Death Alley - Black Magick Boogieland

Review

Galerie mit 20 Bildern: Death Alley - Kadavar Tour 2017

Auf zukünftigen musikalischen Weltkarten wird das bisher unbekannte „Black Magick Boogieland“, oligarchisch und diabolisch, doch gütig beherrscht von der sog. DEATH ALLEY, hundertpro an exponierter Stelle erscheinen. Die zentralen Erkenntnisse gibt es daher an dieser Stelle vorab.

Was bislang bekannt ist, erscheint so bedenklich wie faszinierend und stützt sich auf die Aussagen der wenigen aus dem „Black Magick Boogieland“ Zurückgekehrten. Diese im bisherigen Leben in großer Mehrheit als „Langweiler vor dem Herrn“ resp. „Loser-Hippie“ charakterisierten Personen gaben zu Protokoll, mit der Clique der DEATH ALLEY zufällig bzw. irrtümlich auf den „falschen Festen“ oder in „abseitigen Schankstuben“ in Berührung gekommen zu sein, auf jeden Fall aber in einem Zustand der Verwirrung. An den Weg ins bzw. aus dem „Black Magick Boogieland“ hatten sie keine Erinnerung, nach ihrer Rückkehr zeigten sie typische Symptome starken Alkohol- und Drogenmissbrauchs und nannten das Gefühl, „es endgültig verrissen“ zu haben.

Illegale Substanzen hätten dabei im Hoheitsgebiet DEATH ALLEYs „wohl auch hin und wieder“ eine Rolle gespielt, zentraler Faktor aber sei die Musik gewesen – die Musik der „coolen Typen [beiderlei Geschlechts] mit Lederjacken und kaputten Hosen und Moralvorstellungen“. Diese bildeten die überwätigende Mehrheit im „Black Magick Boogieland“ und hätten bevorzugt und „nicht nur metaphorisch ums Feuer getanzt“. Den Charakter der alles dirigierenden Musik konnten die Rückkehrer mangels relevanter Vorbildung nicht adäquat beschreiben, eine Person gab exemplarisch zu Protokoll, sie hätte durch den „Lärm“ schlagartig den Drang verspürt, dem Leibhaftigen „in einer Tour mittels obszöner Gesten“ zu huldigen, welche „EINDEUTIG nicht mit Anstand und Moral in Verbindung [hätten] gebracht werden [können].“

Nach Konfrontation der Befragten mit einer großen Zahl potenziell vergleichbarer einschlägiger Werke lässt sich aber das Folgende rekonstruieren: DEATH ALLEY spielen im „Black Magick Boogieland“ demnach klassisch instrumentierten Rock, dessen Stilmittel altbekannt sind, der aber spektakulär wird durch die allgegenwärtige Energie und Hingabe seiner Erzeuger. Das Herzblut tropft diesem Punk-fueled Boogie-Rawk nicht nur aus jeder Rille, es peitscht – versetzt mit ehrlichem Schweiß einer jeden Körperöffnung – geradezu in alle Richtungen. Als besonders verführerischen Höhepunkt einer jeden Session nannten alle übereinstimmend „Supernatural Predator“, der klingt, als coverten WARRIOR SOUL mit voller Wucht und allem, was sie haben, sowie elektrisierend unlauteren Absichten einen guten HAWKWIND-Song – mit Farida Lemouchi (THE DEVIL’S BLOOD) als hintergründiger Melodieträgerin. Besonders in diesem Epos, aber auch sonst erinnert der Gesang im „Black Magick Boogieland“ an Kory Clarke in vollem Saft. Das nachgerade manische vieler Passagen gemahnt an die famosen GRAVEYARD (Schweden) mit MC5, MOTÖRHEAD oder vollkommen, also wirklich VOLLKOMMEN am Rad drehenden STATUS QUO vor Augen.

Alles gerät überschäumend und ist nur im Sinne der Catchiness notdürftig kanalisiert in packenden Songs. DEATH ALLEY verbinden somit die punkige Power der genannten Veteranen oder auch der High-Energie-Rockbands der 90er mit dem musikalischen Ansatz der Besten aus dem Kreis der aktuellen Retro-Rock-Kapellen. Und mit einer (un)gehörigen Portion erst an- und dann (wohl auch) ausziehender, zum Teil psychedelisch geschwängerter Dunkelheit: Das Sick K in „Magick“ ist also von seiner Bedeutung dem Rockin‘ Ö in „MOTÖRHEAD“ gleichzustellen.

Kurz: Nachdem des Weiteren in Erfahrung gebracht werden konnte, dass es sich bei DEATH ALLEY um eine Zusammenrottung vorheriger Mitglieder der niederländischen Gruppen THE DEVIL’S BLOOD, GEWAPEND BETON und MÜHR handelt, sich der Kreis also schließt, sei abschließend eindringlich vor einer Fahrkarte ins „Black Magick Boogieland“ gewarnt. Bleiben Sie zuhause. Es bekommt Ihnen nicht. Falls Sie ein Langweiler vor dem Herrn sind. Oder ein Loser-Hippie.

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12.05.2015

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1 Kommentar zu Death Alley - Black Magick Boogieland

  1. Jimbo sagt:

    Coole Scheibe, macht Laune! (8 Punkte gehen klar)

    Besonders psychedelisch sind 95% der Platte aber nicht (ok, Supernatural Predator hat da ein paar Anklänge).
    Erinnert mich stattdessen meist extrem an Gluecifer. Viel Neues wird hier also nicht geboten.
    Aber das muss ja auch nicht immer. Das Teil macht schließlich Spaß.