Running Wild - The Final Jolly Roger

Review

Nachdem Rock’N’Rolf unserem Magazin im April 2011 bereits sein absolut letztes Interview gegeben hat, steht jetzt mit “The Final Jolly Roger“ auch die definitiv letzte Veröffentlichung der Vorreiter des Piraten Metal in den Regalen.

Dabei hatte die Musik, die Rolf und seine Mitstreiter vor gut 30 Jahren kreierten herzlich wenig mit dem zu tun, was Bands wie ALESTORM heute als Piraten Metal verkaufen. Inspiriert von den frühen Heavy Metal Bands wie JUDAS PRIEST und Hard Rock Combos wie KISS oder SLADE, bieten auch RUNNING WILD seit 1979 ehrlichen und deftigen Heavy Metal. Mit diesem haben sie selber wiederum andere Musiker beeindruckt, die sich später unter den Namen HELLOWEEN und GAMMA RAY zusammen schlossen und somit die sogenannte Hamburger Schule mitbegründeten. 2009 war dann alles zu Ende. Mit einem letzten Gig auf dem legendären Wacken Open Air verabschiedete sich das Quartett von der Bühne. Genau dieser Auftritt ist damals auch für eine Live-DVD aufgenommen worden, die Anno 2011 unter dem Namen “The Final Jolly Roger“ erscheint.

Herzstück dieser Silberscheibe ist selbstverständlich das Konzert, bei dem die Band mit schwierigen Witterungsbedingungen zu kämpfen hatte. Regen und Kälte setzten nicht nur den Musikern zu, sondern auch den Fans. Diese ließen sich jedoch nicht lumpen und strömten trotzdem zahlreich vor die Bühne um ein letztes Mal mit ihren Idolen zu feiern. Die Kameras haben dieses spezielle Feeling, dass so nur auf einem Festival entstehen kann, perfekt eingefangen. Nicht nur das Sauwetter wird dem Zuschauer in seinem gemütlichen Fernsehsessel deutlich, sondern auch die ganz besondere Stimmung, die  entsteht, wenn eine Band vor einer großen Fan-Masse und quasi gegenüber des Sonnenuntergangs spielt. Dabei entstehen wundervolle Bilder, welche die romantische Stimmung einer Open Air Veranstaltung mehr als perfekt wiedergeben. Auch die Tonqualität auf “The Final Jolly Roger“ geht in Ordnung. Allerdings hätte man sich für einen perfekten Hörgenuss doch etwas mehr als eine 2.0 Ausstattung gewünscht.

Das Bonus-Material entführt den Zuschauer dann noch einmal gelungen in die frühen Hochzeiten von RUNNING WILD. Impressionen der Touren von 1994 und 1996 und Eindrücke, die während der Aufnahmen zum 1995 Album “Masquerade“ entstanden sind, entführen nicht nur in die Frühzeiten dieser Ausnahmeband, sondern atmen auch den Geist der 90er Jahre, so dass sich der ein oder andere ganz abrupt in seine Jugend zurück versetzt fühlt. Daneben gibt es noch zwei Interviews, die im Mai 2009 und während des Wacken Open Air 2009 entstanden sind. Diese wirken zwar ob ihrer Ausführlichkeit, manchmal etwas zäh, bieten allerdings auch viele Informationen und tiefe Einblicke, vor allem in die Frühphase der Bandgeschichte.

Insgesamt ist “The Final Jolly Roger“ ein gelungener Abschluss für über 30 Jahre Bandgeschichte. Wer die Band schon länger kennt, der kann hier noch einmal die wichtigsten Stationen miterleben. Wer RUNNING WILD bisher eher am Rande wahrgenommen hat, der wird sich besonders an den nostalgischen Rückblicken erfreuen. Und wem Rock’N’Rolf und seine Mitstreiter bisher noch kein Begriff waren, für den stellt diese DVD einen gelungenen Einstieg in das Werk der Hamburger dar. Lediglich die technische Ausstattung, gerade in Bezug auf den Sound, ist etwas mager. Zumal die Produktion dieses Silberlings satte zwei Jahre in Anspruch genommen hat.

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26.06.2011

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