Alwin Smoke - Saggattaria

Review

Ein weiterer Alleinunterhalter macht sich auf, sein Debut zu veröffentlichen. Der Mann nennt sich ALWIN SMOKE und sein Erstling heißt „Saggattaria“. Manche dieser Einzelkünstler werden zumindest partiell noch unterstützt, Alwin spielt aber alle Instrumente (Gitarren, Bass, Piano, Synthies, Drums) alleine ein und kümmert sich um den Gesang. Lediglich bei vier Songs erhält er Begleitung durch eine weibliche Stimme.

Die Musik lässt den Überbegriff Melodic Rock zu, die Spannbreite reicht aber von klassischem Rock über AOR bis zu Hardrock. Die Songs werden gerne durch orchestrale Effekte begleitet, was im Grunde nicht als Schwachpunkt zu werten ist, sondern eine nostalgische Note mit sich bringt. Die Mängel liegen an anderer Stelle.
Da wäre zum einen, dass die Stücke kaum Drive haben und sich kein vernünftiger Groove entwickelt. Klar versucht Alwin besonders, eine melodische Schiene zu fahren, fühlt sich am ehesten dem Melodic Rock verpflichtet, aber ein Minimum an Druck und Power muss schon sein. Auf „Saggattaria“ regiert aber durchweg Perwoll-Weichspüler-Sound.
Der Promoflyer verrät mir, dass Alwin bei der deutschen Metal-Band ARREST spielt. Hinter dem Pseudonym verbirgt sich also deren Sänger und Gitarrist Alex Weinrauch. Trotzdem ist Schwachpunkt Nummer zwei ausgerechnet der Gesang. Keine Ausdruckskraft, keine Stimmpower, selbst Emotionen kommen nicht gut rüber.
Dass die Kompositionen nicht besonders ideenreich sind, sondern in der Art in besserer Form alle schonmal gehört wurden, rundet die Liste der Mängel ab. Innovatives Songwriting ist Fehlanzeige. Unter diesem Gesichtspunkt stechen die orchestralen Elemente sogar noch am deutlichsten heraus und sorgen für ein Minimum an Abwechslung.
Der beste Song ist „Riding With The Witch“. Er bringt zwar auch nichts grundlegend Neues, hat aber wenigstens eine gelungene Hookline und – durch weibliche Gesangs-Unterstützung –
einen eingängigen Refrain. Und das traditionelle Instrumental „Nonsuch“ zum Abschluss fällt aus dem Albumrahmen und sorgt zum Ausklang noch für etwas Tanzstimmung.

Auch die Produktion lässt Wünsche offen. Der Sound wirkt manchmal unklar und schwammig und die Rhythmusinstrumente sind viel zu weit in den Hintergrund gemischt. Kein Wunder, dass man jeglichen Groove vermisst. Vielleicht zeigt Alwin aber auch Schwächen an der Rhythmusbasis, die man so zu kaschieren versucht. Die Gitarrenarbeit ist bodenständig, aber immer noch weit von einem Lichtblick entfernt.

Somit ist auch das gesamte Album „Saggattaria“ weit von einer Empfehlung entfernt. Ich kann mir nicht einmal vorstellen, dass sich Die-Hard-Melodic-Rocker dafür begeistern können. Auf der Homepage des Einzelkämpfers können Interessierte aber gerne eine Hörprobe wagen.
Meiner Meinung nach sollte sich Herr Smoke-Weinrauch wieder mehr um seine Band ARREST kümmern, die ja schon ewig nichts mehr veröffentlicht hat, und solche Eigenprojekt-Ausbrüche lieber sein lassen.

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03.10.2008

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1 Kommentar zu Alwin Smoke - Saggattaria

  1. willi woell sagt:

    Nun ja, es sei zur Rezension des obigen Rezensenten auch ein anderer Geschmack erlaubt. Nachdem ich mir die „Saggattaria“ CD gekauft hatte, bin ich beim Googlen auf Eure CD Kritik gestoßen, deren Ansichten ich nicht teile.
    Bereits beim Hören der ersten Takte von „The White Evil“, dem Opener der CD, ist eigentlich klar, dass „Alwin Smoke“ auf dieser Scheibe keinen ordinären Metal spielt. Es handelt sich wohl mehr um Classic Rock mit zugegebenermaßen Pop-und Bluesanleihen, was ja aber nicht schlecht sein muss, oder? Dem Metal Fan, der sich allein diesem Stil (Metal) verschrieben hat, wird hier sicherlich etwas mehr abverlangt. Wem aber ebenfalls Classic Rock und Blues gefällt, der wird hier bestimmt fündig. Die „härtesten“ Nummern auf der Platte sind nach meinen Ohren „Saggattaria“, „Visit To A Strange Land“ und „Riding With The Witch“. Auch das schöne folkloristische Instrumental „Nonsuch“ geht am Ende noch mal so richtig nach vorn, beginnt aber sehr balladenmäßig. Mit „Nature Child“ ist in der Mitte der Scheibe ein Blues, der mich ein wenig an Eric Clapton erinnert – ebenfalls wieder Geschmacksache…klingt aber schön. „Forbidden Love“ ist wieder Classic Rock pur. Hier runden ein paar Bläsereinsätze den Sound gut ab.
    „Fairy’s Lost“ empfinde ich als Ballade mit einem rockigen Refrain und sehr melodiösem Mittelteil. Das andere Instumental „Heads Or Tails“ ist mir persönlich vielleicht etwas zu lang geworden, weist aber prima eingängie Melodien und Wendungen auf.
    Also lange Rede, kurzer Sinn, absolute Metalfans, die sich nur dem Metal verschrieben haben, Finger weg – nix für Euch. Alle anderen, die auch einmal über den Tellerrand hinausschauen und sich im (Hard-)Rock und Blues zu Hause füllen, ist die CD ein Tip

    8/10