Airbag - Identity

Review

Träumerisch-pittoreske Soundlandschaften, umflochten von surrealistischen Tagträumereien und nächtlichen Rock-Serenaden, welche sich ins freudianische Unbewusste schleichen und zu süßer Schlaftrunkenheit und tiefer, ja Chi-Gong-artiger Entspannung und seelischer Gelöstheit führen. Das alles kann man sich als Hörer von ARIBAG mit ihrem neuesten Output „Identity“ mit Bestimmtheit versprechen.

Ihn erwarten klangvolle Akustik-Stimmungsmalereien, untermauert von leicht angezerrten Akkord-Randerscheinungen, begleitet von smoothem und chillig weichem Bass und treibenden, ins Unendliche sich selbst reproduzierenden Drums. Irgendwie will man kaum glauben, dass wir es hier mit einem in einzelne Abschnitte separierten Album zu tun haben. Ähnlich den Art-/Progressive-Rock-Meisterwerken „Wish You Were Here“ und „Dark Side Of The Moon“ von den legendären PINK FLOYD erzeugt „Identity“ dieses rahmensprengende, rational nicht greifbar-erreichbare Unendlichkeits-Feeling, jene düstere kosmische Vorahnung, dass ein jedes zusammengehört und in Wechselwirkung miteinander zusammenhängt wie zusammenwirkt. Und gerne lässt man sich auf diese imaginär-esoterische Reise ein, nur allzu bereitwillig ist man willens, sein Fata-Morgana-Selbst abzulegen und sich ganz der betörenden und bewusstseinserweiternden Kraft der Musik hinzugeben. Dieses Kunststückchen vollführen AIRBAG ohne Probleme.

Nach all diesen weltfluchtartigen Träumereien mag der Eindruck entstehen, diese Platte sei perfekt, makellos, vollkommen; es wirkt, als habe sie keinerlei Schwächen oder Fehltritte zu verbuchen. Hat sie im Grunde genommen auch gar nicht. Lediglich in einer Hinsicht (und dieser fundamentale Makel ist gar nicht so anomal wie Neo aus der Matrix, mehr wie eine nicht zu leugnende künstlerische Schwäche) versagen AIRBAG. „Identity“ fehlt es nämlich ganz klar an Identität; man orientiert sich einfach zu sehr an Vorbildern wie PINK FLOYD, PORCUPINE TREE, MARILLION oder in Ansätzen auch an ANATHEMA oder RADIOHEAD. Man tritt leise und zweckdienlich – auch wenn diese Zweckdienlichkeit zu 100% ihren Zweck erfüllen mag.

Nichtsdestotrotz kann man sich diese Scheibe, dieses Bild von einem starr blickenden und minimalistisch gezeichneten Auge neben bereits genannten Meisterwerken einreihen – ohne vor Scham zu erröten, denn der Platz kann gerechtfertigt sein.

15.07.2009

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