Ad Infinitum - Chapter I: Monarchy

Review

Soundcheck April 2020# 22

AD INFINITUM wollen den Symphonic Metal revolutionieren!

“Melodische und gleichermaßen energetisch geladene Klanglandschaften verzaubern den Hörer und entführen ihn in eine Welt der Polarität. ‘Chapter I: Monarchy‘ ist der Beginn eines neuen symphonischen Zeitalters.“

Der Pressetext zum Debütalbum von AD INFINITUM liest sich vielversprechend. Wird die Band tatsächlich frischen Wind in den Symphonic Metal bringen, vielleicht sogar das gesamte Genre revolutionieren?

Growling trifft auf Orchester?

AD INFINITUM starten mit einer sicheren Bank. “Infected Monarchy“ ist klassischer Symphonic Metal ohne eine Spur von Revolution, jedoch mit orchestralem Nährboden, kräftigen Gitarren und melodischem Refrain. Klassischen Gesang sucht man hier vergebens, Melissa Bonnys klare Stimme ist dennoch angenehm zu hören. Weitaus mehr als nur “angenehm“ ist hingegen ihre Performance im Song “Marching On Versailles“, denn nach zunächst starker stilistischer Ähnlichkeit zum Opener fängt Bonny an zu growlen, was dem Song erstaunlich gut zu Gesicht steht. Dieses Stilelement wird auf “Chapter I: Monarchy“ spärlich verwendet, aber sobald es erklingt, wertet es den jeweiligen Song enorm auf. Die meisten der kommenden Lieder haben dies auch bitter nötig.

BEYOND THE BLACK lässt grüßen!

Im Verlauf ihres Debüt-Albums liefern AD INFINITUM ein Potpourri der Kitsch- und Pathoshitparaden der letzten Dekaden. “Fire And Ice“ vermengt kitschigen Zuckerwattegesang mit wimmerndem Klavier und verkommt so zur Teenie-Pop-Ballade, “Tell Me Why“ schluchzt sich durch ein paar freundlich rockende Gitarren und “Live Before You Die“ mag ein netter Ratschlag sein, der entsprechende Song ist langweiliger und ideenloser Symphonic Metal, der schon auf zahlreichen Alben als Lückenfüller eingesetzt wurde. Punktuelle Höhepunkte, wie die Gitarrenarbeit in “Maleficent“, die düstere Grundstimmung in “See You In Hell“ oder der schöne Gegensatz aus Growling und niedlichem Glockenspiel in “Revenge“ gehen leider im Kitsch-Metal der restlichen Platte unter. Frische Ideen, packende Melodien oder spannende Songstrukturen sucht man häufig vergebens.

“Chapter I: Monarchy“ wird durch seine knackige Produktion und den historisch anmutenden Themen sicherlich seine Hörerschaft finden, nicht zuletzt wird die starke Ähnlichkeit zu BEYOND THE BLACK (insbesondere zum durchwachsenen “Heart Of The Hurricane“) ihr Übriges tun. Wer jedoch ernsthaft nach frischem Wind im Symphonic Metal sucht, wird an AD INFINITUM und ihrem Debüt verzweifeln. Mehr als gut gemachte Durchschnittkost wird hier nicht serviert.

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29.03.2020

Alles fließt, alles treibt, alles hat seine Zeit. Vergiss nie, dass wir Kinder des Augenblicks sind! Der Moment hält ein Leben grad eben bereit!

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