Mageia
"Und plötzlich hatte ich die Chance, Jeff Neal zu gewinnen!"

Interview

Nachdem es bei 777 leider auseinander gegangen ist und Niko Biberger (ex-PATH OF SAMSARA) mit DIAF seine Vision von Synthpop/Post-Punk/NDW/Gothic-Düsternis weiter verfolgt, ist Liza Kay mit MAGEIA eigentlich ziemlich im Fahrwasser von 777 geblieben. Grund genug, nach Release des selbstbetitelten Debütalbums ein wenig genauer nachzufragen.

Hallo Liza! Viele mögen dich vielleicht noch von 777 kennen, MAGEIA ist nun deine neue Spielweise. Wenn es nicht zu persönlich ist, warum sind die Wege von Niko und dir auseinander gegangen? Waren es nur kreative Differenzen oder hing das ganze tiefer?

Hi, erstmal bedanke ich mich für die kostbare Zeit, dieses Interview zusammenzustellen und für die Möglichkeit, etwas über mich und meine Band MAGEIA zu erzählen. Es hat sich bei 777 musikalisch auseinander entwickelt. Die weitere Zusammenarbeit war so einfach nicht mehr möglich. Dem originalen Rock-Sound wollte ich zugleich treu bleiben und der ursprünglichen Richtung weiter folgen. Die Pfade hatten sich dann irgendwann so weit voneinander entfernt, dass sich diese Veränderung natürlich ergab. 

Du hast es geschafft, auf deinem Debütalbum wahnsinnig versierte Musiker um dich zu scharen. Bist du einfach so gut vernetzt oder wie ist das zustande gekommen? 

Kurz nachdem ich einen neuen Weg vor mir sah, hatte ich angefangen, Strategien zu entwickeln und mir Pläne zu überlegen. Auf meiner Suche bin ich auf Milan Polak, den renommierten Gitarristen/Songwriter/Produzenten, gestoßen, den ich fragte, ob er mit mir zusammen an meinem Album arbeiten möchte. Nachdem es sowieso schon was Besonderes war, mit ihm das Album zu produzieren, bekam ich auch noch die einzigartige Möglichkeit, all die anderen versierten Musiker kennenzulernen. Bis heute kann ich das noch nicht so ganz fassen. Es gibt keinen Song, der mir über die Jahre so sehr ans Herz gewachsen ist wie „More Than a Feeling“ von der Band BOSTON. Und plötzlich hatte ich die großartige Chance, den Drummer Jeff Neal dieser Band für MAGEIAs Debüt zu gewinnen. 

Besonders begeistert hat mich die neue Version von “My Mirror”, die nun einen neuen Anstrich verpasst bekommen hat und meiner Meinung nach von den deutlich ausgefeilteren Arrangements sehr profitiert hat. Wäre so etwas mit anderen Tracks wie “My Will” oder “Across the Abyss” auch denkbar in Zukunft?

Ich freue mich sehr, dass die neue Version des Songs “My Mirror” gefällt! Es ist schon erstaunlich, wie sehr das Arrangement einen Einfluss auf einen Song hat. Das Gleiche kann ich mir definitiv für die genannten Songs vorstellen und es steht auch bereits im Raum für das nächste Album. 

Was bei MAGEIA auch wieder auffällt, ist sowohl der Thelema-Bezug, aber auch in der Musik ein mystischer und auch exotischer Touch, hauptsächlich wahrscheinlich durch die zusätzlichen Instrumente und auch orientalisch beeinflusste Gitarrenleads. War das so geplant oder eine natürliche Entwicklung?

Ich würde sagen, dass es sich so ergeben hat. Die orientalischen Klänge und Folk-Rock haben es mir allerdings schon immer angetan. Auch vorher wollte ich diese Einflüsse einbringen, aber so richtig angekommen sind sie erst auf MAGEIA’s Album. Was die Lyrics angeht, bin ich offen auf diverse spirituelle Themen eingegangen. 

Für was steht MAGEIA programmatisch und spezieller, wofür das Album?

MAGEIA steht für mich für Alchemie, für spirituelle Weiterentwicklung und die Loslösung von negativen Energien und Gedankenmustern. Das Album reflektiert diese Elemente wider und lässt Themen mit einfließen, die mich in diesem Moment beschäftigten. 

Das Artwork verkörpert das Album sehr schön meiner Meinung nach, sowohl die Themen als auch den Abwechslungsreichtum, wie wichtig ist dir die Kombination dieser beiden Aspekte bei Kunst?

Vielen Dank! Für mich war es schon immer wichtig, die Akustik in Optik umzusetzen beziehungsweise die Optik mit Akustik zu begleiten. Ziel war es, im Coverartwork alle Song-Thematiken so gut wie möglich unterzubringen. 

Wie wichtig ist Synkretismus für dich im Okkulten? Ich frage, da Thelema ja eigentlich (nach meiner primitiven Einschätzung als Außenstehender) recht feste Regeln hat, aber Einflüsse aus jeglichen Kulturen und Mythologien ganz offensichtlich in Musik und Artwork geflossen sind (i.e. Phönix, der Löwe, die eher aus der westlichen Welt kommen und das ägyptische Ankh aus einem anderen Kulturkreis als einfache Beispiele).

Ich vermische gerne verschiedene Richtungen, da es in meiner Vorstellung kein festes Konstrukt gibt, nach dem ich mich orientiere. Es ist mir daher wichtig, aus verschiedenen Strömungen meine Inspirationen zu holen.

Wohin wird die Zukunft MAGEIA führen? Sowohl in Hinsicht auf Entwicklung in der Musik, aber auch zu möglicherweise geplanten Liveaktivitäten? Wer sind denn persönliche Vorbilder für dich künstlerisch oder mit wem würdest du gerne mal die Bühne teilen, gibt es da Idole?

Wir haben bereits angefangen, Ideen für das nächste Album zu entwickeln und darauf habe ich jetzt erstmal das Augenmerk gelegt. Im Moment hat das Songwriting Priorität, da es gerade relativ unmöglich ist, Konzert-mäßig was zu planen, obgleich ich natürlich liebend gerne zukünftig live spielen und touren möchte.  In der Zwischenzeit haben wir zu der Single „My Mirror“ ein neues Video gemacht. Auch wird es Merch geben und ich hoffe, dass ich mehr neue Menschen mit meiner Musik erreichen werde.

Zwei meiner größten Vorbilder sind Selim & Farida Lemouchi (Selim Lemouchi, Frontmann von THE DEVIL’S BLOOD, beging 2014 mit 33 Jahren Suizid – Anm. d. Redaktion), weil sie mich beide inspiriert haben, eigene Songs zu schreiben. Diese Energie und Magie, welche man in deren Songs spürt, finde ich wahnsinnig faszinierend. Aber ich bin auch seit meiner Teenager-Zeit ein riesen LED ZEPPELIN und JIMI HENDRIX-Fan. Schon seit diesem Zeitpunkt hab ich auf Instrumenten gespielt und Musik förmlich in mich aufgesaugt. 

Vielen Dank für das nette Interview. Die letzten Worte gehören dir:

Ich bedanke mich für das nette Review und den Support! Gern lade ich den wertvollen Leser herzlich dazu ein, sich auf eine mystische Reise während des Hörens von MAGEIAs Debütalbum zu begeben und sich das heute erschienene Musikvideo zur Single „My Mirror“ anzuschauen. Love is the Law, Liza

Quelle: Mageia
26.02.2021

"You can't spell Funeral without Fun!"

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