Obscura
"Ich bin Musiker und kein Gitarrenlehrer"

Interview

Wenn man sich vorstellt, dass jemand beginnt, sich mit euch auseinanderzusetzen und nicht weiß, mit welchem Album er oder sie anfangen sollte, wäre “A Valediction” ein sehr guter Tipp. Es vereint sehr viele verschiedene Elemente eurer bisherigen Alben in sich, ist insgesamt homogen, aber dynamisch.

Das macht vielleicht auch die Konstante aus. Wir machen Alben, die in sich zusammenhängen, eine gewisse Story haben und einen Signature-Sound mit sich bringen. Auf dem neuen Album haben wir Sachen eingebaut, die wir uns nie zuvor erträumt hätten, wie Björn Strid und WHITESNAKE-Riffing in “When Stars Collide”, wir haben ‘nen D-Beat bei “Devoured Usurper” eingefädelt wie eine ranzige schwedische Oldschool-Death-Metal-Band. Keyboards, Power-Metal-Riffing, Jazz, Fusion… Nordström hat uns “BOM” genannt – Best Of Metal. (Lachen)

Bei “When Stars Collide” habt ihr zum ersten mal so “richtig” cleanen Gesang durch den Beitrag von Björn “Speed” Strid dabei. Dafür bilde ich mir ein, es gibt etwas weniger Vocoder-Parts, als bisher.

Da muss ich kurz einlenken. Wir hatten auf jedem Album seit dem Debüt mindestens einen Song mit Clean Vocals. Vielleicht war der Sänger, also ich, nicht ganz prominent. (Gelächter)

Speeds Klangfarbe hört man einfach sofort raus und das ist ganz spontan entstanden. Wir haben pro Tag nur zwei Songs eingesungen. Vor jedem Song haben wir die ganze Vorproduktion noch mal durchgehört und Ansätze besprochen. Bei dem Song habe ich erwähnt, dass dieser Part in Richtung SOILWORK gehen soll. Fredrik meinte nur: “Ich hab ungefähr zehn Platten mit Björn Strid gemacht, wir rufen ihn an. Wenn du wie SOILWORK klingen willst, kriegst du SOILWORK”, so hat er sich ausgedrückt. Wie war noch mal der zweite Teil deiner Frage?

Ich glaube, der Vocoder-Anteil ist zurückgegangen.

Ha, es ist der gleiche Vocoder und das gleiche Plugin wie bisher. Er ist am deutlichsten in “A Valediction”, “Forsaken”, ganz massiv in “Heritage” und “The Neuromancer” und “In Unity” zu hören. Wir haben nur ganz anders im Mix damit gearbeitet. Der Wechsel des Produzenten ändert massiv die Gesamtwahrnehmung. Er klingt weniger Roboter-mäßig, sondern wie eine Mischung aus Keyboard und Chor, um wichtige Parts noch breiter zu machen. Du bist übrigens nicht der erste, der fragt, ob wir ihn überhaupt noch einsetzen.

Dazu muss man sagen, ich hab das Album bestimmt 25 Mal gehört, bin aber noch weit davon entfernt, es komplett erschlossen zu haben.

Ja, viele Noten. (Gelächter)

“Forsaken” und “A Valediction” haben eine ganz neue emotionale Dimension.

Beide Songs sind speziell. “Forsaken” wurde eigentlich als Opener für “Diluvium” geschrieben. Er hatte damals fast zehn Minuten Spielzeit und nicht ganz zum Rest gepasst. Deswegen haben wir ihn uns jetzt noch mal vorgenommen und ihn für “A Valediction” überarbeitet.

Der Titeltrack selbst war so konzipiert, dass er in eine Reihe mit “Anticosmic Overload”, “Akróasis”, “Emergent Evolution” und so weiter passt. Dadurch, dass wir uns ein bisschen zurückgenommen haben und der Gesang im Vordergrund steht, wirkt das anders, obwohl das Riffing schon aus der Best-of-Kiste der Band stammt. (Erneutes Lachen) Für mich stechen eben wegen des klaren Gesangs “When Stars Collide” und “Devoured Usurper” heraus, weil es völlig nach Steinzeit klingt. Die Bandbreite ist groß und ich langweile mich von vorn bis hinten nicht, wenn ich das Album höre.

Galerie mit 13 Bildern: Obscura - Summer Breeze Open Air 2018

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Quelle: Gespräch mit Steffen Kummerer / Fotos: Vincent Grundke
29.12.2021

Redakteur | Koordination Themenplanung & Interviews

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