Animal Zero - Death Grants Immortality

Review

Ausgestorbene Tiere als Thema für Stoner Rock? “Stoner“ für “Steinzeit“ statt für “bekifft“? 30.000 Tierarten sollen während der Aufnahmen zu diesem Album ausgestorben sein – die Band selbst will jedoch nichts damit zu tun haben. Gut, vielleicht hat man aus Versehen eine extrem seltene Milbenart durch den Überdruck aus den Lautsprechern von der Tischkante ins Nirvana gestoßen, aber das geschah sicher nicht mit Absicht.

Überdruck ist ein gutes Stichwort, denn davon gibt’s auf “Death Grants Immortality“ leider nicht viel. Im Normalfall gehe ich bei Eigenproduktionen nicht zu sehr auf den Sound ein, was die Wertung betrifft, doch ausgerechnet Stoner-Doom sollte doch einen etwas kräftigeren Sound vorweisen. Wenn man zumindest die Bässe ein wenig hochgeregelt hätte, wäre das Album wohl um einiges wuchtiger geworden. So tönt hauptsächlich die Stimme von Tobias Thorwart (zumindest genialer Name, der Typ!) aus den Boxen, welche schon sehr gewöhnungsbedürftig ist und leicht an eine tiefergelegte Version von AC/DC erinnert. Doch gerade dieser blueslastige Gesangsstil kann auf Dauer schon ziemlich nerven. Von den Gitarren ist nicht immer übermäßig viel zu hören, der Bass ist, wie schon erwähnt, ebenfalls viel zu leise, und das Schlagzeug klingt zu sehr nach Pappe, um richtig Dampf zu machen.

Aber es gibt dicke Pluspunkte: Das Songwriting nämlich reißt sehr viel wieder heraus, da man sehr geschickt das gängige Strophe-Refrain-Strophe-Schema variiert, mehrere zusätzliche Parts einbaut und auch mal das Tempo innerhalb eines Songs um 180° dreht. Wenn man sich erst einmal an den Sound gewöhnt hat, kann man viele kleine Perlen unter den Songs entdecken, muss sich aber hin und wieder auch über Hindernisse ärgern, die einem die Band in den Weg wirft. Seien dies etwas deplaziert wirkende Kinderreime oder die sehr seltsame Version des “Erlkönigs“ – das Album macht es mir als Hörer nicht immer leicht. Auch wenn ich das Homo-Sapiens-induzierte Artensterben ebenfalls verdamme (“Parasite Humanity“ ist übrigens ein wirklich toller Song!), kann mich dieses Album nur teilweise und nicht durchwegs überzeugen.

22.11.2008

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