Ensiferum - Thalassic

Review

Soundcheck Juli 2020# 2 Galerie mit 28 Bildern: Ensiferum - Double Headlining Tour 2022 in Hamburg

„Thalassic“ lautet der Name des inzwischen achten Studioalbums von ENSIFERUM nach dem vor drei Jahren veröffentlichten Vorgänger „Two Paths“, welches für die Band mit „One Man Army“ zusammengehört. Für das aktuelle Werk haben sich die Finnen thematisch wieder freigeschwommen, der Titel leitet sich von einem altgriechischen Begriff für etwas ab, das aus dem Meer stammt oder sich darauf bezieht. Neu hinzugekommen ist Pekka Montin, welcher sich nun um das Keyboard als auch Klargesänge kümmert. Hat sich dadurch der Sound von ENSIFERUM verändert?

Brechen ENSIFERUM mit „Thalassic“ auf zu neuen Ufern?

Mit Meeresrauschen beginnt passend der zunächst orchestrale Opener „Seafarer’s Dream“, der dann aber wieder dezenter und folkloristischer wird. Dann der erste Song „Rum, Women, Victory“ der sofort klarmacht, dass ENSIFERUM sie selbst geblieben sind. Folk, Viking/Pagan, Melodic Death Metal, nichts anderes! Der nicht ganz so originell betitelte, zünftig straighte, flott treibende Metal-Song mit fetten Chören ist so ne richtig schöne Party-Mitgröhl-Nummer, der auch ALESTORM Fans was abgewinnen könnten. Im Gesang wechseln sich Petri, Pekka und Markus ab. Die Party endet dann wieder mit dem ernsthafteren, epischeren „Andromeda“ mit toller, verspielter Gitarrenarbeit, hymnisch folkige Melodien und Wechselgesang sowie rockigere Grooves, könnte in ähnlicher Form auch von AMORPHIS stammen. „The Defence Of The Sampo“ bezieht sich auf die Kalevala, das mystische Stück ist folkiger und atmosphärischer gehalten, dabei stets episch und eingängig. Und mit überraschender Westerneinlage, wer hätte das von ENSIFERUM erwartet? Mit der Hymne „Run From The Crushing Tide“ wird es wieder flotter und direkter, mit galoppierenden Rhythmen, gutturaler Gesang, heroischem Pathos, im Refrain leider etwas arg an SABATON erinnernd. „For Sirens“ bezieht sich auf Odysseus, auch hier wieder der dynamische Wechselgesang zwischen Petri, Pekka und Markus, stampfende Grooves und eingängige Melodien, während das tragische „One With The Sea“ folkig balladesk mit variablem Klargesang von Pekka ertönt. „Midsummer Magic“ ist dann ein typischer, leichtfüßig tanzbarer Humpa-Song, sowas muss man mögen, ansonsten nervt es gewaltig. Deutlich stärker ist das abschließende, sehr epische und mächtige „Cold Northland (Väinämöinen Part III)“, das sich auf die ersten beiden Teile des Debütalbums von ENSIFERUM bezieht und natürlich auch einige stilistische Parallelen zu WINTERSUN aufweist.

In bekannten Gewässern

Mit dem mehr als soliden „Thalassic“ zeigen sich ENSIFERUM ein klein wenig variabler und abwechslungsreicher, die Growls sind etwas dezenter und dadurch effektiver eingesetzt, bewegen sich aber stilistisch in bekannten Gewässern. Die Finnen haben sich nicht zu neuen Ufern aufgemacht, wirkliche Innovationen findet man keine. ENSIFERUM bieten den gewohnten, abgerundeten Mix mit ausreichend Abwechslung, vielen starken Songs und einigen wenigen Schwächen. Fans der Band können bedenkenlos zugreifen!

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24.06.2020

Geschäftsführender Redakteur (News-Leitung)

Der metal.de Serviervorschlag

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3 Kommentare zu Ensiferum - Thalassic

  1. LastSatai sagt:

    Eine meiner liebsten Bands versinkt auch immer mehr in Richtung Belanglosigkeit.Die wievielte Westernüberraschung war das jetzt?

  2. dachstheangry sagt:

    Der neue Sänger ist definitiv eine Bereicherung, auch wenn anscheinend Petri Lindroos mit seinen Growls etwas Platz machen musste. Insgesamt klingt Thalassic ja nicht schlecht und ist eine klare Steigerung zum Vorgänger, aber an Großtaten wie z.B. Victory Songs kommt das Album nicht heran. Und seien wir uns ehrlich, Ensiferum werden das auch nicht mehr schaffen. Aber für eine 7 von 10 reicht das Album noch locker aus.

    7/10
  3. ZynnZementzaun sagt:

    Ich hab nun eine Weile versucht, mit dem Album warm zu werden. Aber ich schaff es nicht. Klar, das Album ist deutlich kreativer und abwechslungsreicher als der nette aber belanglose Vorgänger … aber irgendwie fängt Thalassic erstaunlich schnell an zu nerven.

    Ich dachte erst, es liegt an mir. Vielleicht bin ich einfach raus aus Ensiferum. Also hab ich mir seit langer Zeit mal wieder das Album From Afar von 2011 angehört. Die CD hatte ich damals rauf und runter gehört aber Sommer 2016 im CD-Spieler meiner alten Karre vergessen, als ich diese beim Gebrauchtwarenhändler in Zahlung gegeben hatte. Und heute?

    … From Afar ist so hammergeil! Gleich der erste Song knallt einen den Knüppel auf den Kopf und zwingt einen zum Headbangen. Der Speed, die Growls, die epischen Folkeinlagen … fantastisch! Und nun weiß ich, was ich an Thalassic hasse: Es sind diese ständigen Tempo-Wechsel, dieses Nicht-auf-den-Punkt-kommen und diese aus allem triefende Power-Soße. Klar, das sind immernoch Ensiferum und man kann das neue Album mögen wenn man will, aber ich bin raus.

    6/10