Atlantean Kodex - The Course Of Empire

Review

Soundcheck September 2019# 8 Galerie mit 9 Bildern: Atlantean Kodex - Hell Over Hammaburg 2018

Der Kodex ist zurück. Lange haben sie sich Zeit gelassen, um einen Nachfolger der beiden – in allen Kreisen hoch gelobten – Vorgänger zu produzieren. Da sind die Erwartungen an das dritte Album „The Course Of Empire“ natürlich enorm hoch. Können Gitarrist Manuel Trummer und seine Sidekicks dem Druck stand halten? Ist „The Course Of Empire“ das erwartete nächste Highlight von ATLANTEAN KODEX? Es gibt viele Fragen, die beantwortet werden wollen.

Zunächst kann man sagen, dass ATLANTEAN KODEX ihren Sound nur marginal geändert haben. Will sagen, die Gitarren knallen wieder schön und auch der Drumsound klingt authentisch. Ganz so, wie man es als traditionelle Metaller gerne hat. Hinzu kommen abermals verschiedene Interludien, die Übergänge zwischen den Songs markieren. Die Riffs kommen ebenfalls wieder gewaltig aus den Boxen. Ganz im typisch epischen Stil von ATLANTEAN KODEX. Soweit also alles beim Alten.

Was hat sich dann geändert? Die zwingenden Melodien, die die beiden Vorgänger noch ausgemacht haben, sind heuer nur noch marginal vorhanden. Einzig „The Innermost Light“ schlägt in die Kerbe des alten Materials. Die Nummer hätte sich auch gut auf dem Debüt gemacht. Ansonsten ist „The Course Of Empire“ ein wenig sperrig. Sicher, Sänger Markus Becker singt seine typischen Hooklines. Doch diese gehen dieses Mal nicht so sehr ins Ohr, wie zuletzt. Damit geht ein bisher starkes Merkmal von ATLANTEAN KODEX verloren. Natürlich gehen auch die anderen Songs ins Ohr, nur muss man auf „The Course Of Empire“ genau hinhören, und die Melodien brauchen Zeit um sich zu entwickeln.

Verglichen mit den beiden Vorgängern „The Golden Bough“ und „The White Goddess“ ist das aber eher ernüchternd. Zumal man mit dem Namen ATLANTEAN KODEX, und bei einer derart epischen Ausrichtung, eingängige Melodien und Hymnen verbindet. das ist auf „The Course Of Empire“ nicht gegeben. Nicht falsch verstehen, „The Course Of Empire“ ist eine gute Platte, die die Fanbasis blind abgreifen kann. Wer sich mit der Musik der Bayern allerdings nicht so gut auskennt, sollte sich aber zunächst mit den beiden Vorgängern vertraut machen.

Ja, das ist jammern auf hohem Niveau, zumal die Bayern auch heute eine starke Scheibe abgeliefert haben, die sich vor niemandem in dem Genre verstecken muss. Im Gegenteil, die Konkurrenz dürfte sich ganz schön strecken müssen, um das Niveau von „The Course Of Empire“ zu erreichen. Wenn sie es denn überhaupt schafft. Und trotzdem bleibt (auch bei acht Punkten) ein etwas fader Beigeschmack, und man hat das Gefühl, dass der Kodex hier etwas zu ambitioniert ans Werk gegangen ist.

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09.09.2019

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5 Kommentare zu Atlantean Kodex - The Course Of Empire

  1. nili68 sagt:

    Ich besitze die The Golden Bough und wusste auch da schon nicht, ob ich die episch oder pathetisch finden sollte. Scheinbar gefällt mir bei „normalem“ Metal Cheese, wenn gut umgesetzt, besser. Da das aber klar eine Präferenz ist, gebe ich keine Note.
    Da ich in letzter Zeit vermehrt (wieder) Power Metal und so höre (ja, das ist kein Power Metal), hab‘ ich halt reingehört. Dennoch bin ich beileibe kein Fachmann für sowas und man kann das auf Youtube in Gänze selber überprüfen..

  2. mr.cb sagt:

    Normalerweise höre ich ebenfalls meist eine andere Art Metal, aber ich fand die letzte Scheibe schon sehr gut, und diese gefällt mir insgesamt sogar besser!

    9/10
  3. BlindeGardine sagt:

    Ich find es tatsächlich auch etwas sperriger als die ersten beiden Alben, die haben schon ein wenig schneller gezündet und mir insgesamt auch etwas besser gefallen.. Trotzdem wieder große Klasse und in dem Genre eine der stärksten Truppen. Man muss diese Art von Musik natürlich mögen, die Gratwanderung zwischen Epik und Pathos gehört einfach dazu. Trotzdem finde ich, dass Atlantean Kodex stets geschmackssicher bleiben und von Kitsch weit und breit keine Spur ist.

    Das Sommerloch ist jetzt jedenfalls grade für Fans traditionellen Metals vorbei, stehen doch auch die neue Crypt Sermon und die neue Ram in den Startlöchern.

    8/10
  4. Nether sagt:

    Ich hatte jetzt im Urlaub zwei Wochen lang Zeit „The Course Of Empire“ ausgiebig auf mich wirken zu lassen.
    Die hier beschworene Sperrigkeit kann ich nicht nachvollziehen. Klar, sie drücken einem die Manowar und Bathory Gedächtnismelodien nicht mehr mit aller Macht in die Gehörgänge, aber dadurch erhöht sich doch nur die Langzeitwirkung.
    Was AK in „Chariots“, „He Who Walks Behind the Years“ oder auch dem Titelstück an Riffs und Melodien abfeuern, kratzt schon nah an der Höchstnote. Dazu kommt ein nochmal verbesserter Markus Becker und ein Sound zum zum Niederknien.
    Kleine Abzüge für das etwas unspektakuläre „A Secret Byzantium“ und das unfertig klingende „The Innermost Light“.
    Wobei auch die zwei Stücke 99% der Konkurrenz das Fürchten leeren.
    9,5/10

    9/10
    1. BlindeGardine sagt:

      Gut, 2 wochen konnte ich das teil natürlich noch nicht auf mich wirken lassen, die youtube vorabversion wollte ich mir trotz gute qualität nicht mehr als 1x geben. Daher ist sicher nach meinen paar ersten richtigen durchläufen noch raum zur entfaltung 😉