Burden Of Grief - Eye Of The Storm

Review

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Die deutschen Melo-Deather BURDEN OF GRIEF aus Kassel sind auch bereits seit 1994 unterwegs und veröffentlichen die kommenden Tage mit „Eye Of The Storm“ schon ihr siebtes Album. Man darf nicht vergessen, dass diese Richtung Musik während der 2000er Jahre in Deutschland (und darüber hinaus) mal ziemlich beliebt und so ziemlich jeder zweite Newcomer der um die Ecke kam eine neue Melo-Death-Band war. Viele übriggeblieben sind nicht (ich persönlich trauere, glaube ich, am stärksten NEAERA hinterher), die Qualität schwankte auch erheblich. Was kann also das neue Album der Hessen? Yay or nay?

„Eye of the Storm“ steht für neue Einflüsse in einem musikalischen Genre, das ein paar neue Impulse eigentlich ganz gut vertragen könnte.

Während noch mit einem nichtssagenden und überflüssigen Intro samt folgendem Titeltrack mit melodischer Grundausprägung und einprägsamem Chorus genretypisch und ein wenig durchschnittlich gestartet wird, ist Nachfolger „The Angel“ nach fälschlich in Sicherheit wiegendem, ruhigem Intro schon ein wenig rabiater unterwegs. Eine rockige Grundausrichtung mit coolem Schlagzeuggroove als Opening überrascht in „Broken“. Der Rest bietet dann zwar listenmäßig die Charakteristika des Genres feil: einprägsame Mitsing-Refrains, Twin-Leads im Wechsel mit Riffs aus dem Melo-Death-Lehrbuch, ordentlich Dampf über die Doublebass des Schlagzeugs, solides, aber auch nicht eigene Akzente setzendes Growling. Das ist dann (technisch) durchaus ordentlich, kommt aber über den bloßen Genre-Standard auch nicht großartig heraus. BURDEN OF GRIEF trumpfen aber damit auf, diese altbekannten Zutaten durchaus songdienlich mit Neuem zu verknüpfen, wie abwechslungsreichen, rockigen Einflüssen in der Leadarbeit, beinahe in Thrash-Gefilde schielende Riffs & Gangshouts („Killing Spree“) oder sogar  Blasts („Zero Gravity“), mündend schließlich in dem kleinen,  sechseinhalb Minuten langen Abschlussepos „The Funeral Cortege“.

BURDEN OF GRIEF schaffen es nicht (immer), emotional mitzunehmen und zu begeistern.

Trotz aller Abwechslung will sich bei mir nicht so recht Begeisterung einstellen. Die Songs sind solide, wissen zu gefallen, aber ein richtig guter Chorus oder ein gutes Verse-Riff die sich in die letzten Hirnwindungen fräsen fehlen mir so ein wenig. Nach ein paar Durchgängen kann ich mich an einzelne Parts erinnern, die mir gefallen, weiß aber nicht zu sagen, in welchem Song sie waren. Das ist dann über Albenlänge ein wenig mau. Zugegebenermaßen hat mich wenig was in den letzten Jahren erschienen ist in diesem Genre nachhaltig beeindruckt und ich kehre meistens zu den (schwedischen) Klassikern der 90er zurück (IN FLAMES, DARK TRANQUILITY, AT THE GATES), wenn ich meinen Fix Melo-Death brauche. Eine Band wie WOLFHEART etwa schafft es aber, technisch anspruchsvolle, aber trotzdem eingängige Songs mit der nötigen Härte, aber auch Melodie und Emotionalität zu schreiben. Das geht BURDEN OF GRIEF ein wenig ab. Das Können ist definitiv vorhanden, aber sie lösen keine große emotionale Reaktion in mir aus. Vielleicht ist man bei all den Ideen ein wenig zu sehr im Sturm und nicht seinem Auge, also nicht zentriert und geerdet, um die Stärken auszuspielen und vielleicht reduzierter, aber dafür umso eingängiger zu musizieren. Ich spreche eine vorsichtige Kaufempfehlung für Genrefans aus, stelle aber fest, dass noch Luft nach oben ist und auch heute durchaus stärkeres in meinen Ohren auf dem Markt existiert.

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28.04.2018

"Ein Hacker ist jemand, der versucht einen Weg zu finden, wie man mit einer Kaffeemaschine Toast zubereiten kann." - Wau Holland -

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