Dummerweise liegt das heuer eher an dem Fakt, dass SECRETS OF THE MOON, ähnlich wie das norwegische Superstarduo, eine Formel gefunden zu haben scheint, an der man sich festkrallt.

Soll heißen, dass der auf „Antithesis“ eingeschlagene Weg von Progressivität zu simplen Songstrukturen ohne Umschweife aufgegriffen wurde. Mehr Powerchordorientierte Heaviness, weniger bis gar keine Melodieläufe, langsames, grooviges Drumming et cetera. So kristallisiert sich die Platte recht schnell als Unterfangen heraus, dass den Eindruck vermittelt keine Gefangenen machen zu wollen. Kaum eine Songstruktur scheint sich vom Attribut lösen zu können ein seitens der Band bewusster Nachfolger von „Antithesis“ zu sein. Wie erschreckend schnell sich die Songs demnach im Mittelmaß wiederfinden, brauche ich an dieser Stelle leider kaum zu erwähnen. Songs wie „Queen Among Rats“ oder das überlange „Harvest“ hätten zwar als nette Abwechslung auf ein Album wie „Carved In Stigmata Wounds“ (übrigens bisher seitens der Band meiner Meinung nach leider unerreicht geblieben) gepasst, im Kontext zu den ohnehin vor sich hin dümpelnden Stücken gipfeln sie allerdings in purer Langeweile. Schade.

Einzig positive Ausnahmen, die „Privilegium“ dem Hörer zu bieten scheint sind der an die „Exhibitions“-EP erinnernde Opener und das wohl überraschenste Stück der Platte „Shepherd“. Letzteres dürfte die erste Ballade der Band darstellen und ist mit seinen sphärischen Rock-Anleihen plus Klargesang tatsächlich eine nette Abwechslung zum bisherigen Schaffen der Band. Ansonsten wecken SECRETS OF THE MOON das klamme Gefühl in mir, ihr so scharfes Pulver, welches sie auf „Carved In Stigmata Wounds“ lagerten, verschossen zu haben. Das ist natürlich eine drastische Formulierung, gerade in Anbetracht der Tatsache, dass die Band mit schweren personellen Rückschlägen zu kämpfen hat. Vielleicht birgt sie jedoch den Weckruf in sich, dass eine sicherlich nach wie vor ambitionierte Band in Zukunft gerne wieder etwas mutiger und ungestümer zu Werke darf . Und im (Black-)Metalzirkus dürfte es wohl eher ein Kompliment an sein Schaffen sein, wenn man Weiterentwicklung erwartet…

Sebastian: 6/10


Meine Meinung ist in diesem Fall vielleicht ein interessanter Ansatz, da dies meine erste Berührung auf Platte mit SECRETS OF THE MOON ist. Nachdem das durchaus als komplexes Konstrukt anzusehende Album mehrfach durch meine Anlage rotiert ist, bildet sich in meinem Kopf unwillkürlich eine Meinung, die wohl nicht zu unrecht von vielen Journalisten vertreten wird. Unter dem Vorbehalt, dass dies definitiv kein pauschalisierter 1:1-Vergleich werden kann, lassen sich doch einige klare Parallelen zu neuen SATYRICON aufzeigen. Der wesentliche Unterschied zwischen Letzterem und „Privilegivm“ liegt allerdings darin, dass es SECRETS OF THE MOON im Gegensatz zu den Norwegern (noch immer) schaffen, eine gewisse düstere Magie, einen okkulten Rahmen, in ihre Musik zu legen.

Der erste Song nach dem knapp zweiminütigen Intro, spricht in diesem Zusammenhang Bände. „Sulphur“ ist ein stark vom Midtempo betontes Stück Schwarzmetall, das durch einen clever eingewobenen rockigen Akzent einen charakteristischen Geschmack annimmt, der den Grundton des atmosphärischen Black Metal aber zu keiner Zeit zerstört oder auch nur angreift. Eben das gelingt SATYRICON heutzutage, wenn man ehrlich ist, gar nicht mehr, deren Stücke vermodern zu langweiligen angeschwärzten Rocknummern, während Songs wie das angesprochene „Sulphur“ oder die strukturell stark an „Now Diabolical“ erinnernde Nummer „I Maldoror“ schlichtweg an der Substanz kratzen und unter die Haut gehen.

Problematisch wird es meistens dann, wenn SECRETS OF THE MOON eine gewisse Zeitspanne knacken, denn stellenweise wirkt „Privilegivm“ etwas langatmig und kann die oftmals extrem spürbare Spannung und Atmosphäre nicht ganz aufrechterhalten. Nachdem sich gute Stücke und etwas zu sehr in die Länge Gezogene die Klinke in die Hand drücken, spielen die Osnabrücker ihren letzten Trumpf auch ganz zuletzt aus. Das mit beschwörenden Klargesängen aufwartende „Shepherd“ verursacht nochmals wahnsinnig Gänsehaut und bildet somit zum Abschluss den Höhepunkt, das Sahnehäubchen des Albums. Aufgrund der vielen sehr starken Momente, gibt es von mir dennoch knappe

Patrick: 8/10


Auf „Privilegivm“ verfolgen SECRETS OF THE MOON ihren Weg konsequent weiter, so viel muss man ihnen lassen. Ganz in Ähnlichkeit zu SATYRICON konzentrieren sie sich offenbar darauf, die Essenz, das Grundfeeling ihrer Musik zu kanalisieren und zu dichten und eindringlichen Kompositionen zu destillieren, ohne viel Schnickschnack und häufig auch zu Lasten von Dynamik und Abwechslungsreichtum. Nichtsdestotrotz wohnt Songs wie „I, Maldoror“ oder dem monumentalen Dreiteiler „Harvest“ eine solche Intensität inne, dass man ihnen ihre Entwicklung auch angesichts solcher Meilensteine wie „Carved In Stigmata Wounds“ nicht verdenken kann. „Privilegivm“ wirkt düster, persönlich und ambitioniert, jedoch mangelt es zeitweise auch einfach an Ideenreichtum.

Timm: 8/10

Galerie mit 29 Bildern: Prophecy Fest 2016 – Freitag – Secrets Of The Moon
14.09.2009

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