Saturnus
Saturnus, Marche Funèbre und Eye Of Solitude live in Oberhausen

Konzertbericht

Billing: Eye Of Solitude, Marche Funebre und Saturnus
Konzert vom 13.03.2015 | Helvete, Oberhausen

Saturnus

Kurzweiliger Death-Doom-Abend mit Gänsehautmomenten

Da sage mal einer, SATURNUS würden mit allem so lange brauchen wie mit der Veröffentlichung neuer Alben – in den letzten zwei Jahrzehnten haben die dänischen Death-Doomer zwar nur viereinhalb Scheiben veröffentlicht, aber jetzt kommen sie nach ihrem Gastspiel auf der „Witching Hours Over Europe Tour“ im Oktober 2013 wieder in unsere Breiten auf Tour. Wenngleich der Rahmen doch ein wenig bescheidener ist als anderswo: Die Tour besteht nur aus einer Handvoll Terminen, und mit dem Helvete in Oberhausen haben die Dänen einen eher kleinen Club ausgewählt – und der ist an diesem Freitagabend auch nur luftig gefüllt. Immerhin treten SATURNUS an diesem Abend als Headliner auf, unterstützt von MARCHE FUNÈBRE aus Belgien und den Briten EYE OF SOLITUDE.

EYE OF SOLITUDE

Galerie mit 5 Bildern: Eye Of Solitude - Saturnus - live in Oberhausen 2015

Und die dürfen an erster Stelle auf die Bretter der recht kleinen Bühne im Helvete. Vor den Monitorboxen sind Kerzen und ein Kerzenleuchter aufgebaut, die im Takt der Nebelschwaden flackern und für die passende Düsterstimmung sorgen. Der Soundtrack dazu: Death-Doom (wie von allen Bands an diesem Abend) mit finster growlendem Gesang und einem Hauch von Begräbnis. EYE OF SOLITUDE mögen zwar das Rad am Leichenwagen nicht neu erfunden haben, aber an diesem Abend und bei der Menge an Nebel, der auf der Bühne umherwabert, ist das alles sehr stimmungsvoll und passend. Die Zuschauer freut’s, die Band, die extra aus England angereist ist, ebenfalls – ein guter Einstand.

MARCHE FUNÈBRE

Galerie mit 11 Bildern: Marche Funèbre - Saturnus - live in Oberhausen 2015

Dann MARCHE FUNÈBRE aus Belgien. Optisch bietet die Band eine interessante Mischung – Bassist Boris gibt mit bepatchter Kutte und Fielmann-Kassenmodell-Brille den Gegenentwurf zu Gitarrist Kurt – Typ Student – und von der Musik her machen die Belgier das, was man im besten Fall erwarten darf: Mit einfachen Mitteln die größtmögliche Wirkung erzielen. Das ist zwar nicht immer Nouvelle Cuisine, aber die Band gibt alles – nicht zuletzt Schlagzeuger Dennis, der jeden Text lauthals mitsingt. Und auch ein wenig heitere Stimmung kommt nicht zu kurz: Sänger Arne kündigt den letzten Song als Zehn-Minuten-Stück an, und ein Zuschauer brüllt: „play it in five minutes!“ – Böse Blicke von seiner Freundin, und der Sänger kontert umgehend: „… wenn du unser Merch kaufst!“ Es bleibt dann bei der zehnminütigen Version, und abschließend gibt es mehr als höflichen Applaus.

SATURNUS

Saturnus

Schon beim Umbau ein kurzes Kramen im Gedächtnis: Hatten SATURNUS beim letzten Mal nicht genau seitenverkehrt auf der Bühne gestanden? Tatsächlich – heute steht das Keyboard auf der linken Seite, daneben Gitarrist Rune Stiassny, rechts Rhythmusgitarrist Gert Lund (jetzt mit Knebelbart) und daneben Brian Hansen am Bass. Und mittig Sänger Thomas A.G. Jensen, der wie immer etwas ungelenk wirkt, der aber dank des Nebels und der tollen Lichteffekte im Helvete eine übernatürliche Aura zu haben scheint.

Galerie mit 18 Bildern: Saturnus - Saturnus - live in Oberhausen 2015

Einstieg mit „Litany Of Rain“, das schon vor dem ersten Ton lauthals bejubelt wird, dann „I Love Thee“ und „Wind Torn“, bevor die Dänen mit „Empty Handed“ ihren schnellsten Song an diesem Abend spielen, wie der Sänger mit einem Grinsen feststellt. Das Publikum saugt förmlich jeden Ton auf und röhrt jeden Grunzer mit, und nicht erst beim langen „I Long“ gibt es Gänsehautmomente. Mit „Christ Goodbye“ geht ein tolles Konzert zu Ende, das für SATURNUS sichtlich genauso intensiv war wie für die Zuschauer – da ist es kein Wunder, dass sich die Band nicht lange bitten lässt und mit „Pretend“ noch eine Zugabe spielt – die, wenn es nach dem Willen der Zuschauer gegangen wäre, nicht die einzige geblieben wäre.

Setlist

  • Litany Of Rain
  • I Love Thee
  • Wind Torn
  • Empty Handed
  • All Alone
  • Murky Waters
  • Forest Of Insomnia
  • I Long
  • Christ Goodbye
  • Pretend

Sei’s drum, so geht ein intensiver, kurzweiliger und stimmungsvoller Abend zu Ende mit einem Bandpackage, das passgenau geschnürt ist.

21.03.2015

- Dreaming in Red -

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