Cage - Hell Destroyer

Review

CAGE kommen aus San Diego, gewannen 1999 einen vom Rock Hard veranstalteten Band-Contest und spielten in der Folgezeit mit DIO, PRIEST, DOKKEN und MAIDEN. Das Debut „Darker Than Black“ ist an mir vorbeigezogen. Die Marschroute dürfte klar sein. Das an alte LIEGE LORD, VICIOUS RUMORS oder MANOWAR erinnernde Cover und die gewählten Songtitel lassen erkennen, dass hier traditioneller US-Power Metal geboten werden wird, selbstredend ohne Thrash, denn das wäre schon zu modern, klar.

„I’ve Come For You all“ tönt es nicht allzu gemein im Intro „Decsension“ aus dem Off. Das anschliessende „Hell Destroyer“ zeigt flotten Power Metal der mittleren ICED EARTH-Phase, unterlegt mit Screams der Marke Rob Halford und Gitarrenlicks aus der Feder Tipton/Downing. Erinnert alles sehr an „Painkiller“. Hell, klirrend, Speed, Überschlag. „I Am The King“ ist etwas epischer, „Die By The Blade“ intoniert Sean wirkungsvoll wie Rob einst im April. „The Circle Of Light“ ist eines der zahlreichen Zwischenspiele mit Schwertergeklirre, denn ganz wie ihre Vorbilder MANOWAR gibt es Interludien zuhauf; 21 Songs werden in knapp 80 Minuten dargeboten. Keine Angst, ich werde nicht alle besprechen. „Christhammer“ ist in der Strophenphase eins zu eins an ICED EARTH angelehnt, im Refrain warten dann die Priester. Erstaunlich dreister Ideenklau, wirklich. Einige orientalische Einsprengsel gibts gratis drauf. Und so geht es unermüdlich weiter, wobei bisweilen Midtempo angeschlagen wird, ansonsten fleißig alles aus dem PRIEST-Backkatalog durch den Wolf gedreht wird, was nicht rechtzeitig die Flucht ergreifen kann. Zum Teil gelingt es CAGE dabei sogar, ganz nette Parts zu kreieren, allerdings ist die Produktion seltsam dumpf; zudem ist alles bekannt, und zwar zu einhundert Prozent.

„Abomination“ ist einer dieser etwas anderen Songs, denn hier zitieren CAGE zur Abwechslung mal VICIOUS RUMORS. Einen Originalitätspreis werden sie auch damit keineswegs einfahren. Meine Güte, wie altmodisch eigentlich, auch Produktion und Mix. Danach fählt es mir schon schwer, mich auf die noch bevorstehenden weiteren 50 Minuten zu konzentrieren. Das Schema ist gleich; allein „Painkiller“ ist besser, wie so oft. „Rise Of The Beast“, „Betrayal“, „Fire And Metal“ (der Titel könnte jemand gefallen…), „Metal Devil“ und als Bonus ein Track namens „King Diamond“ (erinnert musikalisch aber nicht an MERCYFUL FATE oder den KING) zeigen, dass true hier trve geschrieben wird. Solche Klischees habe ich zuletzt bei ihren deutschen Landsleuten, den bemitleidenswerten MAJESTY oder den grottenschlechten METAL INQUISITOR erlebt. Opernarien dürfen natürlich auch nicht fehlen, oft wiederholte und stets gerufene Refrains („Rise!“, „Hell!“, „Death!“) sind Standard, ebenso hellste Stimmlagenloopings, die so weder Rob noch der Ripper einsetzen (sie werden wissen, warum) und immer wieder (zuviele) kitschige MANOWAR-Quasseleien zwischen den Songs. Klar, die Gitarristen flitzen permanent, manchmal überholen sie auch das ein oder andere Instrument; es schadet nichts, da der Sänger ohnehin ganz woanders verweilt, sodaß es wieder passt.

Gegen Ende des Albums sind die Unterschiede bezüglich der Songs nur noch im homöopathischen Bereich auszumachen. Die Ideen werden rarer, die Knaller sind wohlweislich vorne plaziert. Aber was heißt das schon bei 80 Minuten Musik? Puristische Jünger, die sich im „Screaming For Vengeance-Something Wicked-Sign Of The Hammer-Painkiller“ Segment, welches neuere musikalische Einflüsse konsequent negiert, barock möbliert bequem eingerichtet haben, werden ihre Erfüllung finden, zu einhundert Prozent. Die können zwei Punkte drauflegen.

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18.05.2007

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