Eye Of Mordor - Promotape

Review

Ein Promotape zur Präsentation von ersten musikalischen Eindrücken widerspricht im Jahr 2022 radikal den Gesetzen von Markt und ökonomischer Vernunft. Ja, wir meinen wirklich eine physische Kassette. Warum sollten wir weiter nach möglichen Gründen suchen, wenn diese aufgrund der nonkonformen Philosophie des Underground-Labels Trollmusic auf der Hand liegen? Eben.

EYE OF MORDOR überraschen zunächst…

Auf den ersten Blick wirkt der Sound von EYE OF MORDOR vertraut. Denn die Synths klingen verdächtig nach Altmeister MORTIIS. Allerdings wird sodann deutlich, dass EYE OF MORDOR eine vollkommen andere Herangehensweise der Komposition gewählt haben. Gegen die cineastische Inszenierung von MORTIIS wirkt das Promotape abgekühlt minimalistisch. Es wäre beinahe vermessen von einem kompositorischen Aufbau zu sprechen, denn diese Old-School-Welten sind zwar ausgesprochen filigran komponiert, denken aber nicht im Sinne einer Klimax. Statt zum Gipfel führt dieser Weg tiefer und tiefer in den Dungeon hinab.

Gerade in dieser repetitiven Reduktion liegt gleichermaßen die Stärke von EYE OF MORDOR, als auch der Gegenentwurf zu vielen anderen Genrevertretern. Dem Promotape gelingt dieser klare Überraschungseffekt, denn in der Regel neigt der von Tolkien inspirierte Dungeon Synth zu Bombast mit SUMMONING-Schulterblick. EYE OF MORDOR reihen sich eher bei einem Projekt wie HOBBIT ein, die auf der „Places In Middle Earth„-Demo einen zumindest vergleichsweisen Ansatz verfolgten.

Wie viele Dark Ambient beziehungsweise Dungeon Synth-Projekte entstammt dieses übrigens (mal wieder) der Black-Metal-Szene. Über die engen Verbindungen beider Welten haben wir bereits öfters berichtet. Musiker Tentakel Parkinson schwang einst bei TODTGELICHTER die Stöcke und musiziert neuerdings auf eigenen Pfaden bei OMEGA INFINITY.

Es sollte mehr Promotapes geben!

Es ist nur ein kurzer Eindruck, den EYE OF MORDOR kredenzen. Und wie gut funktioniert dies in der heutigen übersättigten Musiklandschaft auf einem langsamen und veralteten Medium. Natürlich handnummeiert und auf 50 Exemplare limitiert. Da wird einem regelrecht warm ums Herz. Die Vorfreude für das kommende Album „The Old Master“ wurde jedenfalls geweckt, Mission erfüllt.

04.07.2022

Stellv. Chefredakteur

Der metal.de Serviervorschlag

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