Overkill - The Electric Age

Review

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OVERKILL haben mich ungefähr seit Mitte der Neunziger nicht mehr so wirklich interessiert. Die letzte Platte mit der ich noch was anfangen konnte war “W.F.O.”, aber Scheiben wie “From The Underground And Below” oder “The Killing Kind” fand ich langweilig. Auch “Relix IV” habe ich, trotz guter Kritiken, links liegen gelassen. Das 2007 veröffentlichte “Immortalis” ließ dann schon erstmals wieder aufhorchen. Aber als “Ironbound” veröffentlicht wurde und ich die Band auf Tour gesehen habe, war das alte Feuer, das mich bei OVERKILL immer faszinierte wieder spürbar. Im März 2012 liegt nun der neue Longplayer “The Electric Age” vor und versucht in die großen Fußstapfen des Vorgängers zu treten.

Was soll man sagen? Da OVERKILL momentan in ähnlich bestechender Form sind wie zu Beginn ihrer Karriere, wäre alles andere als ein überragendes Album eine Enttäuschung. Mit “Come And Get It” wird der Hörer perfekt in die Scheibe eingeführt. Nach einem, die Spannung fast ins Unermessliche steigen lassenden Intro, folgen die typischen OVERKILL-Riffs, zu denen man sich bedenkenlos die Rübe abschrauben kann. Der gelungene Mittelteil dürfte dabei dafür sorgen, dass schon der Opening-Track der neuen Tour Gänsehautmomente beim Publikum verursacht. Perfekter Einstieg in die Scheibe, die mit dem folgenden “Electric Rattlesnake” ein weiteres Highlight bereit hält. Das Energielevel, das OVERKILL auffahren ist so hoch, dass sich so manche Band ein bis zwei Scheiben davon abschneiden könnte. Auch bei “Electric Rattlesnake” haben Blitz und seine Mannschaft einen ruhigeren Midtempo-Teil eingebaut, der unaufhaltsam dem Klimax entgegensteuert, um dann im letzten Refrain zu explodieren. Dürfte live ebenfalls ein Highlight sein. Generell gibt es keine Ausfälle auf “The Electric Age” zu beklagen, soviel sei schon verraten. Die Riffs sind ähnlich bissig wie schon auf dem Vorgänger und spalten den Schädel des Hörers immer schon nach wenigen Sekunden, Skullkrusher halt. Ihren Anteil daran hat auch die sehr gute, druckvolle Produktion, die an allen Ecken und Enden knallt und den Instrumenten die optimale Basis bietet und vor allem auch Blitz´ Vocals ins richtige Licht rückt.

Im Prinzip führt die Band also die Marschrichtung von “Ironbound” fort und stellt ihre Stärken ein weiteres Mal deutlich heraus. Songs wie das latent an “Wrecking Crew” erinnernde “Save Yourself”, das starke “Drop The Hammer”, das von akustischen Gitarren eingeleitete “Good Night” oder das brachiale “All Over But The Shouting” bieten dem Hörer alles, was er von OVERKILL erwartet. Großartig neu mag das im Bandkontext jetzt nicht sein, aber wenn man den Hörer mit derart zwingendem Songmaterial Schach matt setzt, muss ein Album wie “The Electric Age” auch nichts Neues bieten.

Die zehn Nummern sind OVERKILL in Reinkultur, mit fesselnden Songaufbauten und schneidenden Riffs, sowie einem guten Händchen für eingängige Refrains und dürften keinen Fan der Band enttäuschen. Ob die Platte nun besser als “Ironbound” ist, oder nicht, mag ich nicht entscheiden. Fakt ist jedenfalls, dass die Amerikaner in bestechender Form sind und ein weiteres Karriere-Highlight abgeliefert haben. “The Electric Age” lässt auf gleichermaßen beeindruckende wie brutale Weise die Konkurrenz meilenweit hinter sich. Dieses Album wird in den Jahrespolls ganz oben stehen.

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15.03.2012

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1 Kommentar zu Overkill - The Electric Age

  1. Matthias sagt:

    Liest sich verdammt lecker. Ich bin schon gespannt auf den Teller. OVERKILL in guter Form klingt prickelnd …und wehe das stimmt nicht!!! 😉