Ferndal - Singularitäten

Review

Mit einem Cello bewaffnet, einem guten Debütalbum im Rücken und einer ordentlichen Ladung WINDIR im Gepäck starteten FERNDAL aus dem EÏS bzw. Ex-GEÏST-Umfeld vor knappen zwei Jahren. EÏS-Bandkopf und Ex-metal.de-Kollege Alboîn hat die Band zwischenzeitlich verlassen (für mehr Infos siehe unser Interview mit Sorathiel), die Reise von FERNDAL geht jedoch weiter.

„Singularitäten“ überzeugt mehrdimensional

Denn FERNDAL gelingt der Spagat zwischen Anspruch und Stimmung, zwischen monumentaler Theatralik und ausladenden Kompositionen. Dabei darf es ruhig einmal groß und flächig werden, wie das instrumentale „Serenade“ zum Ende des Albums illustriert. „Seht her! Schaut uns an, wie kunstvoll wir sind!“ schrieb ironisierend der Kollege Stephan Möller in der Review zum selbstbetitelten Debütalbum. Sicherlich bringen FERNDAL auch mal einen straighten Nähmaschinen-Takt wie im Opener „Weltenbrände“, allerdings lässt sich die Anspruchshaltung der studierten Musiker schwerlich hinter der metallischen Fassade verbergen. Man kann „Singularitäten“ dennoch einfach auch als Metalplatte hören, klassische Kompositionsstrukturen hin oder her.

Violoncellistin Lestaya setzt dabei viele wichtige Impulse, welche den Sound der Münsteraner deutlich prägen. Zumeist addiert die „kleine Violine“ tiefgehende Melancholie zum kraftvollen Black Metal der Band, sodass an dieser Stelle zweifelsohne von einem Alleinstellungsmerkmal gesprochen werden kann.

Zur Mitte des Albums versuchen sich FERNDAL erneut an einer Coverversion mit klassischen Instrumenten. Auf dem Debütalbum wurde „Arntor, ein windir“ als „Arntor, ein Krieger“ von WINDIR interpretiert, auf „Singularitäten“ findet sich ein ähnlich aufgebauter Versuch mit „Mother North“ von SATYRICON, welcher im Konzertsaal der Musikhochschule Münster mit Gastmusikern aufgenommen wurde. Das gelungene Zwischenstück fügt eine weitere Klangfarbe in das Konzept von „Singularitäten“ ein und taugt sowohl als Zwischenstück als auch als interessante Interpretation.

FERNDAL setzen einen starken Punkt

Nordische Klänge aus Münster werden alle WINDIR-Fans mit neuem Stoff versorgen und glücklich machen, denn“Singularitäten“ begeistert schwarzmetallisch, detailverliebt und anspruchsvoll.

Die Vinylvariante, welche über Black Megalith Vinyl erscheint, enthält mit „Geistes Exil“ übrigens noch einen Bonustrack.

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15.02.2019

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2 Kommentare zu Ferndal - Singularitäten

  1. der holgi sagt:

    Klingt sehr interessant, muss ich mir mal intensiver anhören, der Gesang hätte für mich ruhig weniger gesättigt (angezerrt) sein können, aber egal, das schmälert nur wenig. Gefällt mir gut.

    8/10
  2. nili68 sagt:

    Klingt tatsächlich garnicht übel. Die hab‘ ich in der Stadt sogar im Laden gesehen. Wenn alles ähnlich ist, kann man dafür schon Geld ausgeben..