The Ruins Of Beverast - Tempelschlaf

Review

Galerie mit 20 Bildern: The Ruins Of Beverast - De Mortem Et Diabolum 2024

Alexander von Meilenwald eröffnet das Jahr 2026 mit dem siebten Langspieler von THE RUINS OF BEVERAST. Bei „Tempelschlaf“ handelt es sich allerdings diesmal nicht um ein Konzeptalbum und auch an das Songwriting ist das Mastermind etwas offener und, zumindest im Bandkontext, etwas mehr frei nach Schnauze herangegangen.

THE RUINS OF BEVERAST gehen es etwas lockerer an

Entstanden ist daraus eine Platte mit einer etwas loseren Songstruktur und mit kompakteren Einzelstücken, die aber immer noch alles andere als leicht konsumierbar sind und zu jeder Zeit den Spirit von THE RUINS OF BEVERAST atmen. So greift der knapp zehnminütige Titeltrack beispielsweise gleich diverse Trademarks des Vorgängers auf. Der ruhige, meditative Aufbau mit einem Fokus auf mächtigen Trommeln, entrückten Gitarren und durchgängigem, etwas nach Dave Gahan (DEPECHE MODE) klingendem Klargesang erinnert unweigerlich an „The Thule Grimoires“, gibt aber keineswegs die Marschrichtung des kompletten Albums vor.

Denn danach macht „The Day Of The Poacher“ mit Uffta-Beat, punkiger Rhythmik und gekeiften Vocals quasi eine 180-Grad-Drehung und lässt einem nach dem sehr getragenen Opener doch erstmal etwas verdutzt zurück. Zum Ende hin halten zwar auch schwere Doom-Riffs und finstere Ritual-Gesänge Einzug, für THE RUINS OF BEVERAST wirkt die Nummer aber trotzdem erstmal ungewöhnlich, etwas krude und sie gehört ehrlicherweise auch nicht zum stärksten Material, das Meilenwald bisher abgeliefert hat.

Meilenwald hat ein paar Überraschungen und viel Bekanntes parat

„Cathedral Of Bleeding“ klingt dann mit seiner Mischung aus düsteren Gitarrenmelodien, donnerndem Schlagzeug und Breitwand-Doom-Death mit kurzen Black-Metal-Ausbrüchen, bei dem Klargesang und grollende Shouts gleichberechtig nebeneinanderstehen, wieder mehr nach dem, was man von THE RUINS OF BEVERAST gewohnt ist. Bei „Alpha Fluids“ geht es dann aber doch wieder rabiater zu; Meilenwald bellt hier wie Tom G. Warrior und auch sonst hat die Nummer einen sehr ruppigen CELTIC FROST-Vibe, bevor zum Ende des Songs hin mit ein paar sehr abgefahrenen Keyboard- und Synthesizer-Sounds herumexperimentiert wird.

„Babel, You Scarlett Queen“ hätte zwischen pechschwarzem Black Metal und unheilvoll schleppender, nahezu sakraler Ritualatmosphäre so ähnlich auch auf „Blood Vaults“ stehen können, während „Last Theatre Of The Sea“ wiederum mit Akustik-Intro, bedrohlicher Keyboarduntermalung, tiefem Klargesang und verstörenden Sprachsamples wie ein brodelnder, kurz vor der Explosion stehender Vulkan wirkt und die Brücke zwischen „Exuvia“ und „The Thule Grimoires“ schlägt. Zum Abschluss versucht „The Carrion Cocoon“ nochmal, viele der bekannten Trademarks in 13 Minuten unter einen Hut zu bringen und scheitert daran zwar nicht, weiß aber auch nicht immer ganz, wo es eigentlich hinwill.

„Tempelschlaf“ ist ein gelungener, wenn auch manchmal etwas sprunghafter Querschnitt

„Tempelschlaf“ als zerfahren zu bezeichnen, würde der Sache sicherlich nicht gerecht werden, denn das Songwriting ist gewohnt stark und THE RUINS OF BEVERAST spielen musikalisch nach wie vor in einer ganz eigenen Liga. Durch die losere Herangehensweise und eine leichte stilistische Sprunghaftigkeit ist das Album aber sehr wohl etwas weniger zwingend ausgefallen als die Vorgänger. Die mitreißende Intensität von Konzeptbrocken wie „Blood Vaults“, „Exuvia“ oder dem ungleich ruhigeren aber nicht weniger einnehmenden „The Thule Grimoires“ und dieses „sich einfach mal für 70-80 Minuten aus der Realität verabschieden“ geht „Tempelschlaf“ ein Stück weit ab.

Dafür bietet das neue Werk einen gelungenen Querschnitt durch den Klangkosmos des Alexander von Meilenwald, schneidet an manchen Stellen etwas Fett weg und mag daher auch für Neuentdeckende etwas leichter zugänglich sein als bisherige Monumentalwerke und ist obendrein von Michael Zech klanglich mal wieder mit dem absoluten Goldstandard veredelt worden. Der versteht es, mit einem Fokus auf das oftmals hypnotische Schlagzeugspiel und die intensiven Gesangsparts einen Sound zu schaffen, der zwar sehr raumgreifend, jedoch zu keiner Zeit erschlagend wirkt. Und so ist „Tempelschlaf“ auch wirklich nur im Kontext einer bockstarken Diskographie eine minimale Enttäuschung.

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12.01.2026

"Musik hat heute keinen Tiefgang mehr." - H.P. Baxxter

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