Overkill
Wir machen immer mehr!

Interview

D.D. und du, ihr seid die einzigen verbliebenen Gründungsmitglieder in der Band. Das aktuelle Line-Up ist allerdings das bislang stabilste. Was sind die Rollen der anderen Bandmitglieder bei OVERKILL?

Bobby: Dave Linsk, unser Lead-Gitarrist, trägt viel zum Songwriting bei. Für ihn muss alles immer heavy sein. Er entscheidet also darüber, ob etwas heavy genug ist oder nicht. Er überarbeitet deshalb immer wieder einzelne Songteile. Doch es sind nicht nur wir drei, die die Songs schreiben. Du kannst einem Schlagzeuger wie Ron Lipnicki nicht erzählen, was er zu tun hat. Er versteht die Musik und trägt seine eigenen Drumbeats bei. Es beginnt bei D.D. und endet bei mir. Doch unterwegs trägt jeder von uns vieren etwas bei. Aber auch Derek! Er hat immer eine sehr klare Meinung bezüglich der Songs.

In den 2000ern haben viele 80er-Bands wie TESTAMENT oder SAXON alte Hits neu aufgenommen, um sie mit moderner Studiotechnik aufzumotzen. Warum haben OVERKILL nicht so etwas getan?

Bobby: Hm, gute Frage. Ich denke, wir hatten einfach immer viel zu tun. Die 90er und frühen 2000er waren vielleicht eine etwas düstere Zeit für die Popularität des Metal. Aber ich denke, wir haben es trotzdem immer geschafft, uns weiterzuentwickeln und eine solide Fangemeinde zu erhalten. Wir waren ständig auf Tour. Wir haben ständig neues Material veröffentlicht. Es war nicht nötig, zurückzugehen und zu sagen: „Hey, lasst uns noch mal „Feel The Fire“ machen, weil alle anderen auch irgendwas neu auflegen.“ Wir haben uns einfach nie eine Pause gegönnt. Neue Musik zu veröffentlichen war uns wichtiger.

Du bist jetzt seit 30 Jahren als Metal-Sänger aktiv. Was ist dein Geheimnis?

Bobby: Ich hab einen Typen engagiert, der so klingt wie ich, haha. Es ist ein Deutscher und ich bezahle ihn in Euros! Ehrlich gesagt hab ich mich da nie drum gekümmert. Ich rauche seit vierzig Jahren, ich trinke und fahr Motorräder, selbst bei kaltem Wetter. Meine Mentalität hält mich auf einem hohen Level. Ich sehe mich immer noch als Schüler, nicht als Lehrer. Ich suche immer nach neuen Wegen, um mich auszudrücken. Das hört man auch auf „The Grinding Wheel“, etwa bei den Harmonien in „Mean Green Killing Machine“.

Wird es irgendwann auch mal ein Buch über das Leben von Bobby Blitz oder die Geschichte von OVERKILL geben?

Bobby: Ich weiß es nicht. Ich schreibe gerne. Nicht nur Songtexte. Ich schreibe auch eine Menge Kurzgeschichten. Das mache ich jetzt schon seit 15 Jahren. Aber da geht es nicht direkt um OVERKILL. Sie entstammen meiner Fantasie, sind aber sicherlich von meinen Erlebnissen mit OVERKILL beeinflusst. Ich mache das gerne, aber bislang nur für mich selbst. Ich weiß es wirklich nicht. Aber wenn ich an einem solchen Buch mitarbeiten würde, würde ich da keine dreckige Wäsche waschen. Ich würde einfach nur von allen verrückten Geschichten erzählen, die diese Band erlebt hat. In 35 Jahren ist eine Menge passiert.

Letztes Jahr habt ihr die Jubiläen von „Horrorscope“ und „Feel The Fire“ gefeiert. Wie kam es zu diesem speziellen Konzert?

Bobby: Es war einfach eine Möglichkeit, die sich auftat. D.D. und ich sind unseren Vertrag durchgegangen, in dem war eine Konzertaufnahme garantiert. Wir waren gerade mitten im Schreibprozess für „The Grinding Wheel“ und wollten eine weitere Tour machen, weil wir lange nicht in England waren. Während des Festivalsommers haben wir uns mit den Leuten von Nuclear Blast hingesetzt und gesagt: „Wir möchten ein komplettes Album bei einer Live-Show mitschneiden.“ Sie mochten die Idee. Daraufhin meinte D.D.: „Wir wollen sogar zwei aufnehmen.“ Sie fragten: „Wieso zwei?“ – „Weil wir OVERKILL sind. Wir wollen immer mehr machen!“ Es war cool, dass er die Eier dazu hatte. Als die Shows anstanden, mussten wir dann auch dazu stehen. Wir haben uns selbst der Werbung für die Show angenommen. Wir haben die Poster designt, das  Bühnenbild entworfen und die Halle gebucht. Dadurch wurde es sehr persönlich für uns. Es war eine tolle Sache und das solltet ihr Ende 2017 sehen.

Galerie mit 19 Bildern: Overkill - Rockharz 2019

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10.02.2017

"Irgendeiner wartet immer."

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