Betzefer - The Devil Went Down To The Holy Land

Review

Seit dem bockstarken Debüt „Down Low“, zu dem ich damals als Teenager mein rebellisch wucherndes Haupthaar schüttelte, ist eine gefühlte Ewigkeit vergangen. Und obwohl BETZEFER ein paar Jährchen später mit „Freedom To The Slave Makers“ einen mehr als soliden Nachfolger präsentierten, scheint man in der internationalen Metal-Szene nach wie vor kein sonderliches Standing zu genießen. Eigentlich unverständlich, vor allem wenn man sich die Tour-Geschichte der Truppe ansieht. Wie auch immer: Mit ihrem dritten Studiowerk „The Devil Went Down To The Holy Land“ unternehmen die Israelis nun einen erneuten Anlauf, nachhaltig auf sich aufmerksam zu machen.

Um dieses Ziel zu erreichen, feuern die Mannen aus Tel Aviv 13 knackige Tracks ab, wobei man sich dabei im Wesentlichen auf bewährte und bekannte Stärken besinnt: wuchtiges Stoner-/Metal-Riffing, jede Menge Groove (Roey Berman ist diesbezüglich einer der coolsten Drummer, die ich kenne) und natürlich das außergewöhnliche Organ von Fronter Avital Tamir. Insgesamt kommt das neue Material des Vierers dabei mit deutlicher Oldschool-Schlagseite daher, der Metal-Anteil wurde im Vergleich zu den beiden ersten Releases insgesamt etwas zurückgeschraubt. Und so verströmen die Riffs der Israelis immer mal wieder unterschwellig das Flair alter Helden wie AC/DC, DEF LEPPARD oder CORROSION OF COMFORMITY. Zudem werden auch Liebhaber von Gitarren-Haudegen wie Zakk Wylde ihre Freude an BETZEFER finden.

Die Platte beginnt nach kurzem Intro mit dem bereits vorab samt Video veröffentlichten Titeltrack, einer recht minimalistisch gehaltenen, stampfenden Stoner-Rock’n’Roll-Nummer, die sofort in Bein- und Schultermuskulatur geht und mit ihrem kernigen Drive zu baldigem Mitwippen verleitet. Dabei stellt der mit fast exakt drei Minuten recht kurze Song weder die Neuerfindung des oft bemühten Rades dar, noch ist er in sonstiger Hinsicht eine musikalische Offenbarung. Vielmehr handelt es sich schlichtweg um eine handwerklich souveräne und ziemlich knackige Reminiszenz an oben erwähnte Rock’n’Roll-Legenden.

Etwas schneller und ruppiger wird es beim anschließenden „Killing The Fuzz“, das wieder hörbarer in Richtung Stoner und Metal schielt und in dieser Form auch auf dem Debüt hätte stehen können. Gleiches gilt mit Abstrichen für die später folgende Groove-Walze „Sledgehammer“ und „Suicide Hotline Pt. 1“, das mit coolem Oldschool-Riffing und absolutem Kopfnicker-Potenzial aus den Membranen lärmt. Der Schwester-Song „Suicide Hotline Pt. 2“ wiederum zieht das Tempo nochmals an, hier wecken BETZEFER erneut Erinnerungen an ihre frühe Schaffensphase. Weitere Highlights gegen Ende sind das brutale „Cannibal“, das mit tiefen Growls und krachendem Stakkato-Riffing etwas aus der Reihe fällt und fast schon Death-Metal-Züge besitzt sowie der mörderisch groovende Schlusstrack „Can You Hear Me Now?“.

Dazwischen gibt es mit dem etwas laschen „Milk“ oder dem irgendwie unausgegoren klingenden „Copkiller“ gelegentlich aber auch schwächere Momente auf dem Album, in denen BETZEFER nicht in vollem Maße überzeugen können. Dennoch macht „The Devil Went Down To The Holy Land“ in seiner Gänze einen starken und reifen Eindruck. Ich persönlich hätte mir aber noch ein, zwei weitere Killer-Songs und ein paar Minuten weniger Leerlauf gewünscht. Unabhängig davon gilt: Wer diese Jungs noch nicht kennt und auf erdige, groovende Gitarrenmusik steht, sollte BETZEFER unbedingt antesten. Eine Möglichkeit dazu besteht Ende des Jahres, wenn die Herrschaften bei uns eine Handvoll Konzerte spielen.

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18.11.2013

"Am Ende isses immer Arbeit."

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