Corroded - State Of Disgrace

Review

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CORRODED ist eine fünfköpfige Hard Rock-Armee, die sich bereits in 2009 in der schwedischen Heimat durch die Veröffentlichung des Titelsongs „Time And Again” für die TV-Serie „Survivor“ einen Namen gemacht hat. Zusätzlich hat der Song „Age Of Rage“ vermutlich weltweit Anhänger, denn er dürfte manch einem „Battlefield“-Zocker zwischen dem Geballere mal ans Gehör gedrungen sein.

Mir war die Band bisher jedoch unbekannt – als aber nach dem ruhigen instrumentalen Intro auf einmal „Let Them Hate As Long As You Fear“ abging, war ich hellauf begeistert. Der Song rockt dir die Birne aus dem Hirn! Durchgehende harte Riffs, die sich immer mehr steigern, die Drums sind klar und treibend, der Gesang ist rauchig, griffig und stark und der Refrain hat absolutes Ohrwurm-Potential. Schon nach wenigen Minuten war ich mir sicher, dass mir die Platte gefallen könnte.

Stimmlich erinnerte mich Frontmann Jens Westin gleich zu Beginn sehr stark an Chad Kroeger – das muss jedoch an sich nicht sofort einen negativen Beigeschmack haben, nur wurde der NICKELBACK-Geschmack mit zunehmender Laufzeit immer stärker. „More Than You Can“ könnte problemlos im Radio laufen. Bei „I Am The God“ kommt nach längerer, positiver, allerdings doch recht unspektakulärer Spieldauer endlich wieder Bewegung in die Bude. Der Song startet interessant, aber spätestens nach zwei Minuten kommt die Frage auf: Wo ist nun der rote Faden?

Eine „Schnulze“ haben wir natürlich auch noch: „Beautiful Revolution“. Ich bin eine Frau, ich darf das gut finden! Stimmig, schön, brav mit Keyboard-Streichern und -Piano im Hintergrund. Der Song gefällt, ist melancholisch, mitreißend – aber kommt einen Tick zu überladen daher. Man hätte sich beispielsweise (nachträgliche) stimmliche Spielereien sparen können – weniger ist manchmal mehr.

Wie fasse ich dies alles am Besten zusammen? Gibt es irgendetwas Unverkennbares? Kann CORRODED herausstechen und die Qualität halten? Ich merke schnell: Wenn es eines tunlichst zu vermeiden gilt, ist es das Durchstöbern von Meinungen zu einer Band, die man rezensieren möchte. CORRODED scheidet die Gemüter. Es hat den Anschein, als würden Hörer die Band entweder in den Himmel loben, oder sie und ihre Veröffentlichungen mit Vorliebe schnellstmöglich einstampfen und ihre Existenz schlichtweg bestreiten.

Zugegebenermaßen habe ich mir zwar ein paar der „alten“ Titel vorab angehört, jedoch wollte ich mir die Meinung zum Album ohne Vorurteile oder Erwartungen bilden. Denn sind wir mal ehrlich: Egal in welchem Genre, revolutionäre Sounds und absolute Neuerfindungen sind heutzutage rar – es hat irgendwie schon alles gegeben. Dies kann man dieser Band jedoch nicht zu Lasten legen – Sound und die Aufmachung von CORRODED sind schlichtweg gut. Dass sie schon größere Shows, wie beispielsweise das Vorprogramm von AIRBOURNE übernehmen durften, weist deutlich auf Menschen hin, die sowohl an das Konzept als auch an die Überzeugungskraft der Band glauben und dies kann ich bestätigen. Die Jungs können sich problemlos das Alternative-Siegertreppchen mit ALTER BRIDGE, DAUGHTRY und FILTER teilen. Ja genau, richtig gelesen: Post Grunge. Ich wage zu behaupten, dass die Bezeichnung „Hard Rock“ CORRODED nicht ganz zu Gesicht steht, aber wer denkt schon in Schubladen!?

Anspieltipps sind definitiv „Let Them Hate As Long As You Fear“, „I Am The God“ und „As I Am“. Generell klappt das mit den drückenden, treibenden Songs ganz gut, beim Rest will der Funke aber leider nicht so wirklich überspringen. ­Persönlich stelle ich mir die Frage, ob die Band ihren „roten Faden“ vielleicht einfach noch nicht gefunden hat. Wie sonst können die einzelnen Stücke so unterschiedlich – sowohl vom Aufbau, Thema, als auch von der Stimmung – sein? Was sie mit Ihrem dritten Album „State Of Disgrace“ abliefern, sind jedoch knapp 44 Minuten entspannter Rockerei, Hymnen mit Ohrwurm-Potential und überraschender Abwechslung.

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17.02.2014

The world is indeed comic, but the joke is on mankind.

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