Death The Leveller - II

Review

Soundcheck März 2020# 12

Dass DEATH THE LEVELLER ihr Debüt-Album mit „II“ betiteln hat einen einfachen Grund. Die vor knapp zwei Jahren erschienene EP, mit der die Band ein erstes Lebenszeichen in der Metal-Welt veröffentlichte, trug den Namen „I“. Doch ist das Album auch musikalische der nachvollziehbare nächste Schritt?

Zunächst fällt der klarere Sound auf, aber auch die ausgefeilteren Songstrukturen stechen hervor. Dabei scheint der schleppende Doom Metal beim ersten Durchlauf sehr reduziert und übersichtlich gestaltet. Doch schon bald stechen Details hervor, vor denen sich eine musikalische Tiefe ausbreitet, die eine fesselnde Sogwirkung entfaltet. Dass „II“ trotz vier langer Tracks eine relativ überschaubare Spielzeit besitzt, animiert zusätzlich zu mehrfachen Hördurchläufen.

Der dichten melancholischen Atmosphäre tut dies keinen Abbruch. Bei DEATH THE LEVELLER klingen Leid, aber auch unstillbares Verlangen aus jeder Note. Dies spiegelt sich vor allem im Wechselspiel der schweren Riffs mit zerbrechlichen Melodien wieder. In diesem Punkt erinnern die Iren schließlich weniger an die Landsleute PRIMORDIAL, sondern eher noch an MY DYING BRIDE, in den sich zuspitzenden Songs bei epischen Momenten aber auch an SOLSTICE.

DEATH THE LEVELLER gelingt ein ansprechender Mix in den Grenzen des Genres

Dadurch gelingt es DEATH THE LEVELLER, verschiedene musikalische Ebenen des Doom-Metal-Genres in ihr Werk einzuflechten. „II“ besitzt eine rohe Schönheit und ursprüngliche Kraft, die dank dieser Vielschichtigkeit einen ganz eigenen Zauber entfaltet. Zwar schaffen es die etwas flachen Vocals von Dennis Dowling nicht immer, diese Variation auch stimmlich zu bedienen, verfügen aber über einen ganz eigenen Charme, dank dem „II“ an Authentizität gewinnt.

Doch so kraftvoll die oben beschriebene Sogwirkung zunächst auch einsetzt, so schnell lässt sie auch wieder nach. Ein nachhaltiger Eindruck bleibt aus, eine genreübergreifende Relevanz entsteht nicht. Dennoch gelingt es der Band, im Doom Metal ihren ganz eigenen Pfad zu finden, auf dem sie sich von anderen Genrekollegen abhebt. Es ist die Emotionalität, die das Album auszeichnet, eingewoben in vielschichtige musikalische Kompositionen. Da diese letztlich zwar eine intensive, aber eine eingeschränkte Wirkung entfalten, bleibt das Album eine Empfehlung für jene, die sich in der oben beschriebenen Schnittmenge wiederfinden. Diese dürften aber vollends zufrieden mit „II“ sein.

15.03.2020

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