Ironflame - Worlds To Conquer

Review

Galerie mit 16 Bildern: Ironflame – Headbangers Open Air 2022

Andrew D’Cagna mausert sich zu einem fleißigsten Schwermetall-Schaffenden der Szene und haut dieser Tage mit IRONFLAME das inzwischen sechste Album seit 2017 raus. Dass er nebenbei noch in gefühlt drölf anderen Bands aktiv ist (u. A. NECHOCHWEN und ICARUS WITCH), tut der Qualität genauso wenig Abbruch wie der Umstand, dass er „Worlds To Conquer“ mal wieder komplett im Alleingang geschrieben, aufgenommen und eingespielt hat. Nur ein paar Solos haben seine Live-Gitarristen beigesteuert, ansonsten heißt die Devise aber: Selbst ist der Mann.

IRONFLAME im Windschatten der Metal-Götter

Dass unter dem Banner von IRONFLAME jetzt nicht urplötzlich hochgradig eigenständige oder gar innovative Musik zelebriert wird, dürfte klar sein. Schon zuvor hatte sich Mr. D’Cagna ja reichlich von diversen Größen des klassischen Heavy Metal inspirieren lassen. Das tut er aber auch auf „Worlds To Conquer“ wieder so charmant, geschickt und mit so starkem Songwriting, dass man ihm gewisse Querverweise kaum übelnehmen kann.

Gesanglich lag der Maestro ja schon in der Vergangenheit irgendwo zwischen den Harmonien von Bruce Dickinson (hier schön nachzuhören beim dramatischen Titeltrack) und der Power eines jungen John Bush. Auf dem neuen Album und insbesondere bei Stücken wie dem flotten „Legion Of Fire“, der mitreißenden Hymne „Where Cauldrons Burn“ oder dem treibenden Banger „Crimson Shores“ treten aber auch ganz deutlich die mittleren Stimmlagen eines Rob Halford zu Tage, was sowohl D’Cagna als aus den Songs gut zu Gesicht steht.

Das Songmaterial selbst ist relativ abwechslungsreich gestaltet, wobei man sich die ganz hohen Drehzahlbereiche doch weitestgehend verkneift und überwiegend im Midtempo mit leichten Ausreißern nach oben und unten variiert. So finden sich mit „Dynasties Fall“ und dem trefflich betitelten „Vallhalla Is Calling“ beispielsweise auch zwei klassische Fist Raiser mit ordentlicher Epik-Schlagseite, bei denen die MANOWAR der späten 80er und frühen 90er (also bevor es langsam untragbar wurde) klare Spuren hinterlassen haben.

„Worlds To Conquer“ verzichtet auf Innovation, klingt aber trotzdem frisch

Das Eisen wird von IRONFLAME auf „Worlds To Conquer“ also mal wieder heiß und nach althergebrachter Art geschmiedet. Was eigene Pinselstriche angeht mögen Kollegen wie die Griechen TRIUMPHER zwar etwas die Nase vorn haben. Allerdings wird die Mixtur aus US Power Metal, Epik-Schlenkern und altem britischem Stahl frisch und mit jeder Menge Enthusiasmus dargeboten, weshalb man auch verkraften kann, dass Innovation bei IRONFLAME jetzt eher kein Thema ist.

12.08.2026

"Musik hat heute keinen Tiefgang mehr." - H.P. Baxxter

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