Lucifer, Angel Witch und The Night Eternal
Satanic Panic Tour 2024

Konzertbericht

Billing: Lucifer, Angel Witch und The Night Eternal
Konzert vom 11.02.2024 | Backstage, München

Ein Abend mit klassischem Heavy Metal und einer dunkelviolett getünchten Occult-Attitüde erwartet uns heute im Münchner Backstage. Geladen haben LUCIFER, die mit ihrem fünften Album auf der „Satanic Panic Tour“ sind und dabei von den NWOBHM-Altvorderen ANGEL WITCH sowie den Youngstern von THE NIGHT ETERNAL flankiert werden.

Als wir die Halle betreten, schlägt uns ein wohlige Mischung aus Körpergeruch und Biergeruch entgegen, die von einer dampfigen Atmosphäre getragen, zu einem Glücksgefühl wird, das man nur bei einem Clubkonzert spürt. Auch wenn die Temperaturen vor der Tür saisongerecht ausfallen, entledigen wir uns ballastartiger Klamotten wie Jacke und Hoodie, um nicht im eigenen Schweiß zu ertrinken. In Puncto Atmosphäre fährt der Gig also die Höchstwertung ein.

THE NIGHT ETERNAL

Von vielen keinmal bis einmal erst gesehen und von allen sofort geliebt, legen die Essener ein ordentliches Brett vor. Etwas anderes haben wir nach dem letztjährigen Auftritt beim Party.San und dem aktuellen Album „Fatale“ allerdings auch nicht erwartet. Die Band hat leider nur für sieben Songs Zeit, teilt die Setlist aber brav in zwei relativ gleiche Hälften und setzt dabei einzig auf die beiden Full-Length-Alben („Moonlit Cross“ und „Fatale“). Der beste Song des Abends ist – wie sollte es auch anders  sein – „Prince Of Darkness“. Eine eigene Headliner-Tour wäre nun herzlich willkommen.

Galerie mit 32 Bildern: The Night Eternal - The Satanic Panic Tour Europe 2024 Berlin

ANGEL WITCH

Während wir uns an der Bar mit neuen Getränken versorgen, wird nebenan einhellig darüber schwadroniert, dass doch eigentlich ANGEL WITCH die Headliner dieser Tour sein müssten. Immerhin existiert diese Band seit den späten 1970er Jahren und hat mit „Angel Witch“ nicht weniger als einen Klassiker des klassischen Heavy Metal mit Inseltönung veröffentlicht. Für diejenigen, die ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben: Die Gruppe hörte in den Anfangstagen noch auf den Namen LUCIFER und damit schließt sich der Kreis. Das liebevoll antiquirte Backdrop ist kaum emporgezogen, da werden die Lichter schon gedimmt und mit „Death From Andromeda“ legen ANGEL WITCH mit einem Song ihres aktuellen Albums „Angel Of Light“ los. Live passt das wunderbar, während die Band auf Platte natürlich die ungezähmte RnR-Attitüde zugunsten eines wohl temperierten Sounds aufgegeben hat. Wo wir gerade beim Sound sind: Ausnahmsweise ist dieser im Backstage alles andere als erste Sahne. Zu dumpf dringen die Gitarren durch die sehr gut gefüllte Halle, während der eigentliche Tieftöner (Bass) irgendwo auf dem Weg zu verhungern scheint. Ansonsten gibt es viel Schlagwerk und übertrieben nach vorne gemixten Gesang. Schade. Immerhin gehört ein gewisser Bill Steer (CARCASS) zum Band-Lineup und davon würden wir gerne mehr hören. Gleichzeitig reißen die Briten heute mit einem Old-School-Set ab, das sich gewaschen hat. Von den zehn gespielten Songs, stammen ganze sieben von „Angel Witch“ und für alle „Fäuste-In-Die-Luft-Recker“, Luftgitarrenspieler:innen und angetrunken Mitgrölenden ist alles dabei, was man sich wünschen kann. Highlights gefällig? „Sorcerers“, „Angel Of Death“, „White Witch“ und natürlich als Abschluss der Titeltrack.

Galerie mit 22 Bildern: Angel Witch - The Satanic Panic Tour Europe 2024 Berlin

LUCIFER

Mit einem ähnlich fatalen Sound haben die Herrschaften um Frontfrau Johanna Sadonis dann leider auch zu kämpfen. Das fällt aber nur manchmal auf. Wer die Band in ihren Anfangstagen schon einmal live gesehen hat, den springt die Entwicklung in Sachen Performance und technischer Umsetzung geradezu an. Speziell Sadonis hat sich von einem einstmals unbeholfen wirkenden, schüchternen Mädchen zu einer selbstbewussten Frau entwickelt, die das Publikum und ihre Bandmitglieder mühelos um den Finger wickelt. Die gesamte Show spielt sich in diffusen Lichtverhältnissen ab, was den Abend noch unterschwelliger wirken lässt. Das hatten wir in dieser Form nicht erwartet und auch wenn LUCIFER keinen lupenreinen Heavy Metal präsentieren, so geht manch eine Melodie und das ein oder andere Lick wirklich unter die Haut. Besonders der Abschlusstrack „Reaper On Your Heels“ endet in einer schieren Eruption aus Atmosphäre, psychedelischen Jamparts und Silhouetten auf der Bühne. Nachhaltig.

Galerie mit 27 Bildern: Lucifer - The Satanic Panic Tour Europe 2024 Berlin
14.02.2024

Left Hand Path

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Lucifer, Angel Witch und The Night Eternal auf Tour

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