Dog Eat Dog - All Boro Kings Live

Review

Mit ihren letzten Veröffentlichungen konnten die Amerikaner DOG EAT DOG weniger punkten, vielleicht weil ihre neuen Songs weniger packend sind, vielleicht weil sie ein wenig aus der Zeit gefallen sind. Ihre Hochzeit hatten die Jungs aus New Jersey schließlich Anfang bis Mitte der Neunziger, als eine Crossover-Mischung aus Hardcore, Punk und Rap-Vocals noch eine neue Sache war. Was liegt also näher, als die guten, alten und erfolgreichen Zeiten wiederaufleben zu lassen und anlässlich des 25. Jubiläums von „All Boro Kings“ einfach mit diesem Album zu touren?

Die guten, alten Zeiten wiederaufleben lassen – mit „All Boro Kings Live“

Nichts, denn DOG EAT DOG reißen immer noch die Meute mit und rocken die Hütte. Beziehungsweise das Zelt, denn das im Nachgang der Tourtätigkeit veröffentlichte „All Boro Kings Live“ spielt sich genau dort ab, nämlich bei der „Rock am Ring Warm Up Party 2019“. Der Beginn ist vielleicht noch verhalten, die Menge muss noch in Betriebstemperatur kommen, aber John Connor und Co. haben sie schnell am Wickel. Diese simplen Saxofon-Harmonien gehen geschmeidig ins Ohr, die Refrains lassen sich gut mitgrölen und die Rhythmen gehen flott ins Tanzbein. Und spätestens mit dem dritten Song „Pull My Finger“ verwandelt sich das Zelt in eine Hüpfburg.

„All Boro Kings Live“ macht trotz anfänglicher Zweifel Laune. „If These Are Good Times“, „Who’s The King“ oder der vielleicht größte Hit „No Fronts“, der dramaturgisch richtig ans Setlistende gerutscht ist, sind einfach lässige Songs. Und die Band ist agil – abgesehen vom Drummer, der an seinem Schlagzeug einfach superentspannt für den richtigen Rhythmus sorgt. Aufgesetzt ist da jedenfalls nichts.

DOG EAT DOG reißen immer noch mit

Da ein reines Livealbum nur die halbe Freude wäre, bietet „All Boro Kings Live“ nicht nur eine CD, sondern auch das Konzert auf einer DVD, das ordentlich mitgeschnitten, aber selbstredend keine extrem aufwendige Produktion ist. Es passt einfach. Als kleinen Bonus gibt es noch das Konzert vom Wacken 2017, bei dem auch einige neuere Stücke in der Setlist auftauchen. Wer also zusammen mit DOG EAT DOG noch einmal die „Good Times“ aufleben lassen möchte oder vielleicht „All Boro Kings“ gar nicht im CD-Regal stehen hat, macht mit dieser Liveversion nichts verkehrt.

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04.02.2020

- Dreaming in Red -

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