Breach The Void - The Monochromatic Era

Review

Wenn eine Metal-Band, die sich gerade formiert, als letztes Mitglied ihren Gitarristen findet, beschleicht mich ein ungutes Gefühl. Glücklicherweise zu Unrecht, wie sich beim Anhören von „The Monochromatic Era“, dem Debut von BREACH THE VOID, herausstellt. Die junge Schweizer Formation, die auf dem Mist des ehemaligen SYBREED-Drummers gewachsen ist, folgt den Spuren von Bands wie FEAR FACTORY oder MNEMIC und macht ihre Sache dabei wirklich nicht schlecht.

Geboten wird sehr steril wirkendes und zackiges Geholze, das die Band auf spielerisch und technisch hohem Niveau zeigt. Stakkato-Kaskaden von Gitarre und furztrockenem Schlagzeug treffen auf zwar nicht besonders spannende, aber immerhin passende synthetische Spielereien. Die Vocals pendeln zwischen aggressiven Screams und – und damit sind wir am ersten Kritikpunkt angelangt – unglaublich farblosem und weinerlichem Klargesang, wie man ihn von unsäglichen Emo-Kapellen kennt. Technisch gibt es an den Leistungen von Marko Romero (ebenfalls) nichts auszusetzen, selbst die zweistimmigen Passagen klingen sauber (wobei ich den Verdacht, dass da Autotune-Software im Spiel ist, nicht vollständig loswerde) – sowohl Melodieführung als auch emotional schießen sich BREACH THE VOID jedoch selbst ins Bein.

Warum? Eigentlich gelingt es dem Vierer sehr gut, ihre post-apokalyptische Stimmung heraufzubeschwören – wobei man darüber diskutieren kann, inwiefern dieser Ansatz innovativ ist und ob man nicht eher zur Post-Post-Apokalypse übergehen müsste, um wirklich noch jemandem hinter dem Ofen hervor zu locken. „Eigentlich“ heißt, dass die gebotene Musik in weiten Teilen wunderbar anorganisch, steril und maschinell klingt – bis dann der klare Gesang ins Spiel kommt, der sich atmosphärisch einfach überhaupt nicht stimmig einfügen kann und mir ein wenig die Freude an den Songs nimmt. Zudem gelingt BREACH THE VOID nicht ganz das Kunststück, den Hörer trotz dieser sterilen Grundstimmung komplett mitzureißen. Da wäre also durchaus Luft nach oben.

Was mir zudem in Ansätzen auf den Senkel geht, sind Klischee-Songtitel wie „Customized Genotype“, „Digital Structure“ oder „System Failure“, die – und da lehne ich mich mal aus dem Fenster, denn die Songtexte liegen mir nicht vor – eher nach Post-Apokalypse-Titel-Generator(TM) klingen als nach ernsthafter Beschäftigung mit der Materie. Sei’s drum, BREACH THE VOID legen mit „The Monochromatic Era“ einen eindrucksvollen Erstling vor, der technisch auf höchstem Niveau agiert, dadurch aber vermeintlich kleinere Schwächen umso stärker in den Vordergrund rückt. Wenn die Band an diesen Schwächen arbeitet, haben FEAR FACTORY ernsthafte Konkurrenz.

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28.09.2010

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