Body Count
Hoffnung ist alles, was ich habe

Interview

Um nochmal auf die Konzept mit den zwei Alben zurückzukommen. Versteh mich nicht falsch, ich liebe die ersten beiden Alben, aber sie hören sich eher an wie eine Ansammlung guter Songs und nicht wie Alben. Das hat sich jetzt mit „Manslaughter“ und ganz besonders bei „Bloodlust“ geändert. Das Album wirkt am besten wenn man es sich am Stück anhört, es gibt eine Klimax und es erzeugt Atmosphäre. Was hat sich bei euch als Band geändert, denn gute Songwriter wart ihr schon immer?

Wir sind älter geworden und haben uns mehr konzentriert. Aber wir sind immer noch die gleiche Band, die über die gleichen Themen singt, nur dieses mal etwas besser produziert. Da muss man auch mal Will Putney als Produzenten erwähnen, der uns einen sehr guten Sound verpasst hat.

Die ersten beiden Alben sind Punk Rock und so wollten wir sie auch haben. Wir kamen aus South Central Los Angeles und konnten uns doch nicht zu glatt anhören. Wir konnten doch nicht so überproduziert wie GUNS ‚N ROSES klingen, das hätte uns doch niemand abgenommen. Aber jetzt nach mehr als 25 Jahren sollten wir genauso klingen, wie wir momentan klingen. Wir müssen es sogar um die Reife der Band zu unterstreichen.

Konzertfoto von Body Count 2018 Grosse Freiheit, Hamburg

Body Count 2018 Grosse Freiheit, Hamburg

Und was hat sich beim Songwriting geändert? Bei der ersten CD hast du noch viel alleine geschrieben und Ice hat die Texte beigesteuert. Wie sieht es denn jetzt aus?

Wir hatten auch viele externe Unterstützung, Max Cavalera [SOULFLY] hat bei „All love is lost“ mitgearbeitet, Dave Mustaine [MEGADETH] bei „Civil War“. Wir machen das jetzt schon so lange und haben so viele Freunde, die mal irgendwann auf unseren Alben auftauchen wollen. Mit Randy Blythe [LAMB OF GOD]bin ich befreundet und ich hab ihn gefragt und er hatte auch gleich eine Idee zu „Walk with me“. Das hat einfach Spaß gemacht und ich will das noch ausbauen. Im Hinterkopf habe ich schon Duff McKagan [GUNS ‚N ROSES], mit dem ich seit Ewigkeiten befreundet bin und darum geht es doch in der Musik, um Freundschaft und Liebe.

Also reden wir über ein neues Album im nächsten Jahr?

Hoffentlich. „Carnivore“ ist die erste Idee für den Titel. Wir hatten uns im Mai zusammengesetzt und werden das auch nach der Tour machen um Ideen zusammenzutragen. In dieser Zusammensetzung haben wir Spaß daran Musik zu schreiben, wir mögen uns und es gibt keine übergroßen Egos in der Band. Alle diese Sachen, die Bands entzweien, gibt es bei uns nicht. Bei uns reißt sogar ein Kleinkind mit. We got a baby on bus. (lacht)

Gab es nicht mal den Song „Baby on bus“?

This is „Bitch in the pit“! „Bitch in the pit“ and „Baby on bus“. This is funny.

In meinen Augen ist „Bloodlust“ auch das politischste Album. Ihr habt „All lives matter“ auch gleich als erste Single ausgewählt und die Songs drehen sich alle um die Themen Systemkritik, soziale Ungerechtigkeit, Polizeibrutalität und Rassismus. Al Jourgesen von MINISTRY hat mal in einem Interview gesagt, dass er nur gute Musik schreiben kann wenn ein Bush Präsident ist.

Und nun ist es Trump. Das hat natürlich Einfluss auf uns und auch auf das komplette Land. Ich wünschte mir aber noch mehr Musiker würden politische Songs schreiben. In den 60ern war es so und Anfang der 90er, als wir begonnen haben, gab es z.B. RAGE AGAINST THE MACHINE. Jetzt werden nur noch Alles-ist-okay-Songs geschrieben und wir wollten da ein wenig Spannung reinbringen, denn nichts ist ok. Es ist schlimmer als jemals zuvor. Wenn ihn nicht mal die deutsche Kanzlerin mag, muss was nicht stimmen.

Wir haben diese Thematik mit den rechts gerichteten Politikern ja nicht nur in den USA, in Europa und in anderen Ländern taucht die ja auch auf.

Wir entwickeln uns zurück und haben einen dieser Typen ja sogar gewählt. Unglaublich, wie sind wir wieder zu diesem Punkt gekommen?

Und Rassismus tritt auch überall offen zu Tage.

Seit der ersten CD sprechen wir über dieses Thema, seit 26 Jahren, und es wird immer schlimmer.

Die Band ist populär wie nie, wir schreiben dieselben Songs und reden über die gleichen Themen.

Hast du noch Hoffnung?

Hoffnung ist alles was ich habe. Hoffentlich wird die nächste Generation da nicht mehr von betroffen sein.

Vor 26 Jahren war es aber schon eine andere Generation und jetzt ist es nur noch schlimmer geworden.

Na dann vielleicht die nächste Generation.

Galerie mit 25 Bildern: Body Count - live in Hamburg 2018

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Quelle: Interview mit Ernie C. am 05.05.2018
13.06.2018

Schuld ist man immer nur selbst, alles andere ist Feigheit.

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1 Kommentar zu Body Count - Hoffnung ist alles, was ich habe

  1. nili68 sagt:

    Ich verbinde Ice-T immer noch mit Law & Order haha. Schon komisch den als Gangster Rapper/Metaller zu sehen. Schon klar, dass es die eigentlich schon voll lange gibt. lol