Backyard Babies - Backyard Babies

Review

Galerie mit 20 Bildern: Backyard Babies – Summer Breeze Open Air 2018

Die skandinavische Rotz-Rock-Szene ist auch nicht mehr das, was sie einmal war. GLUECIFER haben den Löffel schon lange abgegeben, die HELLACOPTERS geben ihn gerade ab, TURBONEGRO rochen für mich schon immer mehr nach Image als nach Musik und die BACKYARD BABIES veröffentlichten zuletzt auch einige zumindest diskussionswürdige Geschichten. Mit dem neuen Album soll das aber alles anders werden. Weg von Hochglanzproduktion, weg von Experimenten, hin zu dem, was die Schweden berühmt gemacht hat. Dazu passt ein neues Management, ein neues Label, ein neuer Producer und die Tatsache, dass man Output Nummero Sechs nach sich selbst benannt hat. Was unterm Strich dabei rauskommt, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Oder auf metal.de

Fakt ist: Die Band geht in der Tat wieder mehr zurück zu den eigenen Anfängen. Vor allem die Produktion ist endlich mal wieder passend zur Mucke. Knöpfchendreher dieses Mal war Jacob Hellner, der auch schon für RAMMSTEIN und APOCALYPTICA den Klang justierte. Entscheidender ist jedoch, dass die BACKYARD BABIES wieder schön rocken, rotzen und gelentlich auch punken. Dabei ist der Anfang alles andere als vielversprechend. Der Opener „Fuck Off And Die“ klingt bei weitem nicht so aggressiv, wie der Titel ahnen lässt, sondern es handelt sich vielmehr um eine gesetztere, Riff-lastige Nummer. Gut zwar, aber es fehlt ein bisschen der Schwung, der einem gleich zu Beginn signalisieren sollte, dass hier wieder eine Dreiviertelstunde wild abgerockt wird. Auch Song Zwei, „Degenerated“, ist irgendwie nicht so ganz das, was man sich von der Band wünscht. Eher ein Groover, catchy zwar, aber doch irgendwie zu monoton und einsilbig. Könnte man als vorgezogenen Lückenfüller bezeichnen. Doch dann kommt die Truppe so langsam in Schwung und präsentiert mit „Come Undone“ eine echt Rock’n’Rollige Nummer mit zwar etwas kindisch klingenden Backing Vocals, dafür aber auch mit einem wunderbaren Wohlfühlchorus. Leider ist „Drool“, der nachfolgende Song, wieder ein Rückschritt, zumindest qualitativ, denn soundmäßig ist der Track relativ modern gehalten, das Hauptriff weiß zu überzeugen, aber ansonsten passiert nicht viel. Doch dann kriegt die Band endgültig die Kurve und der Spaß kann beginnen. Mit Voodoo Love Bow“ gibt es einen klassischen Track, der wie eine Mischung aus den STONES und GUNS’N’ROSES klingt, „Idiots“ ist eine krachende, aggressive Killernummer in bester BABIES-Manier, in „The Ship“ huldigt man den 3-Akkorden-Heroen THE RAMONES und mit „Abandon“ gibt es eine spezielle Nummer, die als reiner Akustikgitarrensong beginnt, sich im Refrain dann aber in einen sentimentalen Teenieseriensoundtrack verwandelt und trotzdem vorzüglich funktioniert. Das Beste kommt aber zum Schluss: „Where Were You“, „Nomadic“ und „Back On The Juice“ sind die lebendigen Beweise, dass die Truppe nach wie vor Songs mit Klassikerpotential schreiben kann. Das Feeling dieser Stücke ist fantastisch und vermittelt das Gefühl, dass irgendwie doch alles in Ordnung ist. Großartig, genial, berührend.

„Backyard Babies“ ist sicher kein zweites „Total 13“, aber doch besser als das, was man zuletzt unters Volk brachte. Ein Album mit Höhen und etwas kleineren Höhen. In jedem Fall ein Genuss für jeden Fan der Band.

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10.08.2008

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