Charing Cross - We Are... Charing Cross

Review

Wo steht die größte Orgel der Welt? Richtig! In der Schweiz. Mit siebeneinhalb Millionen Pfeifen.
Einer meiner Lieblingswitze. Und wie schon an der Internetz-Adresse ersichtlich, handelt es sich hier um eine Formation aus der Confederatio Helvetia, der lieblichen Schweiz, die mich, als ehemaliger Grenzbewohner so oft mit günstigen Spritpreisen und saugeiler Schokolade beehrt hat. Kurz nachgedacht sind mir doch einige Vertreter der härteren Gangart bekannt, allerdings von CHARING CROSS habe ich bisher noch nichts vernommen.
Das ist jetzt nicht unbedingt ein Beinbruch, denn bei ”We are….Charing Cross“ handelt es sich um ihren ersten, in Plaste und Elaste gegossenen musikalischen Erguss, den sie bei der Gelegenheit auch gleich noch selbst produziert und abgemischt haben. In der schönen Schwyz. Hach, ich schwelge immer noch in Erinnerungen.

Zuerst hab ich mir den letzten Song, ”Vanished Memories“ angehört, um mein Vorurteil zu bestätigen, dass das ja im Bezug auf die Musikrichtung nur eine schmierige Ballade sein kann. Weit, weit gefehlt. CHARING CROSS beschließen ihr Album nicht klischeemäßig mit viel Schmalz, sondern mit ordentlich Dampf. Und wenn ich schon dabei bin, dann rollen wir das Feld doch gleich ganz von hinten auf. Einzig ruhigeres Stück ist mit ”Long Time Ago“ zu finden, der Rest der zwölf Song spielt sich im Mid-Tempo Bereich ab und rockt ordentlich durch die Anlage.
Zu Beginn von ”Voices“, oder von mir aus auch von ”Kick Ass Rock N´Roll“ wird eines ganz klar:
Pascal Zwyssig, Kopf der Truppe, hat ein Faible für IRON MAIDEN. Nicht nur instrumental gesehen, auch gesanglich. Peter Hochuli, der zweifelsfrei gut singt, erinnert einmal mehr an die Rocker aus England.

Bei ”Burn The Sun“ musste ich unabsichtlich etwas grinsen, denn ich habe nicht gewusst, dass CHARING CROSS für kurze, einführende Sprechgesänge ihren Landsmann DJ BOBO engagiert haben. Zumindest hört es sich ganz danach an. (Ja, ich besitze eine DJ BOBO-CD) Oder ist das etwas so eine schweizer Eigenheit? Spielt im Endeffekt keine Rolle, aber bitte in Zukunft nicht mehr sprechen sondern singen, hört sich wesentlich besser an.

Auf das Gesamtwerk blickend, bleibt zu sagen, dass CHARING CROSS hier durchaus eine saubere Leistung hingelegt haben. Zwar hört man deutliche Verbindungen zu anderen namhaften Bands der Sparte, doch die Schweizer geben ihr Bestes, so eigenständig wie möglich zu sein. Melodische Ohrwürmer und richtig treibende Stampfer lassen den interessierten Musikfreund aufhorchen. Und auch wenn das gewisse Quäntchen Eigenheit fehlt, so steht eins doch fest:
CHARING CROSS rocken was das Zeug hält! Ein Grund mehr, wieder mal ins Land zu fahren, in dem Schokolade und Käse fließen.

22.08.2008

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