Thunder
Interview mit Sänger Danny Bowes

Interview

Das britische Quintett THUNDER ist seit mittlerweile über 30 Jahren eine Hard-Rock-Institution. Jetzt erscheint mit “All The Right Noises” das dreizehnte Studio-Album. Mit Sänger Danny Bowes sprachen wir über den Brexit, Donald Trump und die Demokratie im Studio.

Wie war das letzte Jahr für Euch?

Einerseits war 2020 sehr frustrierend für uns, weil wir die Veröffentlichung von “All The Right Noises” sowie die Tour mehr als einmal verschieben mussten.

Abgesehen davon war das Jahr für mich persönlich aber nicht wirklich schlecht. Ich lebe an einem schönen Ort , habe einen Garten und ganz in der Nähe die Natur. Viele Leute haben diese Dinge nicht und es ist sicher sehr schwer, die ganze Zeit zu Hause bleiben zu müssen.

Ansonsten bin ich auch sehr fit geworden, also kann ich mich nicht beschweren.

“All The Right Noises” hätte eigentlich schon im September veröffentlicht werden sollen. Dank der Pandemie hat das nicht geklappt. Habt Ihr die zusätzliche Zeit genutzt um an den Songs zu feilen und sie vielleicht sogar noch einmal zu ändern?

Nein. Das Album war im Januar 2020 im Kasten und im März fertig gemischt. Wir waren im Juli wieder im Studio um einige Songs noch einmal mit zusätzlichen Musikern live einzuspielen. Diese Tracks finden sich auf der Deluxe-Edition des Albums.

Dabei haben wir gemerkt, dass wir es kaum erwarten können, die neuen Lieder live zu spielen.

Welches sind aus Deiner Sicht die drei wichtigsten Songs auf dem Album?

Ich kann nicht nur drei nennen. Alle Songs sind wichtig, ansonsten wären sie nicht auf dem Album.

Mit der Single “Last One Out Turn Off The Lights” beschäftigt Ihr Euch mit dem Ausstieg Großbritanniens aus der EU. Was denkst Du grundsätzlich über den Brexit?

Es war eine sehr schlechte Idee, den Briten ein öffentliches Referendum anzubieten. Viele Politiker machten die EU über Jahre hinweg für alles verantwortlich, was in Großbritannien schief gelaufen ist. Damit fanden sie einen einfachen Weg sich selbst aus dem Fokus zu nehmen.

Als das Land dann wählen durfte und sich für den Ausstieg entschied, waren diese Politiker überrascht. Aber es war doch offensichtlich, was passieren würde. Eine entsetzliche Entscheidung, die für jeden schlecht ist.

Ihr rechnet mit Donald Trump im Song “Force Of Nature” ab. Was hat es damit auf sich?

Das Lied ist ein Versuch in das Innere von Trump und seine Gedanken zu dringen. Natürlich ist das nichts Reales und ich musste sehr viel Wein während der Gesangs-Aufnahmen trinken um in die Rolle zu schlüpfen.

THUNDER gibt es seit den späten 1980ern. Was war die größte Herausforderung für die Band, abgesehen von der Corona-Pandemie?

Die Mitte der 90er, als Grunge so richtig aufkam, war eine schwierige Zeit für uns und viele andere Bands aus unserem Lager. Kaum jemand interessierte sich für uns, weil wir nicht so leidvoll wie die Grunger waren.

Aber wir sind immer noch da, während die meisten Grunge-Bands es nicht mehr sind.

Kannst Du einschätzen, wie viele Lieder Ihr während der letzten dreißig Jahre geschrieben habt?

Ich fürchte, ich habe absolut keine Ahnung wie viele es sein könnten. Und ehrlich gesagt, würde ich mir auch nicht die Mühe machen sie zu zählen.

Nach welchen Kriterien entscheidet Ihr, welche Tracks auf einem Album landen? Geht es dabei immer demokratisch zu?

Luke (Morley, Anm. d. Red.) schreibt die Songs und wir sprechen dann über die Vorzüge. Bisher waren wir uns immer einig darüber, welcher Song es auf das jeweilige Album schafft und welcher nicht. Ich denke also, dass der Prozess sehr demokratisch ist.

Ihr habt auch unzählige Live-Alben veröffentlicht. Wie fühlt es sich an, über eine so lange Zeit keine Konzerte spielen zu können? Die Situation wird sich ja wahrscheinlich nicht so schnell ändern.

Es ist schon schwierig. Wir haben uns damit beschäftigt, Videos für unsere Fanclub-Mitglieder zu drehen oder mit ihnen zu chatten und solche Dinge.

Wir freuen uns auf den Zeitpunkt wenn wir wieder live spielen können. Aber ehrlich gesagt glaube ich, dass die Situation für die Fans härter ist als für uns. Wir spielen hier und da mal eine Show, während sie natürlich so viele Konzerte wie möglich, von vielen Bands besuchen wollen.

Welche Ziele hat sich die Band für 2021 gesetzt?

Ich denke das Wichtigste wird sein, es bis 2022 zu schaffen. Dann wird hoffentlich wieder so etwas wie Normalität herrschen.

Galerie mit 32 Bildern: Thunder – Stand Up Tour 2019 in Bochum
02.03.2021

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