Michael Schenker Fest
Mehr geht nicht

Konzertbericht

Billing: Michael Schenker Fest und Absolva
Konzert vom 01.11.2018 | Turbinenhalle 2, Oberhausen

Mit dem MICHAEL SCHENKER FEST möchte der Namensgebende Gitarrist sein musikalisches Schaffen feiern. Nach diversen, oft kurzlebigen Projekte soll das FEST auch die letzte Station seiner Karriere sein. Um diese finale Party, deren Ende aber nicht festgelegt ist, angemessen zu feiern, hat Michael Schenker gleich vier Sänger mit auf Tour genommen. Wie bereits auf „Resurrection„, intonieren Robin McAuley, Graham Bonnet, Doogie White und Gary Barden. In dieser Besetzung macht das MICHAEL SCHENKER FEST auch in Oberhausen halt.

Doch bevor der Gitarrenmeister und seine Mitstreiter die Bühne entern, sorgen die Briten ABSOLVA für das Vorprogramm in der etwa halbvollen Turbinenhalle 2. Das Quartett spielt astreinen Heavy Metal, wie er eben nur von der britischen Insel stammen kann. Dreh- und Angelpunkt der Show ist Sänger und Lead-Gitarrist Chris Appleton. Der ist nicht nur stimmlich sicher, sondern legt so manches eindrucksvolles Gitarrensolo hin. Das kommt beim Schenker-Publikum selbstverständlich gut an. Am Ende macht Appletons Bruder Luke, seines Zeichens Rhythmusgitarrist der Band, noch ein kurzes Video vom jubelnden Publikum. Anheizer-Mission zweifellos erfüllt.

Die Egoprobleme des Michael Schenker

Nach einer kurzen Umbaupause erscheint Michael Schenker zu pompöser Marschmusik. „Herzlich willkommen beim MICHAEL SCHENKER FEST, der Band des Gitarristen Michael Schenker, der den SCORPIONS mit „Lovedrive“ geholfen und ihnen die Tür nach Amerika geöffnet hat“, lässt Schenker das Publikum bei seiner ersten Ansage wissen.  Sein eigenes Ego wird er im Laufe des Abends noch öfter auf diese Weise streicheln. Los geht’s dann mit einem kurzen Ausschnitt aus dem SCORPIONS-Song „Holiday“ von besagtem Album, den Schenker gleich selbst sing.

Den richtigen Einstand markiert sogleich der U.F.O.-Hit „Doctor Doctor“. Hier kommen der Reihe nach Doogie White, Graham Bonnet und Gary Barden auf die Bühne, um jeweils eine Strophe des Songs zu singen. Anschließend folgte der Abend einer recht klaren Struktur. Jeder der Sänger kommt für einen Block mit jeweils fünf Songs auf die Bühne. Vor jedem Sängerwechsel gibt es ein Instrumentalstück, bei dem Michael Schenker vom Leder ziehen kann.

Party all night long

Damit wird das MICHAEL SCHENKER FEST seinem Namen absolut gerecht, denn mehr als an diesem Abend geht einfach nicht. Insgesamt bringen der Gitarrenmeister und seine Band satte 28 Songs mit. Die Show dauert zweieinhalb Stunden an. Ein Großteil der Setlist besteht aus Material von U.F.O. und der MICHAEL SCHENKER GROUP. Musikalisch lassen Schenker und seine Mannschaft nichts anbrennen. Gesanglich schwächelt es allerdings ein wenig.

Während Doogie White in seinem Block am Anfang des Sets eine souveräne Leistung erbringt – der Mann singt wie mit Mitte 20, obwohl er auf die 60 zugeht – können Bonnet und Barden im Anschluss nicht mithalten. Graham Bonnet gibt sich zwar redlich Mühe, doch die wirklich hohen Töne gelingen ihm heute nicht so Recht. Gary Barden wiederum liefert eine blasse Performance ab. Seine Stage-Acting wirkt mehr gewollt als gekonnt und gesanglich kann er keine Akzente setzen. Den kurzzeitigen Ausfall seines Mirkos überspielt er aber, wie es sich für einen Profi gehört.

65 und kein bisschen leise

Der Höhepunkt des Sets ist ohne Zweifel der Block von Sänger Robin McAuley. Trotz seiner 65 Lenzen legt er eine stimmliche Macht an den Tag, die so manchen Alterskollegen vor Neid erblassen lassen dürfte. Dazu beherrscht er die großen Gesten des 80er-Stadion-Rocks aus dem Effeff. So ist es nur logisch, dass McAuley U.F.O.-Klassiker wie „Shoot Shoot“ oder „Too Hot To Handle“ intonieren darf.

Für das abschließende „Rock Bottom“ kommen dann noch einmal alle Sänger auf die Bühne. Michael Schenker garniert den Song zudem mit einem XXL-Gitarrensolo. Nach der obligatorischen Verbeugung scheint das MICHAEL SCHENKER FEST sein heutiges Ende gefunden zu haben. Doch die „Zugabe“-Forderungen erklingen augenblicklich. Mit den letzten Klängen von „Lights Out“ ist dann aber wirklich Schluss.

MICHAEL SCHENKER FEST Setlist:

01. Holiday (SCORPIONS-Cover)
02. Doctor Doctor (U.F.O.-Cover)
03. Vigilante Man (MICHAEL SCHENKER’S TEMPLE OF ROCK-Cover)
04. Lord of the Lost and Lonely
05. Take Me to the Church
06. Before the Devil Knows You’re Dead
07. Natural Thing (U.F.O.-Cover)
08. Captain Nemo (MICHAEL SCHENKER GROUP-Cover)
09. Dancer (MICHAEL SCHENKER GROUP-Cover)
10. Searching for Freedom (MICHAEL SCHENKER’S TEMPLE OF ROCK-Cover)
11. Desert Song (MICHAEL SCHENKER GROUP-Cover)
12. Night Moods
13. Assault Attack (MICHAEL SCHENKER GROUP-Cover)
14. Coast to Coast (SCORPIONS-Cover)
15. Are You Ready to Rock
16. Attack of the Mad Axeman (MICHAEL SCHENKER GROUP-Cover)
17. Rock My Nights Away (MICHAEL SCHENKER GROUP-Cover)
18. Messin‘ Around
19. Armed and Ready (MICHAEL SCHENKER GROUP-Cover)
20. Warrior
21. Into the Arena (MICHAEL SCHENKER GROUP-Cover)
22. Bad Boys (MCAULEY/SCHENKER-GROUP-Cover)
23. Shoot Shoot (U.F.O.-Cover)
24. Heart and Soul
25. Only You Can Rock Me (U.F.O.-Cover)
26. Too Hot to Handle (U.F.O.-Cover)
27. Rock Bottom (U.F.O.-Cover)
28. Lights Out (U.F.O.-Cover)

02.11.2018

"Irgendeiner wartet immer."

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