Bottomless - Bottomless

Review

Das italienische Doom Trio BOTTOMLESS veröffentlicht dieser Tage sein gleichnamiges Debüt-Album. BOTTOMLESS sind Sänger und Gitarrist Giorgio Trombino (ASSUMPTION, NOISE DEMON), Drummer David Lucido (ASSUMPTION, GRAVESITE) sowie Bassistin Sara Bianchin (MESSA, RESTOS HUMANOS).

Die erste selbstbetitelte Platte von BOTTOMLESS erscheint auf CD, LP und digital und bietet nichts als unverfälschten Doom Metal im Stil der alten Meister BLACK SABBATH, SAINT VITUS, PENTAGRAM, TROUBLE und THE OBESSESSED.

BOTTOMLESS verfolgen eine klare Vision

Im Promo-Text wird Sänger Trombino folgendermaßen zitiert:

BOTTOMLESS ist unser Vehikel, um eine Liebe auszudrücken, die niemals stirbt, nämlich die für die bedrohlichste, sabbathischste Form von langsamem Heavy Metal, die wir uns je ausdenken konnten. In diesem Projekt ist kein Platz für etwas anderes als unsere Einflüsse. Davon abgesehen ist unser erstes Album die Verwirklichung unserer Vision.”

Ein sehr eingespieltes und begnadetes Trio

Aber genug der Vorrede, kommen wir zur Musik auf ‟Bottomless”. Schnell kann man erkennen, dass hier sehr erfahrene Musiker am Werk sind. Die Instrumentalabteilung klingt absolut tadellos und die Produktion wirkt zwar retro aber nicht altbacken. Der Opener ‟Monastery” startet sehr unaufgeregt doomig und schon nach den ersten Takten ertönt die angenehm klare Gesangsstimme von Trombino.

Doch so richtig zünden will der Opener leider nicht. Es ist ein schön vorgetragenes Doom-Stück im klassischen Sinn, dem jedoch die ganz große Melodie oder Idee fehlt und ein wenig zu sperrig wirkt.

Eine Schwäche, die im weiteren Verlauf des Albums leider häufiger auftritt. So beispielsweise bei ‟In Loveless Reign” und sogar im Titeltrack ‟Bottomless”, der vom Songaufbau zwar spannend ist, aber dann nicht wirklich restlos überzeugt, wenn es zum Refrain kommt.

Auf Bottomless wechseln sich langsame und schnelle Songs angenehm ab

‟Centuries Asleep” ist hingegen ein richtig cooler Rocker, der mit einem flotten Groove und einem eingängigen Refrain punktet.

Wirkte der Opener noch ein wenig holprig, geht hier alles flüssig von der Hand. Abgerundet durch ein BLACK SABBATH typisches Riff und einem improvisierten Solo im Stil von SAINT VITUS bietet der Track schon ein erstes Album-Highlight.

Nach dem Titeltrack folgt ‟The Talking Mask” mit einem stampfenden Beat und schnelleren Grundtempo, was den Italienern sehr gut zu Gesicht steht und für Abwechselung sorgt. Zum Ende gibt es wieder einen tollen, improvisierten Gitarrenpart, der in den gesungenen Refrain übergeht, der den Song beendet.

‟Ash”, zu dem Song es auch ein YouTube Video gibt, beginnt mit vereinzelten Bassnoten und einem doomigen Lawariff bis der Sprechgesang einsetzt, der lediglich vom Bass begleitet wird. Ein schweres, komplexes Stück mit eigener Identität, das ab der Hälfte aber noch an Geschwindigkeit zulegt und durchaus zu gefallen weiß.

‟Losing Shape”, eines der schnelleren Stücke auf dem Album, beweist einmal mehr, dass Doom nicht immer zwingend langsam sein muss. Der Refrain überzeugt zwar nicht auf ganzer Linie, aber allemal wieder ein solides Stück mit echter Rockkante und einem tollen Gitarren Solo.

‟In Loveless Reign” bringt der Bass einiges an Abwechslung, wenn er effektvoll vor sich hinwabert. Auch im Gesang gibt es leichte Variationen, aber es ist eher ein schwächerer Song ohne großen Wiedererkennungswert.

‟Vestige” ist da schon von einem anderen Kaliber. Hier erzeugt die Gitarrenharmonie eine verträumte Atmosphäre und Trombino veredelt den Song mit der besten Gesangsleistung auf dem Album und einem tollen Solospiel. Darüber hinaus hat der Song einen immensen Groove, der einen bis zum Ende mitstampfen lässt.

‟Cradling Obsession” ist der Abschlußtrack von der LP Version, der leider einfach ausgeblendet wird und somit keinen adäquaten Album-Abschluss bildet. Mit ‟Hell Vacation” gibt es aber noch einen CD Bonus Track, der bei einer Gesamtspielzeit von 46 Minuten aber locker als regulärer Song auf der LP Platz gefunden hätte. Sachen gibt`s…

Doom mit Atmosphäre

Schöner Doom-Metal mit mächtigen BLACK SABBATH-Riffs und ausdrucksstarkem, klarem Gesang sorgt hier durchgängig für eine düstere Atmosphäre, in die man am besten per Kopfhörer und in Mega-Lautstärke eintaucht. Zwar reicht das Material von BOTTOMLESS qualitativ nicht ganz an die alten Klassiker ihrer eigenen Helden heran, aber die hypnotische Wirkung auf eingefleischte Doom-Fanatiker ist jederzeit garantiert. Was BOTTOMLESS außerdem von anderen SABBATH-Epigonen abhebt, ist die Tatsache, dass Sänger Trombino völlig eigenständig klingt und nicht versucht eines seiner Vorbilder zu imitieren.

Bottomless ist ohne Zweifel ein starkes Debüt

Und so ist „Bottomless“ unter dem berühmten Strich eine über ganz weite Strecken gute Doom-Metal-Scheibe geworden, die mit jedem Hördurchgang weiter wächst, aber auch einiges an Mittelmaß aufweist. Es fehlen die ganz großen Momente und die zwingenden Melodien. Sicher ist das mitunter Meckern auf hohem Niveau, aber wer sich voll und ganz seinen Idolen verschreibt, muss auch ordentlich abliefern. Als Anspieltipp sollten unbedingt ‟Centuries Asleep” und ‟Losing Shape” genannt werden.

16.07.2021

Der metal.de Serviervorschlag

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