A Perfect Circle - Eat The Elephant

Review

Nach langer, langer Zeit haben A PERFECT CIRCLE demnächst ein neues Album draußen… wieso das so lange gedauert hat, erfährt man von Billy Howerdel hier. Es hat sich etwas getan im Hause A PERFECT CIRCLE. Nicht zuletzt inspiriert durch Soundtracks, ist die Musik auf „Eat the Elephant“ sehr viel reduzierter und anders ausgefallen, als man erwartet hatte. Das wird vielleicht schon bei den ausgekoppelten Singles „The Doomed“, „Disillusioned“ und „TalkTalk“ aufgefallen sein.

A PERFECT CIRCLE sind auf „Eat the Elephant“ nachdenklicher, ruhiger geworden – harte Gitarren ade!

Vermehrter Einsatz von Synthies, Piano und ungewöhnlichen Instrumenten (Pauken und Trompeten – allerdings nicht laut, sondern eher dezent eingesetzt) und eine Reduzierung der Songs auf das wesentliche im Songwriting verraten: Wer hier ein neues „Thirteenth Step“ oder auch „Mer de Noms“ sucht, wird eher enttäuscht werden. Härtere E-Gitarren kommen noch vor, aber sehr viel spärlicher eingesetzt. Dass A PERFECT CIRCLE vor diversen sozialen und gesellschaftlichen Problemen textlich nicht zurück schrecken, haben sie auch schon auf den vorigen Alben mehr als deutlich gemacht. Das setzt sich auf dem neuesten fort: Es werden verschiedenste Themen behandelt – ob das bigotte „Holier than thou“-Menschen in „TalkTalk“ sind, unsere am Bildschirm klebende Generation bei „Disillusioned“ oder die sich immer weiter öffnende Arm-Reich Schere in „The Doomed“. A PERFECT CIRCLE nehmen kein Blatt vor den Mund. Das geschieht allerdings nicht wütend und angepisst wie in Hardcore-Combos oder Thrash-Bands, sondern geradezu melancholisch, als ob der Kampf schon verloren sei.

Während „Disillusioned“ oder „The Doomed“ im positivsten Sinne einen gewissen Pop-Appeal haben, sind Songs wie „By And Down The River“ etwas weiter aufgestellt, kleine Reisen mit mehreren musikalischen Motiven. Der Rausschmeißer „Get The Lead Out“ (ironischerweise ohne eine einzige wirkliche Leadgitarre) ist ebenfalls sehr reduziert und ruhig, funktioniert über seine sechs Minuten aber erstaunlich gut und wird nicht schal. Songs wie „Hourglass“ wirken durch die vielen Samples und Vocoder-Effekte auf der Stimme von Keenan sehr experimentell und mögen vielleicht nicht jedem schmecken. „Feathers“ etwa lässt durch perkussive Elemente zurück zu Glanztaten wie „The Package“ denken, es bricht aber nicht aus an einem Punkt, es bleibt ruhig, leicht depressiv und wirkt, als ob der Kampf für eine bessere Welt schon aufgegeben worden sei. Dass A PERFECT CIRCLE ihren Humor nicht ganz verloren haben, zeigt „So Long, And Thanks For All The Fish“ (diese Douglas-Adams-Referenz).

Die Reduzierung auf „Eat The Elephant“ lässt A PERFECT CIRCLE ein wenig spannungsarm wirken

Das Album braucht eine Weile, um die Songs sich entwickeln zu lassen, hinter sie zu steigen. Das ist per se nichts schlechtes, allerdings entdeckt man auch nicht wirklich neues mit neuen Hördurchgängen. Im positiven Sinne flutscht man so durch, das Album ist eingängig, trotzdem abwechslungsreich, aber auch eher spannungsarm. Die Reduzierung der Songs und die ruhigere, melancholischere Grundausrichtung wirken ein wenig behäbig. Ein neuerliches Aufbäumen, das in harte Riffs, steile Solos und spektakuläre Drumfills wie auf den vorigen zwei Alben mündet, bleibt vollständig aus. Und somit kommt es auch nicht zu großen Überraschungen oder Songs, die einen emotional mitnehmen und aus dieser Lethargie ziehen. Dies mag thematisch beabsichtigt sein, lässt „Eat The Elephant“ aber auch ein wenig schwer im Magen liegen. A PERFECT CIRCLE sind immer noch meisterliche Songwriter, allerdings fehlt mir ein wenig Verve und Spannung. Hört rein, bildet euch eine Meinung zu den Singles, die den Rest des Albums eigentlich schon ganz gut wiedergeben und entscheidet selbst.

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13.04.2018

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