Ereb Altor - Järtecken

Review

Galerie mit 14 Bildern: Ereb Altor - Summer Breeze Open Air 2018

Im schwedischen Fantasy-Rollenspiel „Drakar och Demonar“ ist EREB ALTOR der Name des Hauptkontinents der Spielwelt. Es ist ein Ort, der von Anleihen aus nordischen Mythen und Sagen durchdrungen ist. Sein Name scheint also passend für eine Band, die mit jedem ihrer Alben ebenfalls die Flucht in eine romantisierte Version des alten Nordens begeht.

„Järtecken“ heißt das neuste Album von EREB ALTOR, der Schwesterband von ISOLE, die dieser Tage ebenfalls ein neues Album veröffentlichen. Die treibende kreative Kraft in beiden Bands ist das Duo bestehend aus Daniel Bryntse und Crister Olsson, die Gitarren und Gesang beisteuern. Während ISOLE traditionellen Doom komponieren, wird dieser Sound bei EREB ALTOR um Black Metal und Folk ergänzt.

EREB ALTOR – ein ferner Ort

Das Ergebnis ist erfreulich unkitschig. Während andere Bands neben Raben und Wölfen auf dem Cover anscheinend auch noch unentwegt das Methorn kreisen lassen müssen, verströmen EREB ALTOR erhabene Melancholie. Der schwermütige Doom im Stile von CANDLEMASS und SOLITUDE AETURNUS, den Bryntse und Olsson bei ISOLE zelebrieren, bildet das Grundgerüst des Sounds von EREB ALTOR. Hinzu kommt die Majestät und Epik mittlerer BATHORY-Werke, aber auch Spuren alter Pagan-Metal-Helden wie MITHOTYN oder THYRFING lassen sich auf „Järtecken“ finden.

Diese Mischung, die trotz aller Gegensätze nicht nur funktioniert, sondern wie aus einem Guss aus den Boxen fließt, betreiben EREB ALTOR seit ihrem dritten Album „Gastrike“ und haben sie seitdem konsequent verfeinert. „Järtecken“ klingt im Ergebnis völlig natürlich und ungezwungen. Dafür sorgt auch die klare Produktion, welche die harten Riffs manchmal aber fast zu leicht klingen lässt.

Dass der Weltschmerz auf „Järtecken“ nicht nur vorchristlicher Verklärung entspringt, sondern auch zeitgenössische Seelen trifft, demonstrieren Songs wie „My Demon Inside“ oder „With Fire In My Heart…“, die zeitlose Schwermut ausstrahlen. In diesem Punkt gelingt EREB ALTOR ein weiterer Spagat: Nicht nur musikalisch, sondern auch inhaltlich mäandern die Songs zwischen Romantik und Moderne.

„Järtecken“ – zwischen Romantik und Moderne

Bleibt die große Frage, ob „Järtecken“ – zu deutsch; das Vorzeichen – eine Empfehlung wert ist oder zwischen all diesen Stühlen schmerzhaft zu Boden geht. Das Album ist ohne Frage außerordentlich gut gelungen und reißt den Zuhörer zu jeder Sekunde mit. Dass es in seiner Gesamtheit manchmal nicht ganz rund wirkt und mit kurzen Brechern wie „Prepare for War“ aus der Rolle fällt, sorgt eher für Abwechslung als für Irritation, was den Zuhörer umso mehr fesselt.

Die Band, sie ist inzwischen eine eigene Welt für sich. Nicht ohne Makel, in ihrer Vielfältigkeit aber stimmig und geschlossen. Der Hybrid aus melancholischem Doom und heidnischem Black Metal gelingt, ohne dabei zu sehr in die Finsternis abzugleiten, sondern stets eine lockende Tiefe zu bewahren. Dadurch steigt die Lust, das Album in Dauerschleife zu hören und immer wieder den Ausflug nach EREB ALTOR zu wagen. Ein Ort, an dem man sich verlieren will.

13.09.2019

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