Danzig - Skeletons

Review

MISFITS-Legende Glenn Danzig hat sich einen lang gehegten Wunsch erfüllt: Schon seit den Achtzigern geisterte anscheinend die Idee in seinem Kopf herum, den musikalischen Favoriten seiner Jugendzeit auf einem Coveralbum die Ehre zu erweisen. Und so beschloss er 2015, endlich nicht mehr länger zu warten. Schon da hatte man die ursprüngliche Planung, nur eine EP aufzunehmen, verworfen; es gab einfach zu viele potenzielle Songs, die man hätte interpretieren können.

Enthalten sind nun sowie Klassiker von BLACK SABBATH, ELVIS PRESLEY, AEROSMITH und ZZ TOP als auch einige Ausflüge in Filmmusik und alte Garagenmucke. Glenn hat dabei den Großteil der Instrumente selbst eingespielt und natürlich den Gesang beigesteuert. Durch eine eher räudige und weniger digital glattpolierte Produktion sowie den typischen DANZIG-Stil klingt “Skeletons“ in seinen Bestandteilen nicht wie die Originale; aber das sei auch gar nicht die Idee, wie Glenn zu denken gibt: Füge deinen eigenen Stil hinzu oder lass es bleiben. Kopien braucht schließlich keiner.

Selbst das Cover der Scheibe ist eine Hommage an “Pin Ups“ von DAVID BOWIE, für das er sich extra das ehemalige Pornosternchen und heutige Model Kayden Kross ausgeliehen hat. Seine Schminke erinnert hier an frühere Auftritte mit seinen Horrorpunk-Kollegen von den MISFITS.

Tief, tief hat Glenn in der alten Plattenkiste seiner Rebellenjahre gegraben. In einem Interview mit dem amerikanischen Magazin “Entertainment Weekly“ berichtete er von den Hintergründen der Songs: “Devil’s Angels“ beispielsweise stammt aus dem Soundtrack des gleichnamigen alten Bikerschinkens. “Let Youself Go“ von ELVIS PRESLEY prägte seine Jugend insofern, als dass der King of Rock mit seinem Hüftschwung und seiner modernen Attitüde und Bühnenpräsenz einen starken Eindruck auf den jungen Danzig machte. Den BLACK SABBATH-Klassiker “N.I.B.“ entdeckte er durch Zufall als Neuzugang im lokalen Plattenladen; begeistert vom Cover und dem Namen der Band kaufte er das einzige Exemplar im Geschäft. Kurze Zeit später explodierte der Bekanntheitsgrad der heutigen Heavy/Doom-Legenden.

Das AEROSMITH-Cover “Lord Of The Thighs“ hat Danzig in eine wesentlich schwerfälligere Variante verwandelt. Bei “Rough Boy“ der Südstaaten-Rocker ZZ TOP legt er eine unglaublich schmalzige Nummer hin, die jedoch durch seine Stimme einen gewissen Charme erlangt. Er gefällt sich sicher auch selbst ganz passabel in der lyrischen Rolle, ist er doch bekannt durch sein intensives Bodybuilding und seine Vorliebe dafür, nervigen Konzertbesuchern gern mal einen etwas kräftigeren Stups auf die Nase zu geben. Mit “With A Girl Like You“ von den Amipunkern THE TROOGS geht die Partykanone ab. “Crying In The Rain“ von den EVERLY BROTHERS nimmt er den poppigen Stil und verwandelt ihn in einen melancholischen Ausklang des Albums.

Eine Bewertung erscheint hier mehr als unpassend. Im großen und ganzen hat Glenn Danzig endlich mal das gemacht, was er schon seit Jahrzehnten machen wollte, und da sollte man ihm den Spaß auch gönnen. Ob sich der geneigte Fan sich die “Skeletons“ nun unbedingt in den Schrank stellen muss, ist fraglich, aber wer ein Freund der früheren DANZIG-Phase ist und kein Problem damit hat, sich auch mal ein reines Coveralbum zu gönnen, dem sei die Scheibe empfohlen.

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08.12.2015

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